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Das Guangqi-Sozialzentrum der Diözese Shanghai

Auf die Initiative des Bischofs von Shanghai, Aloysius Jin Luxian, wurde im Juni 2005 das Vorbereitungskomitee für das Guangqi-Sozialzentrum (im Folgenden kurz Sozialzentrum genannt) errichtet. Es steht unter dem Patronat von Xu Guangqi, dem Vorreiter der katholischen Kirche in Shanghai, und seiner zweiten Enkelin Candida Xu, einer herausragenden Frauengestalt in der Geschichte der Kirche Chinas. Damit kommt auch deutlich zum Ausdruck, dass der Geist Xu Guangqis im Dienst an den Menschen und in der Weitergabe der Liebe Gottes weitere Verbreitung finden soll.
Seit der Gründung des Vorbereitungskomitees hat das Sozialzentrum, im Vertrauen auf die Fürbitte und den Schutz der Patrone Xu Guangqi und Candida Xu und unter dem Rückhalt der Diözese, verbunden mit der Hoffnung auf die Unterstützung vieler altruistisch gesinnter Menschen, seine karitative Tätigkeit aufgenommen. Sie geschieht hauptsächlich in drei Bereichen: Unterstützung von Schülern und Studierenden, Seniorenfürsorge, Betreuung von Wanderarbeitern sowie in Ausübung einiger spezieller Tätigkeiten.

I. Unterstützung von Schülern und
Studierenden

1. Vergabe von Stipendiengeldern
Nur eine Minderheit der vom Sozialzentrum finanziell unterstützten Schüler und Studenten kommt aus Shanghai, die übrigen stammen aus anderen Städten und Provinzen, wie Shaanxi, Shanxi, Anhui, Heilongjiang, Shandong, Hebei, Fujian, Innere Mongolei, Guizhou, Yunnan, Chongqing und Liaoning. Unter den Stipendiaten befinden sich Universitätsstudenten, Schüler der Oberen Mittelschule, der technischen Fachschule, der Unteren Mittelschule, aber auch Grundschüler – alle Ausbildungsstufen sind vertreten. Eine ganze Reihe dieser Studierenden hat inzwischen graduiert und ist in den Arbeitsprozess eingestiegen, andere sind noch weiter auf Hilfe angewiesen.

Begegnung von Stipendiaten des Sozialzentrums aus Shaanxi und Shanghai beim Besuch des Schreins in Meixian. Foto: Guangqi-Sozialzentrum


2. Hilfe zum Aufbau und finanzielle Unterstützung von Hoffnungs-Schulen und -Kindergärten

Guangqi-Hoffnungs-Grundschule in der Gemeinde Banzhong der She-Nationalität, Stadt Fu’an (Provinz Fujian). – Bereits vor der Gründung des Sozialzentrums wurden dort der Bau des Schulkomplexes sowie die Anschaffung von 20 Computern und von Schulkleidung finanziell unterstützt.
Guangqi-Hoffnungs-Grundschule im Marktflecken Daliji, Kreis Lixin, Stadt Fuyang (Provinz Anhui).
Schulkomplex mit Umfassungsmauer, Sportplatz usw. für die Versuchsgrundschule in Shuijingke, Marktflecken Xiadao, Stadt Nanping (Provinz Fujian).
Grundschule in Jianba, Stadt Suiyang (Provinz Gui­zhou): Renovierung des Sportplatzes, der Umfassungsmauer, des Haupteingangs, der Toiletten, Austausch der Stühle in den Unterrichtsräumen.
Grundschule im Marktflecken Houshan, Wanzhou (Stadt Chongqing): Bau einer Küche und eines Speisesaales.
Mittelschule in Yidu, Kreis Fuqing (Provinz Fujian): Neuerrichtung des Unterrichtsgebäudes.
Guangqi-Hoffnungs-Grundschule im Marktflecken Tiantang, Kreis Yuexi (Provinz Anhui).
Xinxin-Kindergarten in der Provinz Shaanxi: Verbesserung der Anlagen, Ergänzung einiger Einrichtungen für Unterricht und Erholung usw.
Spende eines gebrauchten Busses für Grundschule und Kindergarten in Wanhuying, Stadt Weihui (Provinz Henan) zum Transport für die Schüler.
Kindergarten in Yihua, Sanyuan (Provinz Shaanxi).


II. Seniorenfürsorge

Shanghai ist bereits eine alternde Gesellschaft. Das Sozialzentrum hofft, dass durch folgende Maßnahmen die Achtung vor dem Alter gefördert und den alten Menschen die gebührende Liebe und Verehrung entgegengebracht werden kann. Die Fürsorge für die Alten geschieht auf zweifache Weise:
1. Wir stehen in enger Zusammenarbeit mit den Pfarreien der Diözese. Wir organisieren Besuche und spenden alleinstehenden Alten und über 80 Jahre alten Menschen Trost, vermitteln ihnen die Anteilnahme der Kirche und geben ihnen Liebe in seelischen und Lebensfragen. Wir haben inzwischen die meisten der Pfarreien besucht, wir halten engen Kontakt mit den zwei Seniorenheimen der Diözese Shanghai und dem Heim für betagte Schwestern.
2. Alten Leuten in Familien, die sich in einer besonderen Notlage befinden, geben wir Beihilfe zu den Lebenshaltungskosten.

Feier im Altenheim Nanzhang, Bezirk Qingpu (Shanghai). Foto: Guangqi-Sozialzentrum.


III. Betreuung von Wanderarbeitern

1. In einer Pfarrei ist versuchsweise eine Freizeit- und Lernstätte für Kinder von Wanderarbeitern eingerichtet worden. Dort kümmert sich jemand um die Kinder der Wanderarbeiter, damit diese unbesorgt ihren Berufen nachgehen können.

Lernen mit Kindern von Wanderarbeitern. Foto: Guangqi-Sozialzentrum.


2. Es werden Vorabende von Chinesisch Neujahr gestaltet. Darin ist eine Eucharistiefeier eingeschlossen, eine Teeparty und ein Essen.3. Für die Wanderarbeiter werden Wallfahrten zum Marienheiligtum nach Sheshan organisiert, um ihrem spirituellen Leben mehr Inhalt und Ausrichtung zu geben.4. Zusammen mit ausländischen Firmen wird am Mondfest ein bunter Abend für Wanderarbeiter gestaltet. Bei dieser Gelegenheit wird auch eine Einführung über den Umgang mit und die Vorbeugung gegen AIDS gegeben.

 

IV. Sonderprojekte

1. Medizinische Hilfe

a) Finanzielle Beihilfen zur medizinischen Versorgung. Die medizinische Versorgung ist ein großes Problem. Wir hoffen, dass durch unsere wenn auch sehr geringfügigen und unzureichenden Zuschüsse doch eine gewisse Hilfe möglich ist und die Sorge der Kirche für die Kranken spürbar wird. Bei den Krankheiten, die das Sozialzentrum durch seine Zuwendung erreichen will, handelt es sich vor allem um Krebs, Unfälle und Behinderungen. Zu den Kranken gehören auch Angehörige und Verwandte von Priestern und Schwestern.
b) Wir organisieren auch Krankenbesuche durch Gläubige in den Krankenhäusern.
c) Wir arbeiten mit den Krankenhäusern vor Ort zusammen und verteilen an Bedürftige Hunderte von Karten für medizinische Beihilfen im Wert von 500 RMB pro Karte, als finanzielle Hilfe zur Inanspruchnahme medizinischer Geräte oder sonstiger Maßnahmen.

2. Waisenhäuser

Es wird Unterstützung gewährt, um das Umfeld, in dem die Kinder betreut werden, und die allgemeinen Lebensbedingungen (z.B. das Essen) zu verbessern. Unterstützt werden:

– das St. Josefs-Heim der Diözese Fengxiang (Provinz Shaanxi);
– das Guangqi-Caritasheim der Diözese Yuci (Provinz Shanxi).


3. Bücherversand

Die Diözese Shanghai hat ihren eigenen Guangqi-Verlag mit Druckerei, in dem kirchliches Buchmaterial publiziert wird. Diese außergewöhnlich vorteilhafte Situation wird genutzt, um einige ärmere Diözesen und Pfarreien in China mit Literatur für die Glaubensverbreitung zu versorgen.

4. Katastrophenhilfe

Hilfe bei schweren Schäden durch Taifun, schwere anhaltende Regenfälle, außergewöhnliche Schneefälle, Hagelstürme, Erdbeben.

5. Trinkwasserprojekt im Dorf Daoliushui

Das Dorf Daoliushui (Provinz Guizhou) liegt in einer entlegenen Bergregion. Die Trinkwasseranlage versorgt 95 Haushalte des Dorfes und die Grundschule, insgesamt 800 Menschen, mit Trinkwasser.

6. Kleidersammlung

Wir sammeln Kleidungsstücke, die von Gläubigen und anderen Wohltätern gespendet wurden (Kleidung für alle Jahreszeiten, für Erwachsene wie für Kinder), aber auch Wolldecken, wattierte Decken, Spielzeug u.ä. Die Sachen werden hergerichtet, verpackt und in notleidende Regionen oder von Naturkatastrophen heimgesuchte Gebiete verschickt – in die Innere Mongolei, nach Guizhou, Shenyang, Shaanxi, Sichuan, Chongqing, Anhui und in andere Orte.

Freiwillige des Sozialzentrums beim Sortieren von gespendeten Kleidungsstücken. Foto: Guangqi-Sozialzentrum

7. Basar

Verkauft werden von Unternehmen gespendete Muster-Kleidungsstücke (es handelt sich um neue Sachen), von unseren ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Handarbeit hergestellter Schmuck u.ä. Der Erlös fließt vor allem in Schulstipendien.

Das Personal unseres Sozialzentrums besteht aus kaum drei Leuten. So sind wir neben der Hilfe durch die Priester der Diözese und die Pfarreien auf die Unterstützung durch unsere ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer – die Guang­qi-Helfer der Nächstenliebe – angewiesen, um unsere karitative Tätigkeit zu entfalten.
Es bleibt unsere Hoffnung, dass durch unsere Dienste immer mehr Menschen in Not Hilfe erhalten können, ob dies nun im materiellen Bereich oder im spirituellen Bereich geschieht. Für uns ist wichtig, dass unser Zentrum weiterhin zu einem Umschlagplatz für die Liebe aller großmütigen Menschen wird.

An Katastrophenopfer in Guizhou (Südwestchina) wird Saatgut und Dünger verteilt. Foto: Guangqi-Sozialzentrum.


Sr. Mary Pan

Vollständiger Text mit Anmerkungen siehe China heute 2010, Nr. 1, S. 45-47.



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