Hier informiert Sie das China-Zentrum zur Situation der Religionen und der christlichen Kirchen in China.

Chronik zu Religion und Kirche in China 1. Januar bis 31. März 2013

2. Januar 2013:
Islamische Gruppen fordern mehr Moscheen für Hongkong
Hongkong sollte mehr Moscheen und Gemeinschaftszentren für die anwachsende muslimische Bevölkerung bauen, forderte die Föderation der Muslimischen Vereinigung in Hongkong. Khan Muhammad Malik, Vorsitzender der Vereinigung, sagte auf einer Pressekonferenz am 2. Januar, dass die Zahl der Moscheen in der Stadt gleich geblieben sei, obwohl die islamische Bevölkerung in den vergangenen fünf Jahrzehnten um das Fünffache angestiegen sei. Auch betonte er, dass es zu wenig öffentliche Orte gebe, an denen sich die Muslime als Gemeinschaft versammeln könnten. In Hongkong gibt es fünf Moscheen, vier auf der Insel und eine in Tsim Sha Tsui. Malik wollte den Bau von neuen Moscheen vor allem in den New Territories, da dort viele Muslime leben. Er schätzte die Zahl der Muslime in Hongkong auf ca. 200.000. Die Regierung solle zudem Versammlungshallen für die islamische Bevölkerung einrichten, wo sie auch ihre Kinder unterrichten könne. Die Bevölkerung könne es sich finanziell nicht leisten, selbst Gebäude anzumieten (South China Morning Post 2.01.2013).

7. Januar 2013:
Zweijährige Schließung des Montecorvino-Priesterseminars in Taiyuan wird bekanntgegeben

Der Beschluss fiel am 6. Januar während eines vom Religionsbüro der Provinzregierung einberufenen Treffens, an dem die Leiter der acht Diözesen der Provinz teilnahmen. Dies berichtete UCAN unter Berufung auf örtliche Quellen. Bischof Huo Cheng, Vorsitzender des gleichzeitig aufgelösten Seminarvorstands, gab den Beschluss am 7. Januar bekannt. Während der zweijährigen Schließung soll das Seminar reorganisiert werden. Koadjutorbischof Meng Ningyou von Taiyuan wurde mit der Aufsicht über die Reformmaßnahmen beauftragt. Das Staatliche Büro für religiöse Angelegenheiten werde das Seminar evaluieren und die Wiederaufnahme von Studenten erlauben, falls das Seminar dann den vorgeschriebenen Standards hinsichtlich Lehrpersonal, Finanzen, Bibliothek etc. entspreche, hieß es bei UCAN.
Seit 2011 gab es Auseinandersetzungen zwischen dem Seminarvorstand und den staatlichen Behörden über die Besetzung des Rektorenpostens (vgl. Eintrag vom September 2011), die Zahl der Seminaristen fiel in dieser Zeit von 70 auf 28 Anfang 2013. Die Seminaristen kehrten nun zunächst in ihre Diözesen zurück. Die Kurse des auf dem Seminargelände bestehenden Ausbildungszentrums für Ordensschwestern werden aber weitergeführt (UCAN 11.01.2013).

7. Januar – 3. März 2013:
Geplante Änderungen am System der Arbeitslager zur Umerziehung
Einem Bericht von Xinhua zufolge haben im Vorfeld des Nationalen Volkskongresses einige Abgeordnete eine Reform der umstrittenen Arbeitslager befürwortet, in denen Menschen durch die Polizei ohne Gerichtsverfahren zu bis zu vier Jahren „Umerziehung“ verurteilt werden können. Sie argumentieren, dass das System der Arbeitslager eine Schande für das Image Chinas sei und dringend einer Reform bedürfe, da es den Prinzipien der Regierung durch das Recht und der Gerechtigkeit, welche das Land verfolge, widerspreche. Es wurde außerdem darauf hingewiesen, dass dieses System gegen verschiedene Gesetze wie das Gesetzgebungsgesetz und das Verwaltungsstrafgesetz verstoße und auch mit der Konvention der Menschenrechte, die von China unterzeichnet wurde, nicht zu vereinbaren sei. Das 1957 verabschiedete Gesetz zur Umerziehung ist laut Xinhua als außergerichtliche Bestrafung anfällig für den Missbrauch durch die Polizei, erschwert es, in der Bevölkerung ein Rechtsbewusstsein zu entwickeln und behindert Chinas Bemühungen um eine Regierung durch das Gesetz. Das System der Arbeitslager mache der Bevölkerung Angst, denn es werde weder kontrolliert noch von höherer Stelle überwacht.
Laut AsiaNews hat die Regierung seit Dezember 2012 damit begonnen, Gefangene aus den Arbeitslagern vorzeitig zu entlassen, die dann für die Dauer ihrer restlichen Strafe unter Hausarrest stehen. Dies treffe auch auf einige pro-demokratische Dissidenten zu, jedoch nicht auf katholische Bischöfe und Priester, die wegen ihrer Loyalität zum Hl. Stuhl zur Umerziehung in Arbeitslagern festgehalten werden.
Nach Angaben des Büros für Umerziehung im Justizministerium gab es 2008 in China 350 Arbeitslager, in denen 160.000 Personen festgehalten wurden. Wegen unterschiedlicher offizieller Verlautbarungen ist bis jetzt unklar, ob das System der Umerziehung in Arbeitslagern reformiert, abgeschafft oder durch ein anderes System der administrativen Internierung ersetzt werden wird (AsiaNews 15.02.2013; Human Rights Watch 8.01.2013; South China Morning Post 8.01.2013; The Guardian 7.01.2013; UCAN 8.01.2013; Xinhua 3.03.2013).

11.–13. Januar 2013:
Ökumenisches Jugendtreffen in Hongkong
30 junge Christen verschiedener Denominationen kamen im Vorfeld der Gebetswoche für die Einheit der Christen zu den von der Katholischen Diözesanen Jugendkommission organisierten Einkehrtagen zusammen. Für viele war es das erste Mal, dass sie in ungezwungener Atmosphäre mit Christen anderer Konfessionen beten und Erfahrungen austauschen konnten. Die Jugendlichen besuchten ein Gefängnis und ein Missionshaus, machten einen Ausflug zum ältesten katholischen Kloster und einer 110 Jahre alten anglikanischen Schule, um so besser den historischen Beitrag des Christentums für die Gesellschaft zu verstehen (UCAN 16.01.2013).

13. Januar 2013:
Staatliches Büro für religiöse Angelegenheiten veröffentlicht Arbeitspläne für 2013
Neu ist darin die Ankündigung, dass die Frage des Status religiöser Versammlungs- und Ausbildungsstätten als juristische Personen (faren 法人) untersucht werden soll mit dem Ziel, entsprechende Rechtsvorschriften zu formulieren. Die Daoistische Vereinigung soll angeleitet werden, Bestimmungen für die Anerkennung „verstreut [also nicht in Klöstern] lebender daoistischer Mönche“ (sanju daoshi 散居道士) festzulegen – eine offenbar relativ schwer zu regulierende Gruppe im Bereich der religiösen Amtsträger, der ansonsten bereits weitgehend durch Bestimmungen geregelt ist. Die schon vor einem Jahr angekündigte Datenbank zu religiösen Versammlungsstätten, Amtsträgern, Gemeinschaften und Ausbildungsstätten wird weiter aufgebaut, sie soll später online zugänglich sein. „Tibet- und Xinjiang-Arbeit“ führt die Liste der Arbeitsschwerpunkte 2013 an. Ferner sollen bei den Buddhisten und Daoisten Tempel und Klöster auf Unregelmäßigkeiten überprüft werden, bei den Muslimen weiterhin Probleme bezüglich des Hadsch untersucht und geregelt werden. Bei den Katholiken sollen die Wahl und Weihe von Bischöfen vorangetrieben und patriotische Kräfte herangebildet werden. Bei den Protestanten sollen „die Erfolge in der angemessenen Behandlung privater Versammlungsstätten konsolidiert“ werden. Bei allen Religionen wird auch der behördlich angeleitete „geistige und kulturelle Aufbau“ fortgesetzt. Im katholischen Bereich wird hier u.a. der „Aufbau inkulturierten theologischen Denkens“ angestrebt, parallel zum (bereits 1998 initiierten) „Aufbau theologischen Denkens“ im Protestantismus, dessen Ergebnisse weiter verbreitet werden sollen. Im Bereich des internationalen religiösen Austauschs wird in den Arbeitsplänen v.a. der islamische Kulturaustausch mit der Türkei erwähnt. Zu Chinabesuchen werden 2013 die „Religionsminister“ der Malediven, Bruneis, Indonesiens und der Türkei erwartet, ferner der russisch-orthodoxe Moskauer Patriarch Kyrill. Zwei protestantische Foren stehen auf dem Programm, ein chinesisch-amerikanisches und eines mit protestantischen Kreisen Taiwans.
Bei den meisten der hier in Auswahl vorgestellten Punkten handelt es sich um die Fortführung bereits bestehender Policies (www.sara.gov.cn 18.01.2013).

14.–19. Januar 2013:
Seminar über „Priesterliche Charakter­reifung und klerikales Leben“ in Shijia­zhuang
Nach einem Bericht der katholischen Zeitung Xinde trafen sich 19 junge Priester aus verschiedenen Diözesen Chinas im Januar zu dem vom Faith Institute for Cultural Studies in Shijiazhuang (Hebei) veranstalteten kommunikativen Weiterbildungsseminar. In dem von Gesprächen und Vorträgen von Dr. Chen Tianzhi aus der Diözese Qingdao (der erste chinesische Priester, der in Pastoralpsychologie promoviert ist [University of Baltimore]) geprägten Seminar war man sich einig, dass es äußerst wichtig für heutige Priester ist, mit ihrer emotionalen und affektiven Seite umgehen zu können. Die Probleme reichen vom Umgang mit Sexualität über Internetsucht bis hin zu Erfahrungen, wie z.B. die Bewunderung von Katholikinnen für junge Priester leicht in einer Liebesbeziehung enden kann. Vier Aspekte sollen helfen, in diesem Lebensbereich zu reifen: 1. die Wahrnehmung, dass der eigentliche Schatz des priesterlichen Zölibats darin liegt, dass er ein wertvolles Geschenk ist, das Christus selbst seiner Kirche gegeben hat; 2. die Intensivierung der Christusbeziehung im innersten Herzen des Priesters angesichts einer säkularisierten Welt und ihrer Verführungen; 3. die Stärkung interpersonaler Kommunikationsfähigkeit; 4. die intellektuelle und reflektierende Beschäftigung mit der Umwelt und einem entsprechenden klugen Selbstschutz. So wird als priesterliches Ideal angestrebt, „echte Hirten ohne jede Falschheit“ zu werden (Xinde 21.01.2013).

18. Januar 2013:
Veröffentlichung der offiziellen Statistik zur Verteilung der Einkommen
Das Nationale Statistikbüro hat den Gini-Koeffizienten für China veröffentlicht. Es handelt sich dabei um eine Maßzahl, die Werte zwischen 0 und 1 annehmen kann und von Wirtschaftswissenschaftlern allgemein benutzt wird, um abzuschätzen, wie stark die Unterschiede bei der Einkommensverteilung in einem Staat sind. Je höher der Gini-Koeffizient ist, desto größer ist demnach die Ungleichheit bei den Einkommen.
Nach Angaben des Nationalen Statistikbüros erreichte der Gini-Koeffizient in China im Jahr 2012 den Wert von 0,474 und lag damit über dem Warnniveau von 0,4, welches von den Vereinten Nationen festgelegt wurde und den Schwellenwert angibt, oberhalb dem es zu sozialer Unzufriedenheit kommt. Im Jahr 2000 betrug der Gini-Koeffizient 0,412. Nachdem er infolge der Wirtschaftskrise 2008 auf 0,491 angestiegen war, ist er seitdem von Jahr zu Jahr wieder etwas abgefallen, trotzdem zeigt er, dass die Einkommensunterschiede in China immer noch sehr groß sind. Es besteht ein dreifacher Unterschied zwischen ländlichen und städtischen Gebieten und ein vierfacher Unterschied zwischen Arbeitern in den profitabelsten Industriebereichen und Arbeitern in den am wenigsten lukrativen Industrien. Auch haben die Städter mit niedrigem Einkommen kaum vom Wirtschaftswachstum profitiert. Es wird vermutet, dass das seit 2009 zu beobachtende langsame Absinken des Gini-Koeffizienten nicht nur eine Folge der stärkeren staatlichen Unterstützung der Landbevölkerung sowie der Arbeiter im Niedriglohnbereich ist, sondern sich auch aus der zunehmenden Abwanderung von Landbewohnern in die Städte ergibt, wo die Löhne höher sind (Reuters 18.01.2013; Staff Reporter 21.1.2013; Xinhua 18.01.2013).

23. Januar 2013:
Papst Benedikt XVI. trifft erstmals Generalsekretär der Kommunistischen Partei Vietnams
Wie aus dem Vatikan verlautete, wurde bei dem 30-minütigen Gespräch die Hoffnung ausgedrückt, dass einige anhängige Situationen gelöst und die bestehende fruchtbare Kooperation gestärkt werden könne.
Im Jahr 2009 wurde eine hochrangige bilaterale vietnamesisch-vatikanische Kommission gegründet, die sich in den letzten Jahren dreimal getroffen hat. Vietnam und der Heilige Stuhl haben keine diplomatischen Beziehungen, aber verschiedene Vereinbarungen, u.a. wurde 2011 ein nicht-residierender Vertreter des Vatikans in Vietnam ernannt (UCAN 23.01.2013).

23. Januar 2013:
Studie belegt häusliche Gewalt in einem Viertel aller chinesischen Haushalte
Nach einer Umfrage des Allchinesischen Frauenverbandes leidet nahezu ein Viertel aller Frauen unter häuslicher Gewalt. 24,7% der Befragten wurden in der Ehe bereits zu unterschiedlichen Graden misshandelt oder geschlagen. Einige litten unter Freiheitsverlust entweder aufgrund finanzieller Kontrolle oder indem sie eine Art von Leben gegen ihren Willen führen müssten. Die Zahl der Frauen, die von ihren Ehemännern geschlagen wurden – insgesamt ca. 5,5% –, lag auf dem Land doppelt so hoch wie in den Städten. Trotzdem bekundeten 85,2% der Frauen, dass sie mit ihrem familiären Status zufrieden seien. Wie die am 23. Januar veröffentlichte Studie berichtet, haben sich die Gesundheit, Bildung und das Einkommen der Frauen in den letzten 10 Jahren erheblich verbessert. Ca. drei Viertel der Frauen seien in familiäre Entscheidungen eingebunden, wie z.B. den Kauf von Eigentum, das Tätigen von Investitionen oder die Aufnahme von Krediten (www.shanghaidaily.com 23.01.2013).

24. Januar 2013:
Taiwanesische Aktivisten versuchen, Statue der Göttin Mazu auf den umstrittenen Diaoyutai-Inseln aufzustellen
Eine Statue der in Taiwan besonders verehrten Seefahrergöttin Mazu wollten Aktivisten auf einer der Diaoyutai-Inseln aufstellen, damit Mazu die in dieser Region tätigen taiwanesischen Seeleute und Fischer beschütze und so gleichzeitig der Anspruch Taiwans auf die Inseln bekräftigt werde. Die Aktivisten der in Taipei ansässigen Chinesischen Vereinigung zum Schutz der Diaoyutais sowie ein Reporter des Fernsehsenders Phönix fuhren in einem von Schiffen der taiwanesischen Küstenwache begleiteten Fischerboot zu der Inselgruppe. Sie wurden aber (nach japanischer Darstellung) vor Erreichen japanischer Hoheitsgewässer zum Umkehren gezwungen. Die de facto von Japan kontrollierten Diaoyutai (jap. Senkaku)-Inseln werden von Japan, China und Taiwan beansprucht. Seit September 2012 hat sich der Konflikt um die Inseln verschärft (Central News Agency 24.01.2013; Kyodo 24.01.2013).

Anfang Februar 2013:
Taiwan: Nationaler Kirchenrat gegen jegliche Form von Gewalt
Auf seiner 12. Vollversammlung sprach sich der National Council of Churches in Taiwan für den Schutz des Lebens gegen jede Form von Gewalt aus. Ökumene, die Förderung indigener Völker und der Bedürftigsten der Gesellschaft bleiben die Hauptziele des Kirchenrates. Der 1991 gegründete Nationale Kirchenrat Taiwans setzt sich aus 16 Kirchen und Organisationen zusammen, darunter auch die katholische Bischofskonferenz (Fides 13.02.2013; www.oikoumene.org).

4. Februar 2013:
China Aid veröffentlicht „2012 Annual Report. Chinese Government Per­secution of Christians & Churches in Mainland China, January – December 2012“, sieht Verschlechterung der Lage
Die in den USA ansässige Organisation China Aid, die sich für die Rechte der chinesischen Hauskirchen einsetzt, sprach in ihrem Bericht von 132 Fällen der Verfolgung von Christen durch Regierungsstellen im Jahr 2012, bei denen insgesamt 1.441 Personen (davon 236 Pastoren) festgenommen, 9 verurteilt und 37 physisch oder verbal misshandelt worden seien. Der Bericht macht keine Angaben über die Dauer der Festnahmen. Die weitaus meisten der aufgelisteten Fälle stammen aus dem Bereich der protestantischen Hauskirchen. China Aid stellte für die letzten sieben Jahre eine kontinuierliche Verschlechterung der Lage und einen Anstieg der Fallzahlen fest. Die Organisation sah für 2012 eine Häufung folgender behördlicher Maßnahmen gegen Hauskirchen: erzwungene Schließung, indem man Vermieter unter Druck setzte, Versammlungsräume versiegelte, von der Stromversorgung abschnitt etc. und so ein Funktionieren der Gemeinde unmöglich machte (ein Beispiel hierfür ist die Shouwang-Kirche in Beijing); Druck auf Gemeinden oder Hauskirchenführer, sich der offiziellen „Drei-Selbst-Kirche“ anzuschließen; Vorgehen gegen Kirchenleiter unter dem Vorwand des „Verdachts, einen Kult zu organisieren oder zu benutzen, um das Gesetz zu unterminieren“ (www.chinaaid.org 4.02.2013).

4. Februar 2013:
Bischof Johannes Baptist Liu Jingshan (Yinchuan) stirbt 99-jährig
In Yinchuan, der Hauptstadt der Autonomen Region Ningxia, starb Chinas ältester Bischof. Bischof Liu wurde am 24. Oktober 1913 in der Diözese Bameng, Innere Mongolei, geboren, trat 1929 ins Kleine Seminar ein und studierte von 1935 bis 1942 an den Priesterseminaren von Datong und Sui­yuan (Innere Mongolei). 1942 wurde er in Suiyuan zum Priester geweiht. 1951 wurde er verhaftet und musste die Jahre bis 1970 im Arbeitslager verbringen. 1983, damals bereits knapp 70 Jahre alt, begann er mit der Verwaltung der kirchlichen Angelegenheiten in Ningxia. In der gesamten, überwiegend von Muslimen bewohnten Region gab es damals nur zwei Priester. 1993 erfolgte seitens der offiziellen Kirche eine Umstrukturierung der Diözese Ningxia und Liu Jingshan wurde im Alter von fast 80 Jahren zum Bischof geweiht. 2007 weihte er Josef Li Jing, der in Sankt Augustin studiert hatte, zum Koadjutorbischof. 2009 ging Bischof Liu in den Ruhestand. Beide Bischöfe sind sowohl von Rom wie von der chinesischen Regierung anerkannt. Bischof Liu galt als freundlicher, liebenswürdiger Mensch, der jedoch strenge Maßstäbe an seine Priester und Seminaristen anlegte. Nach Aussagen von Bischof Li kondolierte Ningxias emeritierter 95-jähriger Untergrundbischof Josef Ma Zhongmu und zelebrierte ein Requiem für Bischof Liu.
Die Diözese Ningxia hat 15.000 Katholiken, 12 Priester und ca. 20 Ordensschwestern. Bischof Liu wurde am 8. Februar unter Teilnahme von fast 1.000 Gläubigen beigesetzt (UCAN 5.02.2013; www.xinde.org 5.02.2013).

6. Februar 2013:
Chinesischer Ministerpräsident sendet Grüße an die Organisation für islamische Zusammenarbeit (OIC)
Zum Beginn des 12. Gipfels der Staats- und Regierungschefs von Ländern der OIC in Kairo schickte Ministerpräsident Wen Jiabao eine Glückwunschadresse. Sowohl das chinesische Volk als auch die Völker der islamischen Staaten liebten Frieden und sehnten sich nach Entwicklung, schrieb Wen. Er versicherte die islamischen Staaten der Bereitschaft Chinas zur Zusammenarbeit. In der OIC sind 57 islamische und mehrheitlich oder teilweise muslimische Staaten zusammengeschlossen (Xinhua 6.02.2013).

8. Februar 2013:
Tod von Bischof Josef Ma Xuesheng von Zhoucun (Provinz Shandong)
Bischof Ma Xuesheng verstarb im Alter von 89 Jahren. Er wurde am 16. September 1923 in Zouping (Shandong) geboren, wo er 1939 ins Kleine Seminar eintrat. Seine philosophischen und theologischen Studien absolvierte er in Hankou (Wuhan), Macau und Beijing. 1957 wurde er in Jinan zum Priester geweiht. Es folgten lange Jahre, in denen er gezwungen wurde, als Koch und in der Landwirtschaft zu arbeiten. 1988 wurde er zum Koadjutor-Bischof der Diözese Zhoucun geweiht, 1997 dort als Ortsbischof installiert. Bischof Ma war bekannt für seine Nähe zur Jugend. 2009 erkrankte Bischof Ma an einer Zerebralparese und konnte so auch nicht an der Weihe seines Koadjutorbischofs Joseph Yang Yongqiang (geb. 1970) am 15. November 2010 teilnehmen. Die Weihe von Bischof Yang erfolgte mit päpstlicher und behördlicher Zustimmung.
Die Diözese Zhoucun zählt rund 18.000 Gläubige. Es gibt 65 Kirchen, 20 Priester und eine kleine Gruppe von Ordensschwestern (Eintrag vom 15. November 2010; Fides 22.02.2013; www.xinde.org 13.02.2013).

9. Februar 2013:
Hongkong: Neujahrsgrüße der sechs Religionsführer
In einem Neujahrsschreiben vom 9. Februar übermittelte das Kolloquium der sechs Religionsführer die besten Wünsche zum Jahr der Schlange. U.a. beteten sie für Harmonie in der Gesellschaft und eine stabile Lebensgrundlage für alle Bürger Hongkongs. Angesichts der Weltfinanzkrise riefen sie zu entsprechenden Maßnahmen in Regierung und Volk auf. Ein weiteres Thema der Botschaft war bessere Bildung auf der Grundlage der eigenen kulturellen Werte, die zu stabiler Regierung und Gesellschaft beitrage. Abschließend ermutigten die Religionsführer zu einer Reinigung von Herz und Seele und zur Fürsorge um den Nächsten.
Weltweit feierten etwa 1,5 Milliarden Menschen Chinesisch Neujahr. Nach dem Jahr des Drachen hat nunmehr das Jahr der Schlange begonnen (Hong Kong Sunday Examiner 9.02; Vatican In­sider 10.02.).

10. Februar 2013:
Papst Benedikt XVI. schickt Neujahrs­grüße an die Völker des Fernen Ostens
Nach dem Angelus-Gebet auf dem Petersplatz hat Papst Benedikt XVI. den „Völkern im Fernen Osten“ anlässlich des Chinesischen Neujahrsfestes Grüße übermittelt. Wörtlich sagte er: „Heute feiern verschiedene Völker des Fernen Ostens das Mondneujahr. Friede, Harmonie und Dank an den Himmel sind die universalen Werte, die bei dieser freudigen Gelegenheit gefeiert und von allen ersehnt werden, um die eigene Familie, die Gesellschaft, die Nation aufzubauen. Ich spreche den Wunsch aus, dass sich für jene Völker der Wunsch nach einem glücklichen und erfolgreichen Leben erfüllen möge. Einen besonderen Gruß richte ich an die Katholiken jener Länder, auf dass sie sich in diesem Jahr des Glaubens von der Weisheit Christi leiten lassen.“ (Vatican Insider 10.02.2013; www.vatican.va).

11. und 28. Februar 2013:
Papst Benedikt XVI. kündigt seinen Rücktritt an und verzichtet auf sein Amt
In kirchlichen und staatlichen Medien in Festlandchina war von der überraschenden Rücktritts­ankündigung des Papstes am 11. Februar und seinem Rückzug aus dem Amt am 28. Februar zu erfahren. Chinesische Katholiken reagierten erschrocken, aber auch mit Verständnis und Dankbarkeit für seine besondere Sorge um die chinesische Kirche. Hervorgehoben wurde dabei besonders sein Brief an die katholische Kirche in China von 2007. Der chinesische Außenministeriumssprecher sagte am 18. Februar, China hoffe, dass der Vatikan unter dem neuen Papst Flexibilität und Aufrichtigkeit bei der Schaffung von Voraussetzungen für die Verbesserung der sino-vatikanischen Beziehungen zeigen werde. Die offiziellen katholischen Leitungsgremien (Patriotische Vereinigung und Bischofskonferenz) forderten am 1. März in einer Erklärung die Gläubigen auf, für die Gesundheit des zurückgetretenen Papstes und die Wahl des neuen Papstes zu beten (siehe Beitrag in den Informationen).

16. Februar 2013:
6 Personen werden bei Vorgehen gegen „illegale“ Tempel am buddhistischen Berg Wutaishan festgenommen
Das „Buddhalandzentrum“ und der „Tempel des Gottes des Reichtums“, zwei nicht als religiöse Stätten registrierte Orte, hätten mit falschen Mönchen Touristen in betrügerischer Weise zu Geldspenden und dem Kauf kostspieligen Weihrauchs und Rituals verleitet, hieß es in Berichten staatlicher Medien. Beide Stätten wurden geschlossen, die Industrie- und Handelsbehörde entzog ihnen die Gewerbelizenz. Sechs am Buddhalandzentrum Beteiligte wurden festgenommen. Den Berichten zufolge starteten die örtlichen Behörden, nachdem Medien tags zuvor über die beiden Stätten berichtet hatten, am 15. Februar großangelegte Kontrollen. In deren Zuge wurden in den Siedlungen im Landschaftsgebiet Wutaishan sieben weitere Dorftempel und Vertriebsstellen für buddhistische Artikel, die illegal religiöse Aktivitäten abhielten, behördlich geschlossen, meldete Zhongguo xinwenwang. Der Agentur zufolge gibt es allein in der Großgemeinde Taihuai am Wutaishan 47 Tempel. Der Wutaishan ist einer der vier heiligen Berge des Buddhismus in China (Xinhua 17.02.2013; www.chinanews.com 17.02.2013; zu dem Thema vgl. auch China heute 2012, Nr. 4, S. 208-212, 227-229).

2. März 2013:
Vorsitzender der Chinesischen buddhistischen Vereinigung: buddhistische Stätten brauchen Status einer juristischen Person, um ihre Rechte schützen zu können
Ohne einen entsprechenden Rechtsstatus könnten sich buddhistische Stätten nicht gegen Kommerzialisierung, Untervertragnahme [durch Dritte] etc. wehren, sagte Meister Chuanyin im Vorfeld der Sitzung der Politischen Konsultativkonferenz zu Journalisten. Die meisten der 33.000 buddhistischen Stätten in China hätten keine eingetragenen Eigentumsrechte an ihren Immobilien, weil sie nicht über den Status eines Rechtssubjekts verfügten und also nicht selbständig ihre zivilen Rechte und Pflichten ausüben könnten. Daher könnten sie z.B. auch keine Geschäftskonten führen und Autos für das Kloster nur unter einem privaten Namen kaufen (www.sara.gov.cn 14.04).
Das Staatliche Büro für religiöse Angelegenheiten hat in seinen Arbeitsplänen für 2013 angekündigt, die Frage des Status religiöser Versammlungsstätten als juristische Personen untersuchen zu wollen (vgl. Eintrag vom 13. Januar 2013).

5. März 2013:
Zahlreiche religiöse Stätten, darunter 17 katholische, in der vom Staatlichen Büro für Kulturerbe veröffentlichten Liste der Neuaufnahmen nationaler Denkmäler
In der Provinz Guangdong beispielsweise waren acht der 32 neuernannten nationalen Denkmäler religiöse Gebäude – sechs davon volksreligiöser Natur, wie ein Beitrag auf der Website Zhongguo sannong zixun feststellte. Nach Angaben von UCAN wurden 17 katholische Stätten neu in die Schar der nationalen Denkmäler aufgenommen, so viele wie noch nie. Darunter sind die Ostkirche (Beijing, Qing-Zeit) sowie die katholischen Kirchen in Daming (Handan, Hebei, 1921), Taiyuan [Kathedrale] (Shanxi, 1905), Hohhot [Kathedrale] (Innere Mongolei, 1924), Shenyang [Kathedrale] (Liaoning, 1912), Jilin (Jilin, 1926), Xujiahui [Kathedrale] (Shanghai, 1910), Wuhu (Anhui, Qing- bis Republikzeit), Anqing (Anhui, 1893), Yan­zhou [von den Steyler Missionaren erbautes früheres Bischofshaus, heute als Kathedrale genutzt] (Shandong, 1901) und Chengdu Ping’anqiao [Kathedrale] (Sichuan, 1904), ferner das ehemalige Seminar der Vinzentiner mit Kirche[nruine] in Jiaxing (Zhe­jiang, 1903, 1930) sowie das ehemalige katholische Priesterseminar von Henan (Stadt Kaifeng, Bezirk Shunhe, Henan, 1932).
Auch zwei protestantische Kirchen finden sich auf der Liste, und zwar die ehemalige anglikanische Kathedrale in Beijing (Qing-Zeit) und die Kirche in Nuofu (Langcang, Yunnan, 1921).
Die Listung als Denkmal bedeutet einerseits eine staatliche Anerkennung der historischen Bedeutung dieser Gebäude, andererseits ist es für die Kirchen oft schwierig, die Auflagen des Denkmalschutzes zu erfüllen, zumal manche Gebäude in einem sehr schlechten Zustand sind. Tang Guohua von der Guangzhou-Universität, der die Renovierung der Kathedrale von Guang­zhou betreute, sagte gegenüber UCAN, die Renovierung alter Kirchen in China sei schwierig, weil es an historischen Plänen und Fotos, traditionellem Baumaterial und Bautechniken fehle. Zudem restaurierten manche Kleriker in Unkenntnis der gesetzlichen Vorschriften die Kirchen nach ihren eigenen Vorstellungen und änderten das originale Aussehen der Gebäude, um sie den Bedürfnissen der Gemeinde anzupassen (UCAN 17.06.; www.zgsnzx.cn 20.05.; Aufzählung der Kirchen mit Baujahr nach der am 5.03.2013 auf der Website des Staatlichen Büros für Kulturerbe veröffentlichten Liste der 7. Gruppe nationaler Denkmäler: www.sach.gov.cn/Portals/0/download/dqpqgzdwwbhdw.pdf).

13. März – 11. Juni 2013:
10 (oder 11) Tibeterinnen und Tibeter zünden sich aus Protest an und sterben
Unter den Toten waren 4 Mönche und eine Nonne. Die 31-jährige Nonne Wangchen Dolma verbrannte sich Berichten zufolge am 11. Juni vor dem Kloster Nyatso (Autonomer Bezirk Ganzi/Kardze, Sichuan), wo sich zu diesem Zeitpunkt rund 3.000 Mönche aus ganz Tibet zu einer religiösen Debatte versammelt hatten. 7 der Selbstverbrennungen ereigneten sich in tibetischen Gebieten der Provinz Sichuan (davon 5 im Autonomen Bezirk Aba/Ngaba), die übrigen in Gansu und Qinghai. Die Gesamtzahl der Selbstverbrennungen von Tibetern, die sich innerhalb der VR China seit 16. März 2011 aus Protest gegen die chinesische Regierung selbst in Brand setzten, stieg damit auf 118 oder 119 (unterschiedliche Zahlen nach www.savetibet.org und www.tibet.net).

13. und 19. März 2013:
Wahl und Amtseinführung von Papst Franziskus
Die Wahl des argentinischen Kardinals und Jesuiten Jorge Mario Bergoglio zum Papst am Abend des 13. März (in China war es bereits der 14. März) wurde von den chinesischen Katholiken auf dem Festland mit Freude begrüßt. Dies zeigen z.B. Aufrufe zu Dankgottesdiensten (z.B. von Bischof Li Liangui für das Bistum Xianxian) oder spontane Freudenkundgebungen von Gläubigen (z.B. in Yibin) sowie Kommentare und Gratulationen auf festlandchinesischen katholischen Websites (www.chinacath.org, www.xinde.org mit eigener Unterseite zum neuen Papst, diözesane Seiten). Auch nichtkirchliche festlandchinesische Medien berichteten über die Papstwahl. Die offiziellen Leitungsgremien der chinesischen Kirche, Patriotische Vereinigung und Bischofskonferenz, gratulierten am 14. März auf ihrer Website dem neuen Papst im Namen des Klerus und der Gläubigen Chinas und sprachen vom gemeinsamen Beginn einer neuen Wegstrecke der Kirche. Eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums erklärte am 14. März, man gratuliere dem neuen Papst und hoffe, dass die römische Kurie unter seiner Leitung günstige Voraussetzungen für die Verbesserung der beiderseitigen Beziehungen schaffe (siehe die Dokumentation dieser Nummer). Am 19. März nahm Taiwans Präsident Ma Ying-jeou (Ma Yingjiu) mit einer 5-köpfigen Delegation als erster Präsident der Republik China an der Amtseinführung eines Papstes teil und wurde danach wie die anderen Staatsoberhäupter von Papst Franziskus empfangen. Der Vatikan ist der einzige Staat Europas, zu dem Taiwan diplomatische Beziehungen hat. Die VR China war bei der Amtseinführung nicht vertreten. Ma bezeichnete laut Taipei Times die Reise nach seiner Rückkehr als diplomatischen Erfolg (AFP 19.03.; Taipei Times 21.03.; UCAN 15.03.; Xinhua 14.03.; news.xinhuanet.com 14.03.; www.chinacatholic.cn 14.03.; www.xianxiancc.org 14.03.; www.xinde.org 14.03.).

14. März 2013:
KP-Generalsekretär Xi Jinping wird vom Nationalen Volkskongress zum Staatspräsidenten der VR China gewählt
Auch andere führende Staatsämter wurden neu besetzt mit Politikern, die auf dem 18. Parteitag der KP Chinas im November 2012 bereits in leitende Parteiämter gewählt wurden.

19. März 2013:
Von Rom nicht anerkannter Bischof Ma Yinglin weiht in Yunnan zwei Angehörige ethnischer Minderheiten zu Priestern
Während UCAN zufolge einige Gläubige die terminliche Übereinstimmung der kirchenrechtlich unzulässigen Weihe mit dem Amtsantritt des neuen Papstes als Provokation ansahen, sagte ein Priester der Diözese Kunming, der Weihetermin habe schon lange festgestanden. Die zwei Geweihten gehören der Yi- und der Jingpo-Nationalität an. An der Weihe nahmen acht Kachin-Priester aus drei Diözesen im benachbarten Myanmar teil (die Jingpo werden in Myanmar als Kachin bezeichnet). Einer dieser Priester, Lum Dao aus der Diözese Myitkyina, verteidigte später gegenüber dem Hong Kong Sunday Examiner die Weihe wegen der gewaltigen Bedeutung, die dieser zweite Priester ihres Volkes für die katholischen Jingpo in China habe (Hong Kong Sunday Examiner 13.04.; UCAN 19.03.).

21. und 25. März 2013:
Eröffnung des Jahrs der türkischen Kultur in China
Die Eröffnungsfeierlichkeiten fanden in Beijing und Shanghai statt. Im Lauf des Jahres sind zahlreiche Kulturveranstaltungen in verschiedenen chinesischen Städten geplant, darunter eine „Ausstellung und Darbietung türkischer islamischer Kultur“ im Autonomen Gebiet Ningxia der Hui-Nationalität. Im Vorfeld des Kulturjahres besuchte am 11. März Mehmet Paçaci, Generaldirektor für auswärtige Beziehungen des Amts für religiöse Angelegenheiten der Türkei, das chinesische Staatliche Büro für religiöse Angelegenheiten.
2012 fand in der Türkei ein Jahr der chinesischen Kultur statt, bei dem die islamische Kultur ebenfalls eine Rolle spielte (Xinhua 12.03.; www.sara.gov.cn 12.03.; vgl. Eintrag vom 31. August – 6. September 2012).

22. März 2013:
Bischof Thomas Qian Yurong (Xuzhou) stirbt im Alter von 99 Jahren
Thomas Qian wurde 1914 geboren und 1945 zum Priester geweiht, 1959 erhielt er ohne päpstliche Erlaubnis die Bischofsweihe. Damit war er der vorletzte noch lebende Bischof aus der ersten Gruppe „selbstgewählter und -geweihter Bischöfe“, deren Weihen zwischen 1958 und 1963 in einer Zeit des Konflikts zwischen der KP Chinas und dem Vatikan stattfanden. Erst 2007 wurde er nachträglich vom Papst anerkannt, 2011 legte er sein Amt nieder. Die vatikanische Nachrichtenagentur Fides bezeichnete ihn als Mann von schlichtem Glauben, der sich für die Ausbildung von Priestern und Schwestern sowie für die Rückgewinnung kirchlichen Eigentums einsetzte. Sein Nachfolger ist Bischof Wang Renlei, der 2006 ebenfalls ohne päpstliches Mandat geweiht und 2012 nachträglich von Rom anerkannt wurde. Die Diözese Xu­zhou in der Provinz Jiangsu hat etwa 25.000 Gläubige, ein Dutzend Priester und rund 20 Schwestern (Fides 9.04.; UCAN 25.03.)

25. März 2013:
Hongkong: Philippinische Haus­angestellte verliert Modellprozess um Aufenthaltsrecht in letzter Instanz
Das Hongkonger Einwanderungsgesetz legt fest, dass Ausländer, die mehr als sieben Jahre ununterbrochen in Hongkong arbeiten, ständiges Aufenthaltsrecht beantragen können, es schließt aber ausländische Hausangestellte aus dieser Regelung aus. Dagegen hatte eine seit 1986 in Hongkong arbeitende philippinische Hausangestellte geklagt und im September 2011 zunächst Recht bekommen. Nun entschied der Oberste Gerichtshof Hongkongs, dass ausländische Haushaltsangestellte verpflichtet sind, bei Beendigung ihres Arbeitsvertrags in ihr Ursprungsland zurückzukehren. Hausangestellte müssen also weiterhin Hongkong verlassen, sobald sie arbeitslos werden und nicht innerhalb von zwei Wochen einen neuen Job im Haushalt finden. Nach Angaben von UCAN lebt etwa ein Drittel der rund 300.000 ausländischen Hausangestellten seit über 7 Jahren in Hongkong (South China Morning Post 25.03.; UCAN 25.03.; vgl. Eintrag vom 30. September 2011).

30./31. März 2013:
In Festlandchina über 16.000, in Hongkong 3.560 Taufen an Ostern in katholischen Gemeinden
Ostern ist traditionell der wichtigste Tauf­termin auch in vielen chinesischen Gemeinden. Zum 6. Mal seit 2007 führte das Faith Institute for Cultural Studies (FICS, Shijia­zhuang) eine Umfrage zur Zahl der Ostertaufen in 101 katholischen Diözesen Festlandchinas durch. Von den 16.748 gemeldeten Neugetauften an Ostern 2013 waren über 70% Erwachsene (also i.d.R. Neuchristen der ersten Generation und nicht Kinder katholischer Familien). In der katholikenreichen Provinz Hebei wurden die meisten, nämlich 3.647 Menschen getauft. Da diesmal strikt nur die Taufen in der Osternacht und am Ostersonntag gezählt wurden, war die Gesamtzahl niedriger als in den Vorjahren (2012: 22.104), in denen manche Gemeinden auch die Taufen ab Anfang Januar bis Ostern angegeben hatten. Aus verschiedenen Gründen sind die Zahlen FICS zufolge aber unvollständig und dürften tatsächlich höher liegen. Inzwischen gibt es vor allem in den Städten ein festes Angebot von Taufbewerberkursen, die Taufvorbereitung dauert zwischen 3 und 6 Monaten.
In der Osternacht wurden in der katholischen Diözese Hongkong 3.560 Erwachsene nach 18-monatigem Katechumenat getauft. Der Bischof von Hongkong, Kardinal John Tong, wies in seinem Osterhirtenbrief auf die notwendige weitere Vertiefung des Glaubens für alle Christen und besonders die Neugetauften hin, für die die Diözese im Jahr 2012 eine Kommission für die ständige Weiterbildung der Laien eingerichtet hat (Hong Kong Sunday Examiner 23.03.; UCAN 24.04.; Xinde 11.04.).

Katharina Feith
Jan Kwee
Martin Welling
Katharina Wenzel-Teuber

Aus: China heute 2013, Nr. 1, S. 14-17, und Nr. 2, S. 83-85.

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