Das China-Zentrum e.V. besteht seit 1988. Der als gemeinnützig anerkannte Verein fördert Begegnungen und den Austausch zwischen den Kulturen und Religionen im Westen und in China.

“Das Kloster wird ein chinesisches Haus sein”: Die Inkulturation der Kirche Chinas aus der Perspektive der Geschichte des katholischen monastischen Leben

Die Geschichte der christlichen monastischen Präsenz in China zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert gewährt uns einen außergewöhnlichen, wenn bisher auch vernachlässigten oder unterbewerteten Blick auf den Prozess der Inkulturation der katholischen Kirche Chinas im Verlauf der Geschichte. Lässt man einige Seiten dieser Geschichte durch die Linse der Inkulturation Revue passieren, gewinnt man anregende Einsichten aus der Vergangenheit der katholischen Kirche Chinas für die katholische Kirche Chinas der Gegenwart.
In China war, wie anderswo auch, das monastische Leben ein wesentlicher Teil des kirchlichen Lebens und sollte es ja auch sein mit seinen Auftrag der Teilnahme an der Verkündigung des Evangeliums. Das monastische Leben und der Auftrag der Kirche zur Verbreitung des Glaubens sind nicht voneinander zu trennen. Dies wurde in den Jahren nach dem II. Vatikanischen Konzil immer wieder betont und weiter ausgestaltet, wobei der Schwerpunkt auf das Gemeinschaftsleben als der spezifischen Form des monastischen Zeugnisses gelegt wurde. Kontemplation und Mission sind unzertrennlich miteinander verbunden. So betrachtet sind Klöster sowohl Orte der Kontemplation als auch Orte der Aktivität und Mission, was aber nicht heißt, dass sie nun zulassen, dass sie in pastoralen Aktivitäten der Kirche aufgehen, sondern bedeutet, dass sie zu Orten werden, an denen das Gebet zum Herzstück des christlichen Lebens wird, und wo das Schweigen und das Hören zum pädagogischen Medium für all jene werden, die Erneuerung suchen oder ein tieferes Verständnis ihrer eigenen Innenwelt erstreben.
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