The China Center (China-Zentrum e.V.) has been in existence since 1988. Legally recognized as a non-profit organization, the China Center encourages encounters and exchange between cultures and religions in the West and in China.

Auszüge aus dem 1. Tagebuch von Fräulein Meta Wendt, Missionarin der Kieler und Breklumer Mission, von 1900–1949 in Beihai und Hepu, Provinz Guangxi, aufgeschrieben 1925

Die von ihr selbst als Tagebücher bezeichneten Berichte, die Meta Wendt (1873–1966) in zwei kleinen Büchlein über ihre knapp 50 Jahre währende Tätigkeit in China verfasste (das erste erschien 1927 und das zweite wurde erst 1954 veröffentlicht), waren für den damaligen Unterstützerkreis ihrer missionarischen Arbeit in Norddeutschland gedacht. Also für Menschen, die keinerlei Vorstellung vom Land der Mitte hatten, weswegen die Autorin in vielen Details ihre eigenen Beobachtungen schildert. Die Notwendigkeit, den „Heiden“ das Evangelium bringen zu müssen, weil sie sonst schutzlos den Mächten der Finsternis und ewiger Verdammnis ausgeliefert wären, wurde als selbstverständliche Annahme vorausgesetzt. Sie betonte gerne die Anrede als „Fräulein“ und hat sich auch im lokalen chinesischen Dialekt als Ku-Neung (in Mandarin guniang) anreden lassen. Einige der Überzeugungen und Ansichten von Frau Wendt müssen heute mit kritischer Distanz gesehen werden, gerade da, wo sie ein koloniales Menschenbild und Kulturverständnis widerspiegeln. Als historisches Dokument betrachtet zeugen die Texte von einer außergewöhnlichen Persönlichkeit, die sich allein und unerschrocken in den Dienst ihres Glaubens stellte. Insbesondere für Bildungschancen und Möglichkeiten der Selbstbestimmung von chinesischen Mädchen und Frauen setzte Fräulein Wendt sich konsequent ein und eröffnete die ersten Mädchenschulen in der Region. Sie nahm eine Reihe Kost- und Ziehtöchter bei sich auf, die ihr und der Missionsarbeit eng verbunden blieben. Zahlreiche Schilderungen von Verhandlungen und Auseinandersetzungen mit lokalen Amtspersonen bescheinigen ihr Durchsetzungsvermögen und den ihr entgegengebrachten Respekt. [mehr...]

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