Das China-Zentrum e.V. besteht seit 1988. Der als gemeinnützig anerkannte Verein fördert Begegnungen und den Austausch zwischen den Kulturen und Religionen im Westen und in China.

Die Verbindung von Menschlichkeit und Göttlichkeit im religiösen Daoismus in China

Florian C. Reiter

Streng gesehen ist die Titelfassung geeignet irrezuführen, stellt sie doch für den religiösen Daoismus Menschlichkeit und Göttlichkeit als zwei separate Elemente nebeneinander, was dem allgemeinen, unreflektierten Verständnis vom Menschenbild in der westlichen Kultur zu entsprechen scheint. Wir gehen von einer Schöpfungsgeschichte aus, wonach Gottvater den Menschen nach seinem Bild und Gleichnis schuf, zunächst den Mann und die Frau nachfolgend aus einer Rippe des Mannes. Dieses Paar, Adam und Eva, lebte in einem Paradies bis zu jenem Sündenfall, ausgelöst durch Eva, die Adam von einem in verbotener Weise gepflückten Apfel essen ließ, so dass das Paar und mit ihm die Menschheit aus dem Paradies verwiesen wurde. Wir wollen diese Geschichte mit ihren religiösen Weiterungen nicht weiter diskutieren, sondern sie soll hier bewusst machen, dass wir Prämissen ausblenden wollen, die in China unbekannt sind. Wir treffen auf ein anderes Verständnis des menschlichen Lebens, welches in eindrucksvoller Weise im religiösen Daoismus zum Tragen kommt. Wenn wir vom religiösen Daoismus sprechen, wollen wir verdeutlichen, was der Begriff uns bedeutet.
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