Das China-Zentrum e.V. besteht seit 1988. Der als gemeinnützig anerkannte Verein fördert Begegnungen und den Austausch zwischen den Kulturen und Religionen im Westen und in China.

Die 9. Nationalversammlung der Vertreter der katholischen Kirche Chinas und der sino-vatikanische Dialog

Unmittelbar nach dem Weihnachtsfest, vom 27. bis 29. Dezember 2016, tagte in Beijing die Nationalversammlung der Vertreter der chinesischen katholischen Kirche, das höchste Leitungsgremium der offiziellen katholischen Kirche.
Die staatliche Religionspolitik sieht vor, dass die Nationalversammlungen der fünf anerkannten Religionen Chinas alle fünf Jahre einberufen werden. Sie wählen die Leitung der offiziellen Organe der jeweiligen Religion (im katholischen Fall sind dies die Patriotische Vereinigung und die offizielle Bischofskonferenz), verabschieden deren Statuten und legen Arbeitsziele für die kommenden Jahre fest. Im Hinblick auf die offiziellen katholischen Leitungsgremien hatte Papst Benedikt XVI. 2007 in seinem Brief an die chinesische Kirche (Nr. 7) festgestellt, dass diese vom Staat gewollten Organe, die sich in der Leitung der Kirche über die Bischöfe stellen, der Struktur der Kirche fremd und nicht mit der katholischen Lehre vereinbar seien. Beide Organe haben in ihren Statuten das Prinzip der [in diesem Fall gemeint: von Rom] unabhängigen und autonomen Selbstverwaltung (duli zizhu ziban yuanze 独立自主自办原则) der Kirche fest­geschrieben. Die offizielle Bischofskonferenz wird zudem deshalb nicht von Rom anerkannt, weil in ihren Reihen die vom Staat nicht anerkannten „Untergrundbischöfe“ (derzeit rund 30) fehlen und von Rom nicht anerkannte Bischöfe (derzeit 7) vertreten sind.
[mehr...]

Teilen Sie diesen Artikel

Nach oben scrollen