
Das Bild von „Fluss und Kreuz“ als Ausgangspunkt der folgenden Überlegungen zur Begegnung zwischen den Religionen Chinas und dem Christentum soll darauf hinweisen, wie wichtig die großen Flüsse Chinas – wie der Gelbe Fluss und der Yangtse – für die Entwicklung der chinesischen Kultur gewesen sind. Wenn es um die Begegnung des Christentums mit den Religionen bzw. geistigen Traditionen Chinas – dem Daoismus, dem Buddhismus und dem Konfuzianismus – geht, dann kann für den Daoismus das Symbol des „Wassers“ stehen, das nach dem Daodejing, dem LAOZI zugeschriebenen zentralen Werk des Daoismus, das Element ist, welches das „Harte“ durch seine „Weichheit“ besiegt. Für den Buddhismus hingegen müsste das Symbol des „Lotus“ stehen. Denn für die Buddhisten ist der Lotus, der auf dem Wasser schwimmend eine herrliche weiße Blüte zeigt, das Symbol für die Erleuchtung, die aus der Überwindung des Dunklen erwächst, so wie der Lotus, der seine Wurzeln im dunklen Schlamm des Wassers hat und nach oben strebend auf die Wasseroberfläche gelangt, dort die Schönheit seiner Blüte zeigt. Die Beziehung des Konfuzianismus zum Wasser oder den Flüssen ist weniger ausgeprägt. Er steht wohl eher für die regulierende Kraft des Menschen, der durch Disziplin und Einhaltung fester Regeln die Macht des Wassers, die sich immer wieder in den periodischen Überschwemmungen zeigt, durch die Errichtung von Deichen in feste Flussbetten zwingt. Das Zeichen des „Kreuzes“ als Symbol für das Christentum steht einmal für den Widerspruch, Werkzeug für die Hinrichtung von Verbrechern gewesen zu sein, zugleich aber auch für den Sieg über den Tod, den JESUS CHRISTUS im Geheimnis des Ostergeschehens errungen hat. Mit seinen nach allen Seiten verlängerbaren Tangenten steht das Kreuz aber auch für die weltumspannende Sendung der christlichen Botschaft und seine missionarischen Bestrebungen, die China in vielfältiger Weise erfahren hat.
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