Das China-Zentrum e.V. besteht seit 1988. Der als gemeinnützig anerkannte Verein fördert Begegnungen und den Austausch zwischen den Kulturen und Religionen im Westen und in China.

Neue Seidenstraßen − Öffnung auch für Kulturen und Religionen?

Wenn Staats- und Parteichef Xi Jinping das Konzept der Seidenstraße in die Gegenwart holt, dann spielt er mit den Assoziationen der Vergangenheit. Er will Erinnerungen wecken an eine Zeit, in der China der Nabel der Welt war, chinesische Erfindungen wegweisend und der Hof des chinesischen Kaisers ein Machtzentrum. Die historische Seidenstraße steht für die Vernetzung von Wirtschaft, den Transfer von Wissen, aber vor allem auch für einen intensiven Kulturaustausch, ohne den die Religionsvielfalt im heutigen China nicht denkbar wäre. Das Christentum, der Buddhismus und der Islam fanden ihren Weg über die Seidenstraße nach China. Die Kultstätten vergangener Jahrhunderte und auch der Gegenwart sind in keiner Region des Landes so präsent wie entlang der Seidenstraße. Wenn Staats- und Parteichef Xi Jinping nun also in seinen Reden die neue Seidenstraßen-Strategie propagiert, im Namen der „neuen Seidenstraße“ gigantische Infrastrukturprojekte auflegen lässt und sowohl eine vertiefte Vernetzung Zentralasiens mit China anstrebt als auch die Erschließung des maritimen Raums von Süd- und Südostasien vorantreibt, stellt sich die Frage, in welchem Maße er auch eine Wiederbelebung des Austausches von Religion und Kultur im Sinn hat.
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