Hier informiert Sie das China-Zentrum zur Situation der Religionen und der christlichen Kirchen in China.


Chronik zu Religion und Kirche in China 1. Januar - 31. März 2022

Religionspolitik

1. März 2022:
„Maßnahmen für die Verwaltung religiöser Informationsdienste im Internet“ treten in Kraft – Schulungen für „Informationsprüfer“ beginnen
Über drei Jahre nach Publikation eines Entwurfs zur Einholung von Meinungen (siehe China heute 2018, Nr. 3, Informationen) veröffentlichte am 3. Dezember 2021 das Nationale Büro für religiöse Angelegenheiten zusammen mit vier weiteren Behörden – darunter das Ministerium für öffentliche Sicherheit und das Ministerium für Staatssicherheit – „Maßnahmen für die Verwaltung religiöser Informationsdienste im Internet“ (互联网宗教信息服务管理办法). Diese sehr restriktive Verwaltungsrechtsnorm sieht vor, dass für das öffentliche Anbieten von „Informationen über religiöse Lehren und Vorschriften, religiöse Kultur, religiöse Aktivitäten etc. in Schrift-, Bild-, Ton- oder Videoform durch Websites oder unter Nutzung von Diskussionsforen, Blogs, Microblogs, öffentlichen Konten [z.B. bei WeChat], Instant Messaging, Webcasts etc.“ – also jegliche Äußerung zu Religion im Internet – eine „Lizenz für religiöse Informationsdienste im Internet“ (互联网宗教信息服务许可) zu erwerben ist. Antragsteller müssen legal errichtete inländische Organisationen sein (§ 2). Lizenzen sind bei den Religionsbehörden zu beantragen, wobei für bereits bestehende religiöse Internetdienste eine Übergangsfrist von sechs Monaten vorgesehen ist, und gelten drei Jahre. Predigten und religiösen Fortbildungen im Internet werden äußerst enge Grenzen gesetzt – Letztere dürfen nur durch entsprechend lizensierte religiöse Ausbildungsstätten [wie theologische Seminare, buddhistische Akademien etc.] erteilt werden, und zwar nur für ihre Studierenden oder für religiöse Amtsträger (§§ 15, 16). „Im Internet dürfen keine religiösen Aktivitäten durchgeführt und keine religiösen Zeremonien wie Buddhaverehrung, Weihrauchopfer, buddhistische oder daoistische Ordinationen, Schriftrezitationen, Gottesdienste, Messen oder Taufen weder in Schrift, Bild, Ton oder Video direkt oder in Aufzeichnung verbreitet werden“ (§ 17) – dieses Verbot gilt generell, also auch für Anbieter mit Lizenz. Spendenwerbung im Internet im Namen von Religion ist verboten; allerdings dürfen Wohltätigkeitsorganisationen, die von religiösen Organisationen, religiösen Ausbildungsstätten oder Stätten für religiöse Aktivitäten gegründet sind, im Internet nach den Bestimmungen des Gemeinnützigkeitsgesetzes um Spenden werben (§ 19).
Für die Beantragung der Lizenz muss der Antragsteller nach § 6 nachweisen, dass er über einen Informationsprüfer (信息审核人员, „content reviewer“) verfügt. Am 28. Februar veröffentlichte die Kommission für ethnische und religiöse Angelegenheiten der Provinz Zhejiang eine Bekanntmachung, in der sie zur Anmeldung für die Fortbildung zum „Prüfer religiöser Informationen im Internet“ aufrief (Text der Maßnahmen unter www.sara.gov.cn/bmgz/364755.jhtml, eine informelle Übersetzung unter https://bitterwinter.org/crackdown-on-religious-content-coming-march-2022; mzw.zj.gov.cn 28.02.2022). kwt

21. März 2022:
Wang Zuo’an veröffentlicht Artikel über Sinisierung und Marxismus
Der Vizeminister der Einheitsfrontabteilung der KP Chinas und Direktor des Nationalen Büros für religiöse Angelegenheiten veröffentlichte seinen Artikel in Xuexie shibao (Study Times), der Zeitschrift der Zentralen Parteischule. Wang unterfüttert darin den Sinisierungsbegriff mit der „historischen Logik“ der marxistischen Religionstheorie. Nach dieser Argumentation können nur diejenigen Religionen in China langfristig weitergeführt werden, die sich „sinisieren“, also den von der Partei eingeleiteten gesellschaftlichen Transformationen anpassen. Wang formuliert auch Konsequenzen und Maßnahmen für die Religionspolitik (www.zytzb.gov.cn/tzyw/368880.jhtml). Zum Inhalt des Artikels siehe die Informationen. kwt

Religionswissenschaft

18. März 2022:
Neues Institut für marxistische Religionswissenschaft in Hangzhou eingeweiht
Das neue Institut für marxistische Religionswissenschaft in der Neuen Ära (浙大城市学院新时代马克思主义宗教学研究院) ist am Zhejiang University City College in Hangzhou angesiedelt. Geleitet wird es von zwei maßgeblichen Gelehrten auf dem Gebiet der Religionswissenschaft, den Professoren Chen Cunfu 陈村富, Jahrgang 1937, und Wang Xiaochao 王晓朝, Jahrgang 1953. Beide sind bekannt für ihre Studien und Publikationen zu den philosophischen Grundlagen des westlichen Denkens und zur Christentumsgeschichte. An der Eröffnungsfeier nahmen Vertreter­Innen der verschiedenen Religionen in China teil. Das Institut hat den Anspruch, Zhejiang zur Modellprovinz für die Sinisierung der Religionen in China aufzubauen und zur Modernisierung der Arbeit der chinesischen Religionsbehörde beizutragen. Ein Ausbildungssystem für die neue Disziplin marxistischer Religionsstudien, das Talente heranbildet, soll geschaffen werden. Ein besonderer Schwerpunkt soll auf der Erforschung praktischer Probleme liegen (https://difang.gmw.cn/zj/2022-03/20/content_35599005.htm?msclkid=9d7848a2aea211ecabacc8b19f90003b).
Isabel Friemann, China InfoStelle

Religionen allgemein

4.–20. Februar, 4.–13. März 2022:
Olympische Winterspiele und Winter-Paralympics in Beijing – Religionen bleiben unsichtbar
Im Jahr 2008 waren im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele von Beijing in allen fünf anerkannten Religionen Chinas öffentliche Segenszeremonien und Gebete für ein gutes Gelingen der Spiele abgehalten worden, und es wurde öffentlich berichtet, wie sich die Religionsgemeinschaften Chinas auf die religiöse Betreuung der Gäste vorbereiten (vgl. China heute 2007, Nr. 3, Informationen; Nr. 6, Informationen; 2008, Nr. 3, Informationen). Im Jahr 2022 wurden die Religionsgemeinschaften Chinas in Zusammenhang mit den Winterspielen – die eine Reihe westlicher Staaten mit Verweis auf die Menschenrechtslage im Land diplomatisch boykottierten – nicht öffentlich erwähnt. Auf den Websites der Dachverbände der chinesischen Religionen wurden die Spiele fast gar nicht thematisiert. Ausnahme war eine Serie buddhistischer Glückwunsch-Kalligraphien auf der Seite der Chinesischen buddhistischen Vereinigung. Die katholische Website Xinde brachte eine Reihe guter Wünsche für die Spiele von Vertretern der Weltkirche – darunter Papst Franziskus’ Grüße am Ende der Generalaudienz vom 2. Februar 2022 (siehe Dokumentation) und ein Grußwort von Bischof Nazzareno Marconi von Macerata, der Geburtsstadt des italienischen Chinamissionars Matteo Ricci SJ. In der Provinz Hebei – in deren Norden die Austragungsorte Zhangjiakou und Chongli liegen – blieben die Kirchen (und vermutlich auch die Stätten der anderen Religionen) mit Begründung durch die pandemische Lage nicht nur während, sondern auch vor und nach den Spielen geschlossen. Es sollen sich aber eine ganze Reihe von Katholiken als freiwillige Helfer bei der Vorbereitung und Durchführung der Spiele engagiert haben. In Hebei lebt rund ein Viertel der Katholiken Chinas, im Norden Hebeis großenteils im Untergrund. Chongli – in der Kirchengeschichte besser bekannt unter dem lokalen Namen Xiwanzi – war ab dem frühen 19. Jh. ein wichtiges katholisches Zentrum in Nordchina (chinabuddhism.com.cn 6.02. bis 3.03.2022 [16 Folgen]; faz.net 8.02.2022; Verbiest Update Nr. 51, Januar 2022; www.xinde.org/show/52289 [4.02.2022]). kwt

2. März 2022:
Chinesisches Antikult-Netzwerk: Führungsmitglied der Mentuhui als „Kopf einer kriminellen Vereinigung“ angeklagt
Das staatliche Chinesische Antikult-Netzwerk berichtete am 2. März, dass ein Mann namens Zi aus dem Kreis Luliang in Yunnan, ein Diakon des „Kults“ der Mentuhui 门徒会 (Jüngergemeinschaft), am 7. Mai 2021 festgenommen und am 10. Juni formell verhaftet worden sei. Er habe im Auftrag des Kunming-Zweigs der Mentuhui mit zwei anderen Diakonen die Mentuhui-Kleingruppen auf der unteren lokalen Ebene organisiert, Evangelisierung durchgeführt und im Jahr 2020 Mitglieder einer Kleingruppe veranlasst, durch Verkauf von Pestiziden und Kunstdünger Geld für die Mentuhui zu beschaffen. Zi habe sich „freiwillig schuldig bekannt“ und solle nun als Kopf einer kriminellen Vereinigung angeklagt werden, so das Antikult-Netzwerk. Bereits am 25. November 2021 hatte das Netzwerk gemeldet, dass acht Mitglieder der Mentuhui vom Volksgericht im Dalat-Banner, Stadt Ordos, Innere Mongolei, nach § 300 des Strafrechts (Organisation und Nutzung einer häretischen Kultorganisation zur Untergrabung der Rechtsdurchsetzung) zu Geldstrafen verurteilt worden seien. Die Angeklagten hätten zwischen 2017 und 2018 Anhänger für die Gruppe rekrutiert. Über dieses Gerichtsverfahren berichtete auch das Portal Bitter Winter von CESNUR (Turin). Laut Bitter Winter wurde 2020 eine landesweite Kampagne gegen die Mentuhui gestartet, die wie andere „illegale“ Religionen während der Corona-Pandemie ein gewisses Wachstum erfahren habe.
Die christlich inspirierte Gruppe der Mentuihui wurde 1989 von Ji Sanbao gegründet, der zuvor Mitglied der Wahren Jesuskirche war, und steht seit 1995 auf der Liste der verbotenen „häretischen Kulte“. Sie ist laut Bitter Winter auch als „Lehre der Dritten Erlösung“ bekannt, weil sie sich als das dritte Zeichen der Erlösung – nach Noahs Arche und dem Kreuz Jesu Christi – sehe. Ji Sanbao soll sich als Stellvertreter Gottes oder Jesus bezeichnet haben (bitterwinter.org 30.12.2021; chinafxj.cn 25.11.2021; 2.03.2022; https://de.bitterwinter.org/eine-weitere-xie-jiao-die-apostelgemeinschaft/; Kristin Kupfer, „Christlich inspirierte, spirituell-religiöse Gruppierungen in der VR China seit 1978 (I)“, in: China heute 2002, Nr. 4-5, Themen, Tabelle 1). kwt

Buddhismus

20. Januar 2022:
International Campaign for Tibet (ICT) berichtet über Bemühungen, die Verbreitung des tibetischen Buddhismus nach Osten einzudämmen
ICT berichtet über verschiedene neuere Maßnahmen chinesischer Behörden, den Einfluss des tibetischen Buddhismus in Han-chinesischen buddhistischen Kreisen einzudämmen. Dazu gehört die Entfernung Han-chinesischer Praktizierender aus der tibetisch-buddhistischen Akademie Larung Gar im Kreis Sertar im Autonomen tibetischen Bezirk Kardze, Provinz Sichuan. An der 1980 gegründeten Akademie sollen vor 2016 rund 10.000 Anhänger des tibetischen Buddhismus, darunter viele Han-Chinesen, gelebt und studiert haben. Nach massiven Ausweisungen in den Jahren 2016/2017 gab es laut ICT in den letzten Jahren unter den verbliebenen rund 5.000 Praktizierenden eine informelle Quote von ca. 2.000 Han-chinesischen Mönchen und Nonnen. Nun habe ICT erfahren, dass es nur noch eine verschwindend kleine Zahl von Han-Chinesen in Larung Gar gebe. Chinesische Praktizierende würden von den Behörden in ihre Heimatorte zurückgeschickt und müssten sich dort regelmäßig bei der Polizei melden. Ferner gebe es Checkpoints an der Straße nach Larung Gar und Sicherheitspersonal an den Wanderrouten zum Kloster. Außerdem würden Unterkünfte der Mönche und Nonnen regelmäßig auf unerlaubte Bewohner überprüft. ICT berichtet ferner, dass die vielen Gruppen Han-chinesischer buddhistischer Laien zum Studium des tibetischen Buddhismus, die sich in chinesischen Städten gebildet hätten, verboten worden seien. Bis vor wenigen Monaten hätten Han-chinesische Praktizierende noch virtuellen Zugang zu ihren tibetischen Lehrern gehabt. ICT befürchtet aber, dass dies mit Inkrafttreten der „Maßnahmen für die Verwaltung religiöser Informationsdienste im Internet“ künftig stark kontrolliert oder ganz verboten werden wird. Die erfolgreichen Webcasts der Lehrer von Larung Gar seien bereits im November 2021 geschlossen worden. Als weiteres Indiz für das Bestreben, den tibetischen Buddhismus einzudämmen, veröffentlichte ICT die Übersetzung eines ihr vorliegenden Dokuments, das am 23. Mai 2019 von der Buddhistischen Vereinigung des Stadtbezirks Weibin von Baoji, Provinz Shaanxi, herausgegeben wurde. Darin heißt es, dass es chinesischen Tempeln in Weibin verboten sei, ohne vorherige Erlaubnis der Behörden auf Provinzebene religiöse Persönlichkeiten des tibetischen Buddhismus zur Durchführung religiöser Aktivitäten einzuladen oder Symbole des tibetischen Buddhismus im Tempel auszustellen, wie Tara-Statuen, Gebetsmühlen und Gebetsfahnen mit tibetischen Texten, Thangkas oder Vajras (Donnerkeile) (savetibet.org 20.01.2022).
Zu Larung Gar siehe auch China heute 2016, Nr. 3, Chronik, Sommer / Herbst 2016, 2017, Nr. 3, Chronik, Buddhismus, 20. August 2017; 2020, Nr. 1, Chronik, Buddhismus, 2. Januari 2020 . kwt

Islam

7. Januar 2022:
Radio Free Asia: Uigurische Frau wegen Islamunterricht für Kinder und Verstecken des Korans zu 14 Jahren Haft verurteilt
Der US-amerikanische Sender Radio Free Asia (RFA) beruft sich auf zwei anonym bleiben wollende Quellen und lokale Behördenaussagen. Demnach soll Hasiyet Ehmet, eine jetzt 57 Jahre alte Uigurin mit Wohnsitz im Kreis Manas des Autonomen Bezirks Changji der Hui in Xinjiang, im Mai 2017 nachts von der Polizei festgenommen, verhört und für 15 Tage festgehalten worden sein. Im September des gleichen Jahres sei sie verhaftet und dann verurteilt worden. Ein Mitarbeiter des Gerichts von Manas bestätigte RFA zufolge, dass Hasiyet Ehmet zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt worden sei, weil sie „Kindern Koranunterricht gab und zwei Exemplare des Koran versteckte, als die Behörden sie [Korane] konfiszierten“. Laut RFA soll ihr Mann bereits 2009 wegen Separatismusvorwürfen zu lebenslanger Haft verurteilt worden sein.
Im Jahr 2017 hatte RFA berichtet, dass Behörden in Xinjiang ab Januar 2017 zur Abgabe aller vor 2012 veröffentlichten Koranversionen aufgerufen hätten und diese konfiszierten, da sie „extremistische Inhalte“ enthalten würden. Nach Angaben des Xinjiang-Weißbuch des Staatsrats von 2015 wurde im Jahr 2013 eine „neue uigurische Ausgabe des Koran veröffentlicht und 230.000 Exemplare verkauft“ (rfa.org 25.05.2017; 10.01.2022; Weißbuch „Historical Witness to Ethnic Equality, Unity and Development in Xinjiang“, 24.09.2015). kwt

Protestantische Kirchen

Anfang Januar 2022:
Sieben Jahre Haft für Online-Buchhändler Chen Yu
Dem Urteil zu sieben Jahren Haft und einer Geldstrafe von 200.000 RMB gegen den Betreiber des Online-Buchhandels „Weizen-Buchladen“ (小麦书房), Chen Yu, wurde in zweiter Instanz Anfang Januar stattgegeben. Auf seine Festnahme im September 2019 folgte ein Jahr später das jetzt bestätigte Urteil. Seinem in Taizhou, Provinz Zhejiang, angesiedelten Online-Handel wurde der Vertrieb illegaler christlicher Publikationen aus Taiwan und den USA vorgeworfen sowie der Versand mehrerer tausend Exemplare des Buches „Staatsstreich des Evangeliums“ (福音的政变) von Pastor Wang Yi, Early Rainbow Covenant Church in Chengdu. Wang Yi ist am 26. Dezember 2019 zu neun Jahren Haft wegen „Anstiftung zum Umsturz der Staatsmacht“ verurteilt worden (vgl. China heute 2020, Nr. 1, Chronik, Protestantismus, 26. Dezember 2019). Der Restwarenbestand von 12.684 Büchern wurde konfisziert und vernichtet. Von der Polizei ermittelte Kunden des „Weizen-Buchladens“ müssen mit Befragungen rechnen. Sie sind aufgefordert, bestellte Ware zurückzugeben (bitterwinter.org 11.01.2022; https://wqw2010.blogspot.com/2022/01/7.html?msclkid=5c2131e5b40b11eca8e19b9990a58aba).
Isabel Friemann, China InfoStelle

Zwischen 27. Januar und 27. März 2022:
Freilassungen nach Haftstrafen in Shanxi wegen Teilnahme an christlicher Konferenz in Malaysia – zwei Urteile stehen noch aus
Die Anfang Januar 2022 wegen „illegalen Grenzübertritts“ zu sechs, sieben und acht Monaten Haftstrafe verurteilten Gemeindemitglieder der Reformed Church of Zion (询城归正教会) in Fenyang, Provinz Shanxi, wurden inzwischen freigelassen. Nach ihrer Festnahme am 28. Juli 2021 hatten sie die Haftstrafen am 27. Januar, 27. Februar und 27. März abgebüßt. Hintergrund der Festnahmen war ihre Teilnahme an der internationalen christlichen Konferenz in Kuala Lumpur, Malaysia, unter dem Motto „Building the heavenly body of Christ on earth“ (建立属天又地的嫉妒身体), 28.–31. Januar 2020. Veranstaltet wurde die Konferenz von dem im Ausland lebenden chinesischen Evangelisten Tang Chongrong 唐崇荣. Wegen seiner Kritik an der KPCh und ihrer restriktiven Religionspolitik sind Pfarrer Tangs Predigten im chinesischen Internet geblockt. Im November 2021 wurden außerdem unter derselben Anklage Gemeindeleiter An Yankui und Herr Zhang Chenghao festgenommen (vgl. China heute 2021, Nr. 4, Chronik, Protestantische Kirche, 21. November 2021). Ihnen wird außerdem eine enge Beziehung zur regierungskritischen Early Rainbow Covenant Church in Chengdu vorgeworfen. Ein Urteil im Fall der beiden steht noch aus (UCAN 14.01.2022; https://ipkmedia.com/132408/?msclkid=3fa7a6aeb41d11ecbf4dd0ff3f65d6f3).
Isabel Friemann, China InfoStelle

20. Februar 2022:
Festnahme christlicher Aktivistin im Regierungsbezirk
Am 20. Februar hielt Zhou Jinxia für wenige Momente ein Schild am Eingang zum Beijinger Regierungsviertel Zhong­nanhai in die Höhe, auf dem sie Präsident Xi Jinping und seine Frau Peng Liyuan mit Hinweis auf die Liebe Gottes für die Welt aufruft, den christlichen Glauben anzunehmen. Bilder davon wurden kurzzeitig in sozialen Netzwerken geteilt. Seit 2009 fällt Frau Zhou immer wieder mit ihren demonstrativen Petitionen in der Öffentlichkeit auf. Zunächst verlangte sie mit schriftlichen Eingaben eine Entschädigung für ihr zerstörtes Wohneigentum in der Stadt Dalian. Seit ihrer Bekehrung zum Christentum hofft sie auf die Realisierung göttlicher Gerechtigkeit durch eine Umkehr politischer Machthaber zum Glauben. So stellt sie sich seit 2014 mit Evangelisierungsbotschaften an politisch zentralen Orten auf die Straße, zunächst vor der Stadtregierung und dem Parteikomitee von Dalian, seit Weihnachten desselben Jahres auch immer wieder in der Landeshauptstadt. Frau Zhou wurde bereits 2015, 2016 und 2018 in Beijing verhaftet und für jeweils 10 Tage in Haft behalten. Im Oktober 2020 siedelte sie sich in der Hauptstadt an. Im Juni 2021 folgten eine Vertreibung aus Beijing und die Konfiszierung ihres Eigentums. Einen Tag nach ihrer diesmaligen Festnahme wegen „Unruhestiftung“ am 20. Februar wurde Frau Zhou den Behörden von Dalian überstellt. Im Laufe ihrer Tätigkeit als Petitionistin wurde Zhou Jinxia bereits über 50 Mal festgenommen (LiCAS 7.03.2022; https://wqw2010.blogspot.com/2022/03/blog-post_80.html?msclkid=97ed4d26b40211ecac5e1b7cc9179bec).
Isabel Friemann, China InfoStelle

Katholische Kirche

9. Januar 2022:
Kathedrale von Hangzhou lässt erstmals Frauen zum Altardienst zu
In der Sonntagsmesse wurde zwölf Frauen der Kathedralgemeinde dieser liturgische Dienst übertragen. Sie werden ihn künftig mit den männlichen Messdienern der Gemeinde gemeinsam ausüben. Dadurch solle auch den weiblichen Laien die Möglichkeit gegeben werden, ihr durch die Taufe verliehenes allgemeines Priestertum noch umfassender auszuüben, heißt es in dem Bericht. Man antworte damit auch auf Papst Franziskus’ Motu proprio Spiritus Domini vom 11. Januar 2021 [darin hatte der Papst durch eine Änderung des Kirchenrechts offiziell verfügt, dass auch Frauen – wie in der Gemeindepraxis vielfach längst üblich – die liturgischen Dienste von Lektor und Akolyth übernehmen können], so der Bericht. Die Gemeinde freue sich, dass nun zum ersten Mal in der 400-jährigen Geschichte der Kathedrale von Hang­zhou Frauen als Messdienerinnen dienten (xinde.org 12.01.2022).
Die Begebenheit zeigt, dass der chinesischen Kirche die Einheit mit dem Papst weiterhin sehr wichtig ist. Weibliche Messdiener sind in der chinesischen Kirche seit einiger Zeit, aber noch nicht überall üblich. Gleichzeitig ist es an vielen Orten nicht mehr möglich, dass Kinder und Jugendliche als Ministranten dienen, weil die Behörden Minderjährigen den Zutritt zu Kirchen verbieten. kwt

21. Februar 2022:
Untergrundbischof Zhang Weizhu von Xinxiang weiter in Haft
Neun Monate nach seiner Verhaftung am 21. Mai 2021 bleibt Bischof Zhang von der Apostolischen Präfektur Xinxiang in der Provinz Henan weiter in Haft, wie ein Katholik gegenüber AsiaNews berichtete. Bei einer damaligen Polizeirazzia in einem von der Präfektur als Seminar genutzten alten Fabrikgebäude in Shaheqiao, Provinz Hebei, wurden zusammen mit dem Bischof 10 Priester und 10 Seminaristen verhaftet, die kurze Zeit später wieder freigelassen wurden. Die Seminaristen durften ihre Seminarstudien nicht fortsetzen. Während Chinesisch Neujahr durften zwei Personen den Bischof kurz besuchen. Der im Jahr 1991 geweihte Bischof Zhang Weizhu wurde 1998 von Rom zum Bischof der Apostolischen Präfektur Xinxiang berufen, als solcher jedoch nie von der Regierung anerkannt, die stattdessen 2010 einen Administrator für Xinxiang einsetzte (Asia­News 21.02.2022; siehe auch China heute 2021, Nr. 2, Chronik, Katholische Kirche, 20. und 21. Mai 2021). kf

7. März 2022:
Bischof Shen Bin hält Rede bei der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes (PKKChV)
PKKCh-Mitglied Shen Bin, Bischof von Haimen, Vizevorsitzender der Chinesischen Bischofskonferenz und der Chinesischen katholischen patriotischen Vereinigung, hielt während der jährlichen Sitzung eine Rede als Vertreter der religiösen Kreise zum Thema „Durch Anhebung des Niveaus der Selbst-Verwaltung die gesunde Weitergabe der Religionen unseres Landes fördern“. Dazu rief er laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua zu Sinisierung und Anpassung der Religionen an die sozialistische Gesellschaft chinesischer Prägung auf. Die Frage des richtigen „religiösen Stils“ habe mit der gesunden Weitergabe des religiösen Erbes und sogar mit dem Überleben der Religionen zu tun, so Bischof Shen. Für die gesunde Weitergabe forderte er „Mut zur Selbstreinigung“; veraltete Regeln und schlechte Gewohnheiten, die den Anforderungen des Zeitalters und öffentlichem Interesse nicht entsprechen, seien abzuschaffen. Das Verständnis, dass der Staat über der Religion steht, dass das staatliche Recht über dem religiösen Recht steht und dass religiöse Bürger zuerst Staatsbürger sind, müsse fest verankert werden, sagte Bischof Shen unter anderem (Beijing ribao und Xinhua nach chinacatholic.cn 8.03.2022). kwt

20. März 2022:
Diözese Shanghai sagt Marienwall­fahrten zum Sheshan für Mai 2022 erneut ab
In Anbetracht der pandemischen Lage und in Entsprechung der Anforderungen und Bestimmungen der Stadt zur Corona-Prävention hat die Diözese Shanghai beschlossen, die Maiwallfahrten zum Sheshan in diesem Jahr auszusetzen – heißt es in einem Schreiben der Diözese. In dieser Zeit seien die Basilika auf dem Gipfel des Sheshan, die Kirche auf halber Höhe des Berges und die entsprechenden Bereiche [wie der Kreuzweg] geschlossen, es würden keine kollektiven religiösen Aktivitäten durchgeführt und keine Wallfahrer empfangen. Das Schreiben ist nicht namentlich unterzeichnet – Bischof Ma Daqin von Shanghai befindet sich seit 2012 auf dem Sheshan in einer Art Hausarrest und darf sein Amt nicht ausüben (www.xinde.org/show/52517).
Seit Ausbruch der Corona-Pandemie hat die Wallfahrt zum Sheshan nicht mehr stattgefunden. Der Sheshan ist einer der wichtigsten katholischen Wallfahrtsorte Chinas. Den 24. Mai, Festtag Maria Hilfe der Christen, die auf dem Sheshan verehrt wird, hat Papst Benedikt XVI. im Jahr 2007 zum Weltgebetstag für die chinesische Kirche erklärt. kwt

Sino-vatikanische Beziehungen

22. März 2022:
Papst schickt Telegramm nach Flugzeugabsturz in China
Nach dem Absturz einer Boeing 737 der China Eastern Airlines am 21. März auf dem Weg von Kunming nach Guangzhou, bei dem alle 132 Personen an Bord starben, hat Papst Franziskus einen Tag später Präsident Xi Jinping in einem Telegramm kondoliert. Der Text wurde, wie in solchen Fällen üblich, von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichnet. Der Papst sprach Xi und seinen Mitbürgern sein „tiefes Mitgefühl“ aus. Franziskus „betet für die Verstorbenen und um Trost für die, die weinen“ und erbittet für jeden den „göttlichen Segen“, heißt es in dem Telegramm. Xinde brachte den Text in chinesischer Übersetzung mit Screen­shot des italienischen Originals von der Website des Vatikans (Pressemitteilung des Heiligen Stuhls vom 22. März) (xinde.org 22.03.2022; https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2022/03/22/0199/00433.html). kf

Hongkong

13. Januar 2022:
Kardinal Joseph Zen vollendet 90. Lebensjahr
Kardinal Joseph Zen Ze-kiun SDB, emeritierter Bischof von Hongkong, konnte am 13. Januar seinen 90. Geburtstag feiern. Kardinal Zen ist weltweit bekannt für sein Engagement für Religionsfreiheit und Menschenrechte in seinem Heimatland China. Seinen Geburtstag feierte der Kardinal in kleiner Runde, u.a. mit seinen Nachfolgern im Bischofsamt: Kardinal John Tong und Bischof Stephen Chow.
Kardinal Zen wurde am 13. Januar 1932 in der Diözese Shanghai geboren. Er trat in den Salesianerorden ein und wurde 1961 in Turin zum Priester geweiht. Während seines priesterlichen Dienstes war er Dozent am Priesterseminar in Hongkong und in verschiedenen Seminaren auf dem chinesischen Festland. Auch wirkte er als Provinzoberer der China-Provinz der Salesianer. Am 13. September 1996, wenige Monate vor der Rückgabe Hongkongs an China am 1. Juli 1997, wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Koadjutor-Bischof von Hongkong ernannt und folgte 2002 Kardinal John Baptist Wu im Bischofsamt nach. Er wurde 2006 von Papst Benedikt XVI. zum Kardinal ernannt und leitete bis 2009 die Diözese. Kardinal Zen hat sich mit seinen Überzeugungen immer wieder öffentlich Gehör verschafft, indem er zum Beispiel während der Proteste der Regenschirm-Bewegung persönlich an der Seite der Studenten auf die Straße ging (AsiaNews 13. Januar 2022). kf

31. Januar 2022:
Chinesisch Neujahr: Führer der sechs Religionen schicken Grüße zum Jahr des Tigers
In ihrer jährlichen Neujahrsbotschaft hat das Kolloquium der sechs Religionsführer in Hongkong wie auch in den vergangenen Jahren Grüße und Gebete an die Bewohner Hongkongs übermittelt. Bei den Unterzeichnern handelt es sich um Most Ven. Kuan Yun, Präsident der Hongkonger buddhistischen Vereinigung; Bischof Stephen Chow Sau-yan SJ, Bischof der katholischen Diözese Hongkong; Dr. Tong Yun-Kai, Präsident der Konfuzius-Akademie; Ibrahim Sat Che-Sang, Vorsitzender der Chinesischen muslimischen kulturellen und brüderlichen Vereinigung; Rev. Wong Ka-Fai, Vorsitzender des Hongkonger Christenrates, sowie Leung Tak-Wah, Vorsitzender der Hongkonger daoistischen Vereinigung. In ihrer Botschaft stehen die Corona-Pandemie, die Hongkong schwer getroffen hat, sowie der 25. Jahrestag der Übergabe Hongkongs an die VR China im Mittelpunkt. Am Ende des Briefes fassen die Religionsführer ihre Wünsche wie folgt zusammen: „Dass die Pandemie verschwindet, dass alle in Frieden und Wohlstand leben können und dass jede Familie sicher und gesund bleibt. Wir segnen auch die Welt mit Frieden und Glück, dass unser Vaterland weiterhin gedeiht und floriert und dass Hongkong mit langanhaltender Stabilität und Frieden gesegnet ist“ (Hong Kong Sunday Examiner 31.01.2022). kf

5. Februar 2022:
Bisheriger Vertreter des Heiligen Stuhls in Hongkong wird Nuntius der Republik Kongo und von Gabun
In einer Pressemitteilung vom 5. Februar teilte der Heilige Stuhl mit, dass Msgr. Javier Herrera Corona – der bisherige Leiter der Holy See Study Mission in Hongkong – zum Apostolischer Nuntius der Republik Kongo und von Gabun ernannt wurde. Msgr. Herrera Corona wurde am 15. Mai 1968 in Autlán, Mexiko, geboren und am 21. September 1993 zum Priester geweiht. Er hat einen Abschluss in Kirchenrecht. Laut der Pressemitteilung trat Javier Herrera Corona am 1. Juli 2003 in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein und diente in den päpstlichen Vertretungen in Pakistan, Peru, Kenia, Großbritannien und den Philippinen. Seine Position in Hongkong erwähnt die Mitteilung nicht, offiziell gehörte Msgr. Herrera Corona zur Päpstlichen Nuntiatur auf den Philippinen. Laut Sunday Examiner war er seit September 2016 an der (für die Kirche in Festlandchina zuständigen) Studienmission des Heiligen Stuhls in Hongkong tätig, seit dem 2. Januar 2020 als Leiter der Studienmission. Msgr. Herrera Corona trat Spekulationen in den Medien entgegen, wonach der Vatikan seine Vertreter aus Taiwan (siehe Eintrag vom 31. Januar 2022 in der Rubrik „Taiwan“) und Hongkong wegen möglicher diplomatischer Beziehungen zu China abgezogen habe. Mgsr. Herrera Corona sagte, so UCAN, dass es sich dabei um reguläre Versetzungen handle und der Vatikan seine Missionen in Taiwan und Hongkong nicht aufgeben werde. Die Einrichtung einer diplomatischen Mission in China sei „das letzte der geringsten Ziele“ des Heiligen Stuhls (Hong Kong Sunday Examiner 6.02.2022; UCAN 11.02.2022; https://press.vatican.va/content/salastampa/en/bollettino/pubblico/2022/02/05/220205b.html). kf

24. Februar 2022:
Kirchen Hongkongs wegen hoher Covid-Zahlen erneut geschlossen
Gemäß den Maßnahmen der Regierung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie bleiben vom 24. Februar bis zum 20. April Hongkongs Kirchen und Kapellen, in denen regelmäßig öffentliche Messen abgehalten werden, vorübergehend geschlossen, es sei denn, es handelt sich um eine Hochzeit (Teilnehmerzahl nicht mehr als fünf Personen) oder eine Beerdigung (keine Beschränkung der Teilnehmerzahl). Diejenigen, die an den beiden religiösen Zeremonien teilnehmen, müssen jedoch die Bedingung für das Betreten von Kirchen oder Kapellen erfüllen, das heißt einen von der Regierung geforderten Impfpass vorlegen; alle Personen über 12 Jahren müssen danach mindestens einmal geimpft sein. Alle anderen Gottesdienste wurden erneut wie schon mehrfach in den letzten beiden Jahren ins Netz verlegt. Auch die Feiern in der Karwoche und an Ostern werden ausschließlich online stattfinden. Vielen wird Bischof Chow persönlich vorstehen.
Hongkong wurde weitgehend unvorbereitet in den ersten Monaten dieses Jahres von einer enormen Welle an Ansteckungen mit der Omikron-Variante des Coronavirus getroffen. Am 18. März waren bereits mehr als 1 Million Fälle unter den 7,5 Mio. Einwohnern zu verzeichnen – mit über 5.000 Covid-Todesfällen. Gründe sind niedrige Impfraten bei älteren Menschen, niedrige Raten von Vorinfektionen und ein überlastetes Gesundheitssystem gepaart mit den engen Wohnverhältnissen in Hongkong (siehe die Webseite der Diözese https://catholic.org.hk/en/cn20220224/; https://catholic.org.hk/en/cn20220314/; The Guardian 18.03.2022). kf

17. März 2022:
Bischof Chow zu Besuch in Rom
Nach einer Mitteilung des Pressebüros des Heiligen Stuhls empfing am Morgen des 17. März Papst Franziskus in einer Audienz „S.E. Mons. Stephen Chow Sau-yan, Vescovo di Hong Kong (Cina)“ / Bischof Stephen Chow Sau-yan, Bischof von Hongkong (China). Dies bestätigte die Diözese Hongkong am 22. März auf ihrer Webseite: „Der Bischof des katholischen Bistums Hongkong, Stephen Chow Sau Yan SJ, wurde Anfang März nach Rom zu einem inoffiziellen Besuch nach seiner Bischofsweihe [4. Dezember 2021] eingeladen. Während eines Treffens mit Papst Franziskus schlug Bischof Chow vor, dass der Papst die Kirche in China und in Hongkong in dieser Zeit der Pandemie segne. Der Papst nahm diesen Vorschlag gerne an und erteilte daraufhin auf Italienisch seinen Segen.“ In zwei Videobotschaften, die Papst Benedikt spontan aufnahm, richtete er seine Grüße und seinen Segen an die Katholiken in Festlandchina wie auch in Hongkong (https://catholic.hk/4t9; https://catholic.hk/7424e6; https://catholic.org.hk/en/media-20220322/; https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2022/03/17/0181/00389.html). kf

Taiwan

31. Januar 2022:
Chargé d’Affaires des Heiligen Stuhls in Taiwan zum Nuntius in Ruanda ernannt
In einer Pressemitteilung des Heiligen Stuhls vom 31. Januar hieß es, dass Msgr. Arnaldo Catalan von Papst Franziskus zum Apostolischen Nuntius in Ruanda ernannt wurde. Damit endet dessen Tätigkeit als Geschäftsträger der Nuntiatur in Taipei, der er seit 2019 vorstand. Laut der Pressemeldung wurde Msgr. Catalan am 18. September 1966 in Manila, Philippinen, geboren. „Er wurde am 25. März 1994 zum Priester geweiht und in der Metropolitan-Erzdiözese Manila inkardiniert. Er absolvierte ein Studium der Theologie und des Kirchenrechts. Am 1. Juli 2001 trat er in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein und diente in den päpstlichen Vertretungen in Sambia, Kuwait, Mexiko, Honduras, der Türkei, Indien, Argentinien, Kanada, den Philippinen und China (Taipei). Er spricht Italienisch, Englisch und Spanisch.“ Interessant ist die Bezeichnung „China (Taipei)“ und nicht der offizielle Name „Republik China“. Es ist abzuwarten, in welcher Form die Nuntiatur auch angesichts der sino-vatikanischen Beziehungen wiederbesetzt wird. Der Heilige Stuhl unterhält uneingeschränkte diplomatische Beziehungen zur Republik China (Taiwan), die dortige Mission wird jedoch seit Jahrzehnten von einem Geschäftsträger geleitet (https://press.vatican.va/content/salastampa/en/bollettino/pubblico/2022/01/31/220131b.html; vgl. auch den Eintrag zu Hongkong vom 5. Februar 2022). kf

15. Februar 2022:
Der Tsou-Priester Norbert Pu Ying-­hsiung wird zum Bischof von Chiayi in Taiwan ernannt
Am 2. April fand in der Diözese Chiayi in Mitteltaiwan die Bischofsweihe des Diözesanpriesters Norbert Pu statt, der Angehöriger des indigenen Bergvolkes der Tsou ist. Norbert Pu wurde am 26. August 1958 in Alishan, Chiayi, Taiwan, geboren. Er erwarb 1980 einen Bachelor-Abschluss in Philosophie und 1985 einen Abschluss in Theologie an der Theologischen Fakultät Saint Robert Bellarmine der katholischen Fu-Jen-Universität in Taipei. Am 1. Januar 1987 wurde er zum Priester geweiht. Von 1994 bis 2000 studierte er an der damaligen Philosophisch-Theologischen Hochschule SVD in Sankt Augustin, wo er einen Lizentiatsabschluss in Theologie erwarb. Norbert Pu ist einer der wenigen dem Tsou-Volk angehörigen Priester. Die Tsou leben traditionell in der Bergregion des Alishan nahe Chiayi im südlichen Mitteltaiwan. Die ethnische Gruppe zählt heute ca. 6.500 Angehörige. Pu Ying-Hsiungs Großvater war Stammeshäuptling (https://press.vatican.va/content/salastampa/en/bollettino/pubblico/2022/02/15/220215a.html; persönliche Informationen). kf

Singapur

11. Dezember 2021:
Katholische Kirche Singapurs feiert 200-jähriges Bestehen
In seiner Predigt während der Festmesse am 11. Dezember zeigte sich Erzbischof William Goh von Singapur dankbar für das fortgesetzte Wachstum der Kirche in dem Stadtstaat, das aus der jüngsten Volkszählung sichtbar werde. Die Regierung Singapurs sei säkular, ermutige aber die Zusammenarbeit der Religionen bei der Entwicklung gesellschaftlicher, moralischer und spiritueller Werte in der Bevölkerung, erklärte der Bischof. „Die Religionen hier in Singapur respektieren und unterstützen sich gegenseitig“, sagte er. Unter den Glaubensrichtungen im Stadtstaat gebe es eine über Generationen sorgfältig aufgebaute „sehr starke interreligiöse Harmonie“, so der Bischof. Dem Bericht von LiCAS zufolge soll die erste heilige Messe in Singapur von dem Franzosen Saint Laurent Imbert MEP gefeiert worden sein, der am 11. Dezember 1821 in Singapur landete. Der Bericht beziffert die Zahl der Katholiken in Singapur auf rund 300.000 (LiCAS 14.12.2021).
Ergebnisse der erwähnten Volkszählung von Singapur im Jahr 2020 werden in der „Statistik zu Religionen und Kirchen in der Volksrepublik China und in Singapur“ in den Themen dieser Ausgabe besprochen. Die Volkszählung 2020 ermittelte 242.681 Katholiken in der Wohnbevölkerung Singapurs über 15 Jahre. Die höhere Zahl im LiCAS-Bericht dürfte u.a. auf das Mitzählen katholischer Kinder unter 15 Jahren zurückzuführen zu sein. kwt

Katharina Feith (kf)
Isabel Friemann, China InfoStelle
Katharina Wenzel-Teuber (kwt)

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