Das China-Zentrum e.V. besteht seit 1988. Der als gemeinnützig anerkannte Verein fördert Begegnungen und den Austausch zwischen den Kulturen und Religionen im Westen und in China.

Vatikan und China: Vorläufiges Abkommen zur Ernennung von Bischöfen und Botschaft von Papst Franziskus an die Katholiken in China

Botschaft von Papst Franziskus an die Katholiken in China


Papst Franziskus wandte sich am 26. September 2018 in einer Botschaft an die Katholiken in China und die Universalkirche. Den Text finden Sie hier.

Papst Franziskus zum Abkommen


Papst Franziskus äußerte sich am Nachmittag des 25. September 2018 zu dem vorläufigen Abkommen mit China über Bischofsernennungen auf der Pressekonferenz während seines Rückflugs von Estland. Den vollen Text der Pressekonferenz in englischer Sprache können Sie hier nachlesen.

Kommentar des China-Zentrums zu dem Abkommen über Bischofsernennung, Stand Vormittag des 25.09.2018 PDF


Am 22. September 2018 haben der Heilige Stuhl und die Volksrepublik China ein „vorläufiges Abkommen“ über die Ernennung der chinesischen Bischöfe geschlossen. Es ist das erste offizielle Abkommen überhaupt zwischen dem Vatikan und dem kommunistischen Staat. Die Streitfrage, wer das Recht auf Ernennung chinesischer Bischöfe hat, war seit 1958 zwischen Rom und Beijing ungelöst. [mehr...]

Dokumentation PDF


Kommuniqué über die Unterzeichnung eines vorläufigen Abkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China über die Ernennung von Bischöfen


22. September 2018

Im Rahmen der Kontakte zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China, die sich seit einiger Zeit mit kirchlichen Fragen von gemeinsamem Interesse befassen und weitere Verständigung fördern sollen, fand heute, am 22. September 2018, in Beijing ein Treffen zwischen Monsignore Antoine Camilleri, Unterstaatssekretär für die Beziehungen des Heiligen Stuhls zu den Staaten, und Seiner Exzellenz Wang Chao, stellvertretender Außenminister der Volksrepublik China, den jeweiligen Leitern der Delegationen des Vatikans und Chinas, statt.

Im Rahmen dieses Treffens unterzeichneten die beiden Vertreter eine vorläufige Vereinbarung über die Ernennung der Bischöfe.

Dieses vorläufige Abkommen, welches das Ergebnis einer schrittweisen und gegenseitigen Annäherung ist, wird nach einem langen Prozess sorgfältiger Verhandlungen abgeschlossen und sieht regelmäßige Evaluierungen seiner Umsetzung vor. Es geht um die Ernennung der Bischöfe, die für das Leben der Kirche von großer Bedeutung ist, und schafft die Voraussetzungen für eine breitere Zusammenarbeit auf bilateraler Ebene.

Es ist unsere gemeinsame Hoffnung, dass dieses Verständnis einen fruchtbaren und weitsichtigen Weg des institutionellen Dialogs fördert und positiv zum Leben der katholischen Kirche in China, zum Wohle des chinesischen Volkes und zum Frieden in der Welt beiträgt.

(Originaltext in Italienisch, hier nach einer deutschen Übersetzung von Vatican News; www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2018-09/china-heiliger-stuhl-abkommen-bischoefe-ernennung-mitteilung.html)


VATIKAN - Mitteilung über die Katholische Kirche in China


22. September 2018

Um die Verkündigung des Evangeliums in China zu fördern, hat der Heilige Vater Papst Franziskus entschieden, die verbleibenden „offiziellen“ Bischöfe, die ohne Päpstliches Mandat geweiht wurden, in die volle kirchliche Gemeinschaft aufzunehmen: Bischof Joseph Guo Jincai, Bischof Joseph Huang Bingzhang, Bischof Paul Lei Shiyin, Bischof Joseph Liu Xinhong, Bischof Joseph Ma Yinglin, Bischof Joseph Yue Fusheng, Bischof Vinzenz Zhan Silu und Bischof Anton Tu Shihua, O.F.M. (der vor seinem Tod am 4. Januar 2017 den Wunsch geäußert hatte, mit dem Heiligen Stuhl vereint zu werden).

Papst Franziskus hofft, dass mit den getroffenen Entscheidungen ein neuer Weg eingeschlagen werden kann, der es uns ermöglicht, die Wunden der Vergangenheit zu heilen, indem wir die volle Gemeinschaft aller chinesischen Katholiken verwirklichen.

Die katholische Gemeinschaft in China ist aufgerufen, in größerer brüderlicher Zusammenarbeit zu leben, um die Verkündigung des Evangeliums mit neuem Engagement voranzubringen. Denn die Kirche existiert, um Jesus Christus und die vergebende und rettende Liebe des Vaters zu bezeugen.

(Originaltext in Italienisch, hier nach einer deutschen Übersetzung von Fides 22/9/2018; www.fides.org/de/news/64803-VATIKAN_Mitteilung_ueber_die_Katholische_Kirche_in_China)


VATIKAN - Diözese Chengde errichtet


22. September 2018

Um die Seelsorge in der Gemeinde des Herrn zu unterstützen und ihr geistliches Wohl wirksamer zu fördern, hat der Heilige Vater Papst Franziskus entschieden, auf dem chinesischen Festland die Diözese Chengde zu errichten. Sie wird Suffraganbistum von Beijing, mit bischöflichem Sitz in der Kathedralkirche Jesu des Guten Hirten, in dem administrativen Bezirk Shuangluan.

Ein bedeutender Teil des Territoriums der neuen Diözese gehörte in der Vergangenheit zum Apostolischen Vikariat der Ostmongolei, das am 21. Dezember 1883 errichtet und mit der Bulle Quotidie Nos von Papst Pius XII. vom 11. April 1946 zur Diözese Jehol/Jinzhou erhoben wurde.

Die neue kirchliche Einheit befindet sich in der Provinz Hebei. Das Gebiet liegt innerhalb der derzeitigen zivilen Verwaltungsgrenzen der „Stadt Chengde" und umfasst somit acht ländliche Kreise (Chengde, Xinglong, Pingquan, Luanping, Longhua, Fengning, Kuancheng und Weichang) und drei Bezirke (Shuangqiao, Shuangluan und Yingshouyingzikuang).

Infolgedessen wurden die kirchlichen Grenzen der Diözesen Jehol/Jinzhou und Chifeng geändert, da ein Teil ihres Territoriums nun der neuen Diözese Chengde zugewiesen wurde. Diese hat eine Fläche von 39.519 km² und eine Bevölkerung von rund 3,7 Millionen Einwohnern. Nach jüngsten Daten gibt es etwa 25.000 Katholiken, die auf zwölf Gemeinden verteilt sind, in denen sieben Priester, ein Dutzend Ordensfrauen und einige Seminaristen im pastoralen Dienst eingesetzt sind.

(Originaltext in Italienisch, hier nach einer deutschen Übersetzung von Fides 22/09/2018; www.fides.org/de/news/64804)


Erklärung von Staatssekretär Kardinal Parolin zur Unterzeichnung des vorläufigen Abkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China bezüglich der Nominierung von Bischöfen


Die Unterzeichnung eines vorläufigen Abkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China über die Ernennung von Bischöfen ist von großer Bedeutung, insbesondere für das Leben der Kirche in China, für den Dialog zwischen dem Heiligen Stuhl und der Regierung dieses Landes sowie für die Förderung eines Horizonts des Friedens in dieser Zeit, in der wir so viele Spannungen auf internationaler Ebene erleben.

Das Ziel des Heiligen Stuhls ist pastoral: Der Heilige Stuhl will die Bedingung für eine größere Freiheit, Autonomie und Organisation schaffen oder dazu einen Beitrag leisten, so dass die katholische Kirche sich der Sendung der Verkündigung des Evangeliums widmen kann und auch zum Wohlergehen und zum geistlichen und materiellen Wohlstand und zur Harmonie des Landes, jedes Menschen und der Welt als Ganzes beiträgt.

Und heute sind zum ersten Mal alle Bischöfe in China in Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom, mit dem Nachfolger Petri. Und Papst Franziskus, wie es seine unmittelbaren Vorgänger auch schon getan haben, schaut mit besonderer Aufmerksamkeit auf das chinesische Volk. Was jetzt gebraucht wird, ist Einheit, ist Vertrauen und ein neuer Impuls. Gute Hirten zu haben, anerkannt vom Nachfolger Petri – vom Papst – und von den legitimen zivilen Behörden. Und wir glauben – wir hoffen, wir hoffen –, dass das Abkommen ein Mittel für diese Ziele und Absichten sein wird, unter Mitwirkung aller.

Der Papst vertraut der katholischen Gemeinschaft in China – den Bischöfen, Priestern, Ordensleuten und Gläubigen – vor allem die Verpflichtung an, konkrete brüderliche Gesten der Versöhnung untereinander zu machen und so vergangene Missverständnisse, vergangene Spannungen, auch die jüngsten, zu überwinden. Auf diese Weise können sie wirklich dazu beitragen und in der Lage sein, die Pflicht der Kirche, die die Verkündigung des Evangeliums ist, zu erfüllen und gleichzeitig zum Wachstum, zum geistlichen und materiellen Wachstum ihres Landes sowie zum Frieden und zur Versöhnung in der Welt beizutragen.

(Originalerklärung in Englisch, deutsche Übersetzung nach Vatican News 22.09.2018; das Video ist nachzuhören auf: www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2018-09/china-heiliger-stuhl-abkommen-bischoefe-ernennung-parolin.html)


Greg Burke: Das Abkommen zwischen dem Heiligen Stuhl und China hat pastorales Ziel


Der Direktor des Presseamtes des Heiligen Stuhls, Greg Burke, gab die folgende Erklärung zu dem vorläufigen Abkommen über die Ernennung von Bischöfen, das am Samstag vom Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China unterzeichnet wurde.

Dies ist nicht das Ende des Prozesses, sondern ein Anfang.

Es war ein Dialog, also um ein geduldiges Zuhören auf beiden Seiten, auch wenn sie von sehr verschiedenen Seiten herkommen.

Die Absicht des Abkommens ist nicht politisch, sondern pastoral. Es ermöglicht den Gläubigen, Bischöfe zu haben, die in Einheit mit Rom stehen und zur selben Zeit von den chinesischen Behörden anerkannt sind.

(Originalerklärung in Englisch gegenüber Vatican News, deutsche Übersetzung nach Vatican News 22.09.2018; www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2018-09/china-heiliger-stuhl-abkommen-bischoefe-ernennung-mitteilung.html; die Erklärung ist nachzuhören auf: media.vaticannews.va/media/audio/s1/2018/9/22/12/134632441_F134632441.mp3

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