Das China-Zentrum e.V. besteht seit 1988. Der als gemeinnützig anerkannte Verein fördert Begegnungen und den Austausch zwischen den Kulturen und Religionen im Westen und in China.

Der Tod des letzten chinesischen Geistlichen und die Hoffnung auf eine neue Zukunft der Chinesischen Orthodoxen Kirche

Piotr Adamek

In Shanghai ist am 5. März 2017 nach langen Krankheit der älteste chinesische Geistliche der Orthodoxen Kirche in China, Protodiakon Evangel Lu Yafu 卢亚夫, gestorben. Die Chinesische Orthodoxe Kirche verliert mit ihm den letzten vor der Kulturrevolution geweihten Kleriker.
Evangel Lu Yafu wurde am 21. April 1927 in Peking geboren. Seine Familie lebte im Nordosten der Stadt in der Nähe der Pekinger Orthodoxen Mission (sog. Beiguan – Nordhof) und er selbst wurde schon als Kind getauft. Als Jugendlicher besuchte er die chinesisch-russische Grundschule der Mission. Im Alter von 23 Jahren nahm er zusammen mit den späteren Priestern Gregor Zhu Shipu und Alexander Du Lifu und anderen an einem einjährigen Seminar für die Vorbereitung der zukünftigen Geistlichen in der Orthodoxen Mission teil und wurde dann im Juni 1950 vom letzten Vorsteher der Pekinger Orthodoxen Mission, Viktor Svjatin, in der Pekinger Kirche St. Innocent zum Diakon geweiht. Ein Jahr später folgte Evangel Bischof Simeon Du nach Shanghai, wo dieser zum Haupt der Diözese erhoben wurde. 1951 bekam er den Ehrentitel des Protodiakons. Die Priesterweihe lehnte er konsequent ab, da er sich dazu nicht würdig fühlte. In Shanghai diente Evangel Lu 14 Jahre lang in der Domkirche der Mutter Gottes Helferin der Sünder. Als die Kirche 1965 geschlossen wurde, wurde ihm Arbeit in der Stadtverwaltung im Immobilienbereich zugewiesen, wo er bis zu seiner Pensionierung blieb.
[mehr...] (S. 7-8)

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