中国中心成立于1988年. 作为非营利机构促进着中西方文化和宗教的相遇与交流.

Wellen der Sympathie und Solidarität

„Eigentlich hatte ich nur bei Freunden in China angefragt, ob sie ein paar hundert Schutzmasken organisieren könnten, damit unsere Steyler Altersheime und Krankenstationen in Deutschland ein wenig für Corona-Notfälle gewappnet sein würden. Was uns dann am 14. April von Jinde Charities erreichte, waren gleich Tausende von Masken und einige Schutzkleidung. So konnten wir nicht nur unsere Häuser für Notfälle ausrüsten, sondern auch noch einen beträchtlichen Teil an ein Altersheim in Sankt Augustin geben, das besonders hart vom Virus betroffen war.“ (P. Martin Welling SVD, Direktor China-Zentrum)
 
Nur wenige Wochen vorher waren im Februar Hilferufe aus China an das China-Zentrum gekommen mit der Bitte, Schutzausrüstung für das Corona-Epizentrum Wuhan/Hubei zu besorgen, aber es gab in Deutschland bereits nichts mehr zu kaufen. Nur wenige Sachspenden konnten noch über Caritas nach China verschickt werden. Offenbar verminderte das aber nicht die Großzügigkeit der chinesischen Katholiken!

Dieselben chinesischen „Heimatvereine“, Alumni-Verbindungen, Firmen, Schulen, christlichen Gemeinden und Privatleute in Deutschland, die im Februar noch die hiesigen Apotheken „leerkauften“, um China zu helfen, schalteten sofort um und setzten alle Hebel in Bewegung, um Ende März und im April Europa zu helfen.

Allein über das größte katholische Hilfswerk, Jinde Charities, spendeten die Katholiken Chinas zuerst einmal 15.285.944 Yuan, also fast 2 Millionen Euro, für die Katastrophenhilfe innerhalb Chinas. Hilfen über einzelne Diözesen und deren Sozialwerke nicht einmal mitgerechnet. Im März begann man mit intensiver Unterstützung auf internationaler Ebene. So transferierte Jinde z.B. bis Ende April Hilfsgüter im Wert von insgesamt über 1,5 Millionen Euro, zuerst nach Korea, dann den Großteil nach Norditalien.

Die chinesischen Gläubigen inspirierten dazu nicht nur die 600.000 Masken, die der Hl. Vater zusammen mit italienischen chinesischen Gemeinden im Februar nach China geschickt hatte, sondern auch die bewegenden Berichte über 100 ita-lienische Priester, die nicht zuletzt auch durch ihren seelsorglichen Dienst an Corona-Opfern verstorben waren, darunter etliche, die ihr Beatmungsgerät anderen, jüngeren Menschen überließen und so ihr eigenes Leben opferten.

Diese internationale Hilfe chinesischer Christen „von unten“ zeugt von einer beeindruckenden Solidarität und Nächstenliebe. Ohne eine wohlwollende Begleitung von chinesischen staatlichen Stellen bei der Versendung der Güter nach Italien wäre das alles wohl unmöglich gewesen. Die Verteilung von Schutzmasken und -kleidung geschah ganz bewusst über den Vatikan. Denn mit diesen großzügigen Spenden und Gebeten für ihre Glaubensschwestern und -brüder auch in Europa zeigen die Katholiken Chinas ihre Treue zum Papst und dass sie sich als Teil der globalen Weltkirche sehen.

In Taiwan folgten über 20.000 Menschen dem Aufruf des Kamillianer-Missionars Giuseppe Didone (80) und spendeten 150 Mio. NTD, also annähernd 5 Millionen Euro, für die italienischen Corona-Gebiete. Taiwan und China – politisch getrennt, aber eins im Geist der Caritas!

Aber auch die Gläubigen anderer Konfessionen und Religionen spendeten sehr großzügig. Mitte Februar hatten nach Angaben der Einheitsfrontabteilung der Partei die buddhistischen Kreise 207 Mio. Yuan gespendet, die Daoisten 50 Mio. Yuan, die Muslime 86,09 Mio. Yuan, die Katholiken 12,8 Mio. Yuan und die Protestanten 115,3 Mio Yuan. Dazu kamen von der protestantisch inspirierten Amity Foundation gesammelte Spenden in Höhe von 60 Mio. Yuan (inkl. zugesagter Spenden).

Ausführliche Berichte finden Sie hier in der aktuellen Ausgabe 2020/1 von China heute.

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