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Von Esskultur bis Segensgebet: Expo 2010 in Shanghai und die Religionen

Shanghai ist Gastgeber der Weltausstellung des Jahres 2010. Sie dauert vom 1. Mai bis zum 31. Oktober und steht unter dem Motto „Better City, Better Life“. 70 Mio. Besucher aus aller Welt werden erwartet. Auch im Bereich der Religionen bereitet man sich auf dieses große Ereignis vor. Das Thema Expo ist in religionsbezogenen Webseiten und Zeitschriften zwar sehr viel weniger präsent als die Olympischen Spiele 2008. Die verfügbaren Nachrichten beleuchten dennoch kaleidoskopartig das religiöse Leben in China und besonders das Verhältnis der Religionen zum Staat.

Politische Gremien. Wie die Religionen die Expo unterstützen sollten, diskutierten Abgeordnete der Religionen im Rahmen der jährlichen Sitzung der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes (PKK), die am 3. März in Beijing begann.

Protestantische PKK-Abgeordnete aus Shanghai wiesen darauf hin, dass man in der Stadt 14 Kirchen renoviert und teilweise mit Simultandolmetschanlagen ausgestatte habe. Jüngere Christen seien in Expo-Wissen, Empfangsetikette und Fremdsprachen fortgebildet worden. Es gehe darum, der Welt eine „offene und reife chinesische Kirche“ zu zeigen und den ausländischen Gäste die Politik der Religionsfreiheit in China verständlich zu machen, erklärte Shen Xuebin von den „zwei Gremien“ der protestantischen Kirche in Shanghai. Die nationalen protestantischen Gremien werden in nächster Zeit alle protestantischen Christen im Land zum Gebet für die Expo aufrufen, hieß es.

Ähnlich äußerte sich Abt Juexing vom Shanghaier Jadebuddhatempel, der auch Vorsitzender der Buddhistischen Vereinigung von Shanghai ist. Die Religionen Chinas hätten die Pflicht, besonders bei westlichen Besuchern Zweifel an der Religionsfreiheit in China und Missverständnisse hinsichtlich der Lage der Religionen auszuräumen. Er rief gemeinsam mit dem Vertreter der Daoistischen Vereinigung, Ding Changyun, die Religionsgemeinschaften dazu auf, sich auf die Expo vorzubereiten. Unter den Expo-Besuchern aus aller Welt seien sicher viele Religionsanhänger, die die religiösen Stätten Shanghais besuchen werden und dort neben religiösen Erfahrungen auch eine gepflegte Umgebung, Herzlichkeit und gute Organisation finden sollten. Für eine bessere Betreuung der ausländischen Besucher lernen auch die Mönche des Jadebuddhatempels Englisch. Juexing warb insbesondere dafür, dass die buddhistischen Tempel im Zuge der Expo die „einzigartige vegetarische Ess­kultur des Buddhismus“ bekannter machen sollten.

Der Nationalitäten- und Religionsausschuss der PKK führte eine Segnungsaktivität der fünf Religionen für die Expo durch, berichtete die staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua.

Die Nationalitäten- und Religionskommission der Stadt Shanghai hat 2009 einen „Aktionsplan Nationalitäten- und Religionsarbeit Expo 2010“ festgelegt. Im Januar 2010 erstattete der Leiter der Einheitsfrontabteilung Shanghais, Yang Xiaodu, in Beijing der Nationalen Einheitsfront, der Staatlichen Kommission für ethnische Angelegenheiten und dem Staatlichen Religionsbüro Bericht über die „Nationalitäten- und Religionsarbeit“ in Zusammenhang mit der Expo. Am 3. Februar ließ er sich vom Expo-Büro über die Maßnahmen informieren, die garantieren sollen, dass innerhalb und außerhalb des Geländes alles, was ethnische und religiöse Fragen betrifft, in geordneten Bahnen verläuft. Er hob besonders die Beaufsichtigung der Verköstigung mit nach islamischen Vorschriften halal (chin. qingzhen) zubereiteten Speisen hervor; keinesfalls dürfe es passieren, dass „halal nicht halal“ sei.

Islam. Das Thema halal-Lebensmittel beherrschte die Expo-Meldungen zum Islam. 57 islamische oder mehrheitlich islamische Länder haben sich angemeldet, man erwartet je nach Pressebericht eine bis zehn Mio. muslimische Besucher. Zusammen mit den in Shanghai ansässigen 60.000 und als Migranten dort lebenden 1 Mio. Muslimen sei dies ein „riesiger Markt“ für die halal-Industrie, meldete die Webseite chinahalal.com, und eine gute Gelegenheit für die Internationalisierung chinesischer halal-Marken. Im Januar schloss eine alteingesessene Shanghaier halal-Firma, der offizielle Expo-halal-Versorger, einen Vertrag mit der Akademie für Industrie, Handel und Technik Ningxia. Das Autonome Gebiet Ningxia, in dem viele muslimische Hui wohnen, wird 64 halal-Fachköche zur Expo schicken, wo an vier Punkten des Geländes islamische Speisen für Staatsoberhäupter wie für normale Bürger angeboten werden sollen.

Auch außerhalb der Expo findet „soziale Überwachung“ der islamischen Speiseangebote statt; dies soll durch den Verband der Minderheitenangehörigen Shanghais organisiert werden. In den Stadtbezirken und Straßenvierteln sollen „freiwillige halal-Kontrolleure“ dafür sorgen, dass mus­limische Gäste unbesorgt essen können. In diesem Zusammenhang wird in den chinesischen Presseberichten auch erwähnt, dass es einen „Dreijährigen (2008–2010) Aufbau- und Entwicklungsplan für Stätten zur Versorgung mit halal-Lebensmitteln in Shanghai“ gibt, der bis 2010 die Einrichtung von 210 solchen „Versorgungspunkten“ vorsieht.

Interessantes erfährt man in Zusammenhang mit der Expo über die Muslime in der Stadt Yiwu in Zhejiang, die nur 300 km südlich von Shanghai liegt. Diese ursprünglich eher unbedeutende kreisfreie Stadt hat sich in den letzten Jahren zur „ostchinesischen Großhandelshauptstadt“ entwickelt, in der sich Großhändler aus dem In- und Ausland mit Waren aller Art eindecken. Nach Angaben der Hongkonger South China Morning Post leben in der Stadt 1 Mio. Migranten (neben 716.000 ständigen Bewohnern), darunter viele Muslime. Wahrscheinlich habe Yiwu die größte uigurische Bevölkerung außerhalb Xinjiangs, heißt es in der Zeitung. Die Größe und Diversität der muslimischen Gemeinde werde beim Freitagsgebet in der Hauptmoschee von Yiwu sichtbar. Dort mischten sich Tausende Muslime aus dem Nahen Osten, Pakistan, Malaysia und der Türkei mit Hui und Uiguren, die Straße müsse abgesperrt werden für die Betenden, die in der Moschee keinen Platz mehr finden. In Zusammenhang mit der Expo würden die Uiguren in Yiwu von den Behörden als Sicherheitsrisiko eingestuft und engmaschig überwacht, heißt es in der Zeitung. Die Atmosphäre in der Stadt sei dennoch entspannt.

In Yiwu gibt es übrigens auch eine große protestantische Kirche (Kirche der Neuen Gnade, auch Sitz der lokalen Drei-Selbst-Bewegung), in der nach Angaben des örtlichen Großhandelszentrums 10.000 Christen 2009 Weihnachten feierten. Die Kirche hat ein „Christian Products Service Dept.“ gegründet, das – laut Firmeneintrag auf www.made-in-china.com – in Kooperation mit sieben Fabriken 1.000 verschiedene christliche Artikel in 8 Kategorien für „den Bedarf der regionalen Kirchen“ herstellt.

Buddhismus und Daoismus. Mit 108 Glockenschlägen leiteten führende Vertreter der Stadt und des Expo-Büros im buddhistischen Qibao-Tempel in Shanghai die Abendveranstaltung „Segenserflehung für die Shanghaier Expo 2010“ ein. Bei dem Anlass trat auch die taiwanesische Pop-Sängerin Qi Yu mit buddhistischen Liedern auf. Der Abend, der u.a. vom Shanghaier Expo-Büro, der Nationalitäten- und Religionskommission der Stadt Shanghai, der Buddhisten Vereinigung Shanghais und dem lokalen Fernsehen organisiert wurde, war den chinesischen Meldungen zufolge die Hauptveranstaltung in einer Reihe von „Segenserflehungsaktivitäten“.

Buddhistische und daoistische Elemente werden durch Kampfkunstvorführungen auf der Expo vertreten sein. Entsprechende Verträge wurden am 29. Oktober 2009 mit dem Abt des buddhistischen Shaolin-Klosters in Henan, Yongxin, und dem Präsidenten der Daoistischen Vereinigung des Wudangshan, Li Guangfu, abgeschlossen. Die Shaolin-Mönche und Wudang-Daoisten werden täglich mehrere Vorführungen auf dem Expo-Gelände geben, wobei auch Interaktion mit den Zuschauern vorgesehen ist. Bei den Shaolin-Vorführungen werden australische und deutsche Kampfkünstler mitwirken. [N.B.: Der Shaolin-Tempel in Kaiserslautern (www.shaolintempel.org) ist die europaweite Noviziatsstelle für den buddhistischen Orden von Shaolin.] Abt Yongxin, der auch Abgeordneter des Nationalen Volkskongresses und Vizevorsitzender der Chinesischen Buddhistischen Vereinigung ist, nannte die Expo eine gute Gelegenheit, die traditionelle chinesische Kultur weltweit bekannt zu machen. – Seit einigen Jahren sind die Namen „Shaolin“ und „Shaolin-Tempel“ in China und anderen Ländern als geschützte Marke registriert.

Protestantische Kirche. Anfang Dezember 2009 veranstaltete das protestantische theologische Huadong-Seminar in Shanghai Aktivitäten, um bei Lehrenden und Studierenden die Achtung vor Verfassung und Gesetz zu erhöhen und die Kenntnis der Religionsvorschriften zu verbessern. Damit leistete das Seminar einem Aufruf der Nationalitäten- und Religionskommission der Stadt Shanghai Folge. An die Seminarkirche hängte man ein Transparent mit der Aufschrift „Die Expo begrüßen, den Aufbau des Rechtsstaats vorantreiben“. Gleichzeitig fand ein Expo-Wissenswettbewerb statt, an dem alle 160 Lehrer und Studenten teilnahmen.

Im September 2009 wurde mit einem „Englisch-Salon für Shanghaier Seelsorgemitarbeiter“ begonnen, und bereits im Juli veranstaltete die protestantische Zhabei-Kirche in Shanghai eine Bibelausstellung, um die Expo willkommen zu heißen.

Katholische Kirche. Die katholische Diözese Shanghai gab am 5. Dezember die Einrichtung einer sechsköpfigen Expo-Arbeitsgruppe bekannt, zu der auch Weihbischof Xing Wenzhi gehört. Genauere Expo-Pläne der Diözese wurden bislang nicht bekannt. Da in Shanghai viele Ausländer arbeiten, werden schon seit Jahren regelmäßig hl. Messen in englischer, koreanischer, französischer und deutscher Sprache angeboten. Vor der Expo werden auch einige katholische Kirchen renoviert, u.a. die Marienbasilika auf dem Sheshan.

Die Eröffnung der Expo am 1. Mai fällt für die katholi­sche Kirche mit dem Beginn der Wallfahrt zum Sheshan im Marienmonat zusammen, die schon in den letzten zwei Jahren stärkeren Einschränkungen durch die Behörden unterworfen war, nachdem Papst Benedikt den 24. Mai zum Gebetstag für die chinesische Kirche ausgerufen hatte (vgl. China heute 2008, Nr. 3, S. 67-71; 2009, Nr. 2, S. 76f.). In den gleichen Monat fällt zudem ein weiterer wichtiger Gedenktag, der 400. Todestags des großen Chinamissionars Matteo Ricci SJ am 11. Mai, dem der Shanghaier Bischof Aloysius Jin Luxian an Weihnachten 2009 bereits ein ausführliches Hirtenwort gewidmet hat.

Neues Museum im ehemaligen Waisenhaus Tushanwan. Zur Geltung kommt im Zuge der Expo vor allem das historische Erbe der katholischen Kirche in Shanghai. Im Mai 2010 soll im letzten verbleibenden Gebäude des ehemaligen katholischen Waisenhauses von Tushanwan (T’ou-se-we) ein Museum eröffnet werden, das an das Waisenhaus und seine berühmte Kunstwerkstatt erinnert. Die Kunstwerkstatt Tushanwan (Tushanwan gongyichang 土山湾工艺厂) wurde 1852 von dem spanischen Jesui­tenbruder Juan Ferrer in Xujiahui gegründet, wo die Jesui­ten in Shanghai ihre Schulen und anderen Einrichtungen konzentriert hatten. 1864 wurde ein Waisenhaus der Jesuiten nach Tu­shan­wan verlegt, die Werkstatt wurde integriert und bildete die Waisen künstlerisch und technisch aus, u.a. in Malerei, Druck, Holzschnitzerei, Glasmalerei, Fotografie u.a. Ein Bericht in der katholischen Zeitung Xinde betont, dass das Waisenhaus im Lauf seiner Geschichte insgesamt 2.500 Waisen aufnahm und die Kunstwerkstatt mehr als ein halbes Jahrhundert vor der ersten modernen Kunstaka­demie in Shanghai (1912) entstand. Die Werkstatt hat bekannte chinesische Künstler hervorgebracht, Absolventen bildeten häufig weitere Handwerker und Künstler aus.

„Wir wollen die Errungenschaften dieser wichtigen historischen Epoche sichtbar machen, die eine Generation technischer Meister beeinflusst hat und für den Aufbau des neuen China entscheidend war“, sagte der stellvertretende Direktor des Kulturbüros des Bezirks Xuhui (heutiger Name von Xujiahui) in der Zeitung Shanghai Daily vom 3. August 2009. Die Werkstatt „bildete nicht nur chinesische Waisen für ein produktives Leben aus, sondern stellte Holzarbeiten und Gemälde von außerordentlicher Qualität her und war führend in der Entwicklung der Drucktechnik“, heißt es in der Zeitung.

Nachdem der Plan für das Museum im August 2008 bekannt gemacht wurde, habe man mit der Suche nach alten Kunsterzeugnissen begonnen und auch private Erinnerungsstücke und Erinnerungen an das Waisenhaus gesammelt, die meist von alten Menschen aus dem Viertel beigesteuert wurden. „Es gab kostenloses Essen, kostenlose Kleidung und Ausbildung. Ohne das Waisenhaus wäre ich heute nicht da“, zitiert die Zeitung einen früheren Bewohner, der sich auch daran erinnert, dass die ausländischen Missionare gut Chinesisch sprachen. Im Stadtviertel wurde auch ein Malwettbewerb zur Erinnerung an das alte (durch die Modernisierung praktisch ganz verschwundene) Tu­shan­wan durchgeführt, dessen Ergebnisse ebenfalls im Museum gezeigt werden sollen.

Große Beachtung fand die Wiederentdeckung eines fast hundert Jahre alten Ehrenbogens (pailou) aus der Werk­statt von Tushanwan. Er wurde von den Waisen ebenfalls für eine Weltausstellung hergestellt, nämlich für den chinesischen Pavillon auf der Panama-Pacific International Exhibition in San Francisco, die 1915 (die chinesischen Medienberichte nennen allerdings 1912 und 1913) stattfand. Der fast 6 Meter hohe, mit geschnitzten Löwen etc. reich verzierte Torbogen im chinesischen Stil wurde auch auf den Weltausstellungen in Chicago 1933 und New York 1939 gezeigt. Später veräußerte ein amerikanischer Käufer ihn in Einzelteilen weiter. Dank eines Sammlers in Schweden, der größere Teile des Bogens besaß, kehrte er im August 2009 zu seiner „4. Expo“ nach Shanghai zurück. Etwa zwei Drittel des Bogens sind erhalten, der Rest soll bei der Restaurierung vorsichtig ergänzt werden. Er soll das Prunkstück des neuen Tushanwan-Museums werden.

Der Vatikan, der auf den Weltausstellungen in der Regel mit einem eigenen Stand vertreten ist, ist auf der offiziellen Webseite der Shanghaier Expo (en.expo.cn) nicht unter den teilnehmenden Ländern aufgelistet.

Eine Ricci-Wanderausstellung wird vom 2. April bis zum 23. Mai 2010 – also auch während der Expo-Eröffnung und Riccis 400. Todestag – im Shanghai Museum zu sehen sein. Die Ausstellung mit dem Titel „Matteo Ricci. Incontro di civiltà nella Cina dei Ming“ (Kulturelle Begegnung im China der Ming; chin. Titel „Li Madou – Ming mo zhong-xi kexue jishu wenhua jiaorong de shizhe“ 利玛窦 — 明末中西科学技术文化交融的使者, www.limadou.it) wird auf italienischer Seite von der Region Marche organisiert, in der Riccis Geburtsstadt Macerata liegt, zusammen mit dem Komitee für die Feier des 400. Todestages Matteo Riccis. Diesem Komitee gehören neben verschiedenen staatlichen und kommunalen Institutionen in den Marche auch die Diözese Macerata, die italienischen Jesuiten und die Stiftung Johannes Paul II. für die Jugend an. Die Ausstellung war vorher im Hauptstadtmuseum in Beijing zu sehen (6. Februar bis 20. März) und wird vom 4. Juni bis 25. Juli 2010 in Nanjing gezeigt. Sie steht unter dem Patronat des Präsidenten der Republik Italien.

Judentum. Auch der über 20.000 jüdischen Emigranten, die durch Shanghais offene Visapolitik in den 1930er und 1940er Jahren gerettet werden konnten, wird im Expo-Jahr gedacht. Die Veranstaltungsreihe „Remembering the past and creating a new future: Jewish refugees and Shanghai“ wird von März bis Oktober 2010 vom Deutschen Generalkonsulat in Kooperation mit dem Shanghai Jewish Refugees Museum organisiert. Dazu wird es im Museum in der ehemaligen Ohel Moshe-Synagoge im Shanghaier Viertel Hongkou eine Sonderausstellung, außerdem Buchlesungen, Vorträge und Filmvorführungen geben. Wie der deutsche Generalkonsul Albrecht von der Heyden erklärte, sollen die Aktivitäten den Dank zum Ausdruck bringen für die damals von den chinesischen Bürgern und der Stadt Shanghai gezeigte Bereitschaft, die verfolgten Juden aufzunehmen. – Der israelische Expo-Pavillon wird in einem eigenen Bereich ebenfalls der Geschichte der jüdischen Flüchtlinge in Shanghai gedenken.

Die Expo zeigt erneut, dass von den Religionen in China generell, aber besonders bei nationalen Großprojekten staatstragendes Verhalten erwartet wird. „Segenserflehungsaktivitäten“ finden mitunter sogar im Rahmen politischer Gremien (PKK) oder unter Beteiligung von Regierungsvertretern (Qibao-Tempel) statt. Gleichzeitig versuchen die Behörden, den „Risikofaktor“ Religion zu minimieren. Auch als Wirtschaftsfaktor spielt Religion eine wachsende Rolle. Deutlich wird aber vor allem, dass die religiöse Kultur – die christliche Missionsgeschichte eingeschlossen – zunehmend selbstverständlich als Teil des kulturellen Erbes gesehen wird.

Katharina Wenzel-Teuber

Quellen: www.sara.gov.cn (12.02.; 12.03.2010); www.wuys.com/news/Article_Show.asp?ArticleID=29434; www.jsmzzj.gov.cn/art/2010/1/29/art_11_5541.html. – www.mslxx.cn/News/Html/3560.html; www.mzb.com.cn/html/report/116772-1.htm; www.chinahalal.com/bbs/viewthread.php?tid=839; South China Morning Post 27.02.2010; en.wikipedia.org/wiki/Yiwu; www.ywchurch.com. – www.crcca.net/dlgatdt/fjdlgat/23794.htm; Beijing Review 12.11.2009. – www.ccctspm.org (16.07.; 16.09.; 14.12.2009). – Xinde 20.12.2009; Shanghai Daily 3.08.2009 nach www.china.org.cn/living_in_china/news/2009-08/03/content_18254798.htm; www.shanghai.gov.cn/shanghai/node17256/node18151/userobject22ai32965.html; www.erenlai.com/index.php?aid=2727&lan=3. – www.shanghai.diplo.de; Xinhua 2.03.2010.

Aus: China heute 2010, Nr. 1, S. 4-7.



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