Tibetischer Wein – Zu einem speziellen Kapitel der Geschichte der katholischen Tibetmission

Daniel Salzgeber CRB

Das Christentum ist zweifellos die am engsten mit dem Wein verbundene Religion. Wein und Reben werden nicht weniger als 443-mal in der Bibel erwähnt. Auch beim ersten Zeichen, das Jesus gemäß dem Evangelisten Johannes wirkte, spielt der Wein eine große Rolle, handelt es sich doch um die Verwandlung von Wasser zu Wein bei der Hochzeit von Kanaan (Joh 2,1-12). Fest in seiner jüdischen Tradition stehend, feierte Jesus in der Nacht vor seiner Hinrichtung in den Zeichen von Brot und Wein mit seinen Jüngern in Form des Sedermahls das letzte Abendmahl und trug ihnen dabei auf, dies zu seinem Gedächtnis fortan zu tun (Mt 26,17-29, Mk 14,12-25, Lk 22,7-38, Joh 13,1-20) und 1 Kor 11,23-26). Seither zelebrieren Christen – heute weltweit – die Feier der heiligen Eucharistie als „Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens“ (Lumen gentium, Nr. 11).

Zwar gab es in der Kirchengeschichte immer wieder Diskussionen, inwieweit die Materie von Brot und Wein zu dieser Feier unerlässlich sind oder ob sie durch lokale Getränke und Speisen ersetzt werden können, aber das katholische Lehramt hielt stets daran fest, dass sie zwingend sind. Nur in Ausnahmefällen kann der Wein durch Traubensaft ersetzt werden. Das stellte vor allem in der Missionsgeschichte manch einen Priester vor die schwierige logistische Frage, wie er zu seinem Messwein kommen könne. 
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