Hier informiert Sie das China-Zentrum zur Situation der Religionen und der christlichen Kirchen in China.


Chronik zu Religion und Kirche in China 1. April - 30. Juni 2025

Politik allgemein

30. Juni 2025:
Staatsmedien verkünden mehr als 100 Millionen Mitglieder der Kommunistischen Partei Chinas
Statistiken über die KPCh-Mitgliedschaft werden gewöhnlich am 30. Juni veröffentlicht, da der 1. Juli der Jahrestag der Parteigründung ist. In diesem Jahr jährt sich die Parteigründung zum 104. Mal. Am 30. Juni wurde in den chinesischen Medien ausführlich darüber berichtet, dass die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) nunmehr über 100 Millionen Mitglieder zählt. Letztes Jahr zur gleichen Zeit meldete der offizielle Sender CGTN, dass die Mitgliederzahl der chinesischen Regierungspartei „Ende 2023“ 99,18 Millionen betragen habe, so ein Bericht der BBC. Ende 2024 hat laut offizieller China Daily diese Zahl 100,271 Millionen erreicht. Damit sei die Mitgliederzahl um 1,1% gestiegen. Nach Angaben des Regierungsorgans People’s Daily sind, wie die BBC zitiert, rund 30,9 Millionen Mitglieder weiblich, 7,7 Millionen gehören ethnischen Minderheiten an, und 57,7 Millionen haben mindestens den Abschluss eines Junior College (dazhuan 大专). Etwa 12 Millionen sind unter 30 Jahre alt, die meisten Mitglieder sind über 61 Jahre alt. Wie China Daily berichtet, ist das Wachstum darauf zurückzuführen, dass sich die Struktur der Partei weiter verbessert hat und die Parteiorganisationen der unteren Ebene stärker gewachsen sind – diese Aussage sei dem Bericht zu entnehmen, der von der Organisationsabteilung des Zentralkomitees der KP Chinas veröffentlicht wurde (China Daily/Xinhua 30.06.; BBC Monitoring Beijing Briefing 30.06.; https://news.cctv.com 30.06.). kf

Religionspolitik

1. Mai 2025:
Neue Rechtsnorm für die religiöse Betätigung von Ausländern in China tritt in Kraft
Die revidierten „Durchführungsbestimmungen zu den Vorschriften für die Verwaltung religiöser Aktivitäten von Ausländern innerhalb des Territoriums der Volksrepublik China“ (中华人民共和国境内外国人宗教活动管理规定实施细则) wurden vom Nationalen Büro für religiöse Angelegenheiten erlassen und am 1. April 2025 publiziert. Sie betreffen sowohl die kollektiven religiösen Aktivitäten von Ausländergemeinden der verschiedenen Religionen als auch religiöse Kontakte und religionsbezogenen Austausch von ausländischen Organisationen und Einzelpersonen mit Religionen in China. Siehe hierzu die Übersetzung der neuen Rechtsnorm in der Dokumentation. Weitere Hinweise zum Inhalt in den Informationen. kwt

Daoismus

14. April 2025:
Chinesische daoistische Vereinigung (CDV) hält Sondersitzung über die Normierung der Freilassung von Lebewesen
Die Freilassung von Lebewesen (fang sheng 放生) ist als buddhistisches Ritual bekannt. Am 30. Juni 2025 verabschiedete die Chinesische buddhistische Vereinigung „Maßnahmen zur Normierung von Aktivitäten des Freilassens von Lebewesen“ (关于规范放生活动的办法) (siehe Eintrag in der Rubrik „Buddhismus“). Doch auch die Daoisten bereiten ein solches Dokument vor. Der von der CDV erstellte Entwurf dafür, dessen Titel mit dem der Buddhisten identisch ist, wurde auf der Sondersitzung am 14. April geprüft und diskutiert. Verantwortliche Genossen aus den zuständigen Ressorts der Einheitsfrontabteilung der KP Chinas nahmen an der Sitzung teil, um Anleitung zu geben – so der Bericht auf der Website der CDV. Die Sitzung wurde von Meng Zhiling, einem stellvertretenden CDV-Vorsitzenden, geleitet. Man studierte Xi Jinpings Gedanken zur ökologischen Zivilisation sowie einschlägige Gesetze und Rechtsnormen. Auf der Sitzung wurde gefordert, dass die daoistischen Kreise mit der Regierung zusammenarbeiten sollten, um gegen Handlungen vorzugehen, die im Namen des Daoismus das Freilassen von Lebewesen benutzen, um kommerzielle Geschäfte zu machen. Persönlichkeiten der daoistischen Kreise und die Masse der Gläubigen seien dazu anzuleiten, die Freilassung von Lebewesen richtig zu verstehen und sich strikt an die nationalen Gesetze und Rechtsnormen sowie an die lokalen politischen Richtlinien zu halten. Drittens, so heißt es [möglicherweise in Abgrenzung von den Buddhisten], „sollten wir uns an die daoistischen Konzepte halten, das Leben zu schützen, anstatt Lebewesen auf formale Weise freizulassen, und den Gesetzen der Natur zu folgen, anstatt utilitaristisch Verdienste anzuhäufen“ (www.taoist.org.cn 17.04.).
Es gibt auf der Website der CDV bisher keinen Bericht über eine Verabschiedung dieses Dokuments. kwt

Buddhismus

6. Juni 2025:
Präsident Xi Jinping fordert den offiziellen Panchen Lama auf, ein „Lebender Buddha zu werden, der von Mönchen und Laienanhängern geliebt wird“ – letztes Treffen vor genau 10 Jahren
Wie Xinhua berichtete, empfing Xi Jinping den 35-jährigen, von Beijing eingesetzten 11. Panchen Lama Gyaltsen Norbu im Zhongnanhai und ermutigte ihn, dem Beispiel des 10. Panchen Lama zu folgen und sich zu bemühen, ein Lebender Buddha des tibetischen Buddhismus mit tiefgreifenden buddhistischen Errungenschaften zu werden, der von Mönchen und Laienanhängern geliebt wird, und einen größeren Beitrag zur Förderung der nationalen Einheit, der religiösen Eintracht sowie der stabilen Entwicklung und des Fortschritts in Tibet zu leisten. Der Panchen Lama überreichte Xi einen Haddak und berichtete über sein Studium und seine Arbeit in den letzten Jahren. Xi lobte die Fortschritte, die er in jeder Hinsicht gemacht habe. Der Panchen versprach, die Lehren von Generalsekretär Xi Jinping zu beherzigen und nach dem Beispiel des 10. Panchen entschlossen an der Führung der KP Chinas festzuhalten. An dem Treffen nahmen auch der Vorsitzende der Chinesischen Konsultativkonferenz, Wang Huning, und der neue Vorsitzende der Abteilung für Einheitsfrontarbeit der Partei, Li Ganjie, teil (Xinhua 06.06.). Zuletzt empfing Xi Jinping den offiziellen Panchen vor zehn Jahren, am 10. Juni 2015.
1995 entführte die chinesische Regierung die vom Dalai Lama anerkannte Reinkarnation des 10. Panchen Lama und setzte einen eigenen 11. Panchen ein. Die Panchen Lamas gelten als zweithöchste geistliche Autorität der Gelug-Schule des tibetischen Buddhismus nach dem Dalai Lama und spielen eine wichtige Rolle bei der Identifizierung von dessen Reinkarnation. kwt

27. Juni – ca. 4. Juli 2025:
Offizieller Panchen Lama besucht Lhasa
Nach Berichten der Parteizeitung Xizang ribao (Tibet Daily) empfing ihn am 30. Juni der Parteichef des Autonomen Gebiets Tibet, Wang Junzheng. Am 1. Juli besuchte der Panchen den Jokhang-Tempel. Am 3. Juli leitete er eine Versammlung der Präsidenten des Tibet-Zweigs der Chinesischen buddhistischen Vereinigung. Dort vermittelte er den „Geist der wichtigen Rede“, die Xi Jinping beim Empfang für ihn am 6. Juni (s.o.) gehalten hatte. Bei dem Treffen wurde auch der „Abriss des Fünfjahres-Arbeitsplans für das systematische Vorantreiben der Sinisierung des tibetischen Buddhismus des Tibet-Zweigs der Chinesischen buddhistischen Vereinigung (2025–2029)“ (中国佛教协会西藏分会关于系统推进藏传佛教中国化五年工作规划纲要 [2025–2029年]) besprochen. Am Folgetag gab es ein Symposium zur Umsetzung des besagten Fünfjahres-Arbeitsplans. Der Panchen betonte dort u.a. die Notwendigkeit, den tibetischen Buddhismus bei der Anpassung an die sozialistische Gesellschaft anzuleiten. Obwohl der Geburtstag des Dalai Lama nicht erwähnt wurde, „war jedem klar, dass die KP Chinas seine [des offiziellen Panchen] Aktivitäten auf diesen Tag ausgerichtet hatte [, um] die Aufmerksamkeit der Tibeter von den wichtigeren Ereignissen um den Dalai Lama in Dharamsala abzulenken“ – hieß es in einem Kommentar in Bitter Winter (Bitter Winter 10.07.; Xizang ribao [2 Meldungen] nach www.xizang.gov.cn 03.07. und www.xztzb.cn 05.07.). kwt

30. Juni 2025:
Chinesische Buddhistische Vereinigung (CBV) verabschiedet Bestimmungen zur Freilassung von Lebewesen und zum Praktizieren von Chan (Zen) in buddhistischen Stätten
Der Vorstand der CBV studierte bei der hybriden Sitzung u.a. den „Geist der wichtigen Rede“, die Xi Jinping beim Treffen mit dem Panchen Lama am 6. Juni (s.o.) hielt. Er verabschiedete sodann zehn verschiedene Regeln und Satzungen. Darunter sind „Maßnahmen zur Normierung von Aktivitäten des Freilassens von Lebewesen“ (关于规范放生活动的办法) und „Maßnahmen zur Verwaltung von Aktivitäten des Praktizierens von Chan in Stätten für buddhistische Aktivitäten der Han-Tradition“ (汉传佛教活动场所禅修活动管理办法). Der Text dieser beiden Dokumente findet sich auf der Website der CBV. Aktivitäten des Freilassens von Lebewesen dürfen demnach nur buddhistische religiöse Organisationen, Stätten für religiöse Aktivitäten oder religiöse Ausbildungsstätten durchführen. Sie dürfen nicht gewinnorientiert sein. Die einschlägigen Behörden müssen über Art und Menge der Lebewesen sowie Zeitpunkt und Ort der Freilassung informiert werden, um Umweltkatastrophen zu vermeiden. Hinsichtlich der Bestimmungen zu Aktivitäten des Chan-Praktizierens ist u.a. hervorzuheben, dass keine Chan-Aktivitäten veranstaltet werden dürfen, die sich an eingeschriebene Schüler/Studierende (在校学生) richten, und dass Teilnehmende solcher Veranstaltungen mindestens 18 Jahre alt sein müssen (www.chinabuddhism.com.cn 30.06.; Dokumente unter www.chinabuddhism.com.cn/web/ListInfo_fg.html). kwt

Protestantische Kirchen

10. April 2025:
Urteile zu illegalen Bibelverkäufen in der Inneren Mongolei werden bekannt
Für eine im April 2021 verhaftete Gruppe um Wang Honglan, die systematisch Bibeln des Chinesischen Christenrates in der Inneren Mongolei weiterverkaufte, ergingen am 20. November 2024 die letzten Urteile. Verwandte und Mitchristen erhielten am 10. April 2025 die Nachricht. Frau Wang Honglan ist in christlichen Kreisen in Hohhot, Innere Mongolei, eine bekannte Persönlichkeit. Zu früheren Zeiten hat sie bereits einmal fünf Jahre im Gefängnis und ein Jahr in einem Arbeitslager verbracht. Als Hauptverantwortlicher des „illegalen Geschäftsmodells“ wurde vom Gericht Ban Yanhong betrachtet und im April 2024 zu fünf Jahren Haft verurteilt. Wang Honglan erhielt eine Geldbuße von 1 Mio. RMB sowie vier Jahre und zehn Monate Freiheitsentzug. Sieben weitere Angeklagte wurden mit Haftstrafen von zwischen drei und vier Jahren belegt. Eine Person wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt (Bitter Winter 15.04.; vgl. China heute 2023, Nr. 2, S. Chronik, Protestantische Kirchen, Mai 2023). Isabel Friemann, China InfoStelle

17./18. April 2025:
Medienausschuss von Chinesischem Christenrat und Patriotischer Drei-Selbst-Bewegung (CCCTSPM) tagt in Wuhan
Am 17. und 18. April kam der nationale Medienausschuss der beiden evangelischen Dachverbände im Zhongnan Theological Seminary in Wuhan, Provinz Hubei, zusammen. Pastor Wang Jun, Direktor der Medienabteilung von Chinesischem Christenrat und Patriotischer Drei-Selbst Bewegung, leitete das Treffen. Zu Beginn wurde gemeinsam das „Lesebuch der wichtigen Gedanken von Generalsekretär Xi Jinping zur guten Arbeit der Einheitsfrontabteilung der Partei im neuen Zeitalter“ studiert. Gu Mengfei, Generalsekretär der Patriotischen Drei-Selbst-Bewegung, sprach über den Geist der jüngsten Sitzungen des Nationalen Volkskongresses und der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes. In einer Gesellschaft, die sich auf mehr Informatisierung und Vernetzung zubewege, werde auch die Medienabteilung in Zukunft eine aktive Rolle spielen und immer größere Beiträge zur systematischen Förderung der Sinisierung des Christentums leisten. Es gehe darum, gleichzeitig chinesische Geschichten gut zu erzählen und Innovationen einzuführen. In denselben Räumen und mit Weitergabe derselben Inhalte fand am 21. April eine Medienschulung auf Provinzebene statt (Bitter Winter 06.05.; www.ccctspm.org 24.,25.04.).
Isabel Friemann, China InfoStelle

Mai / Juni 2025:
Koordiniertes Einschreiten gegen Zion-Kirchen
Eine Reihe von Gemeinden, die sich als Triebe der 2018 in Beijing verbotenen Zion-Kirche (锡安教会) unter demselben Namen in verschiedenen Provinzen des Landes versammeln, wurde im Mai und Juni von staatlichen Behörden aufgesucht. Es kam zu Unterbrechungen religiöser Versammlungen, zu Vorladungen und Verhaftungen. Am 30. Mai wurde Pastor Gao Le in Hefei, Provinz Anhui, für fünf Tage in Gewahrsam genommen; die Wohnungen von Gemeindemitgliedern wurden durchsucht und Bücher konfisziert. Am 1. Juni beendeten Polizeikräfte einen Gottesdienst in Guiyang, Provinz Guizhou, nahmen alle Teilnehmenden mit auf die Wache und behielten den Ältesten Yao Yong und Herrn Mao Yue für 15 Tage in Verwaltungshaft. Staatsbeamte suchten außerdem Zion-Gemeinden in den Städten Chongqing, Hangzhou und Ningbo auf (www.chinaaid.net/2025/06/blog-post_21.html).
Isabel Friemann, China InfoStelle

18.-21. Juni 2025:
Schulung für Medienschaffende
Vom 18.-21. Juni versammelten sich mehr als 90 Korrespondenten der protestantischen Dachverbände aller Provinzen zu einer Weiterbildung in Anshan, Provinz Liaoning. Verbesserungen in der Qualität und im Management sowie eine Verfeinerung der Bewertungs- und Belohnungsmechanismen gehörten zu den Schwerpunktthemen der Tagung. Pastor Shan Weixiang, Leiter der nationalen Abteilung für Soziale Dienste, fragte nach der Notwendigkeit einer Ausbildung von Pastoren und Pastorinnen im Schreiben von Texten in Zeiten künstlicher Intelligenz. Prof. Du Xi von der Fudan-Universität hielt einen Vortrag zum Umgang mit der öffentlichen Meinung und zu Strategien der Anleitung von Menschen. Erhobene Daten der Medienarbeit des Jahres 2024 wurden bekannt gegeben und besprochen. Abschließend ermahnte Pastor Geng Weizhong, Leiter der nationalen Medienabteilung, alle Teilnehmenden, das Bewusstsein für Risikoprävention zu schärfen, die Informationssicherheit im Auge zu behalten und der Kirche auf den beiden Plattformen Tianfeng und China Christian Network 中国基督教网 – dies ist der Name der Website der beiden evangelischen Leitungsgremien, www.ccctsmp.org – gute Dienste zu leisten (www.ccctspm.org 25.06.)
Isabel Friemann, China InfoStelle

20. Juni 2025:
Semesterabschluss am Nationalen Theologischen Seminar
Mit einem Gottesdienst wurden die Studierenden des nationalen theologischen Seminars (auch bekannt als Nanjing Union Theological Seminary, kurz NJUTS) von Chinesischem Christenrat und Patriotischer Drei-Selbst-Bewegung am 20. Juni in den Sommer verabschiedet. Pastor Wu Wei, Präsident des Seminars, und Gu Mengfei, Generalsekretär der Drei-Selbst-Bewegung, gaben den Studierenden und insgesamt 109 Graduierten die Ehre. 76 Personen schlossen das Grundstudium in evangelischer Theologie ab, 25 erhielten einen Mastertitel, 8 wurden promoviert, davon 4 mit einem Doctor of Ministry. Dozent Pan Xingwang predigte über Mt 7, 21-23 „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Himmelreich Gottes kommen.“ Er ermutigte alle, neuen Situationen positiv zu begegnen und nicht in ihren Bemühungen nachzulassen (www.njuts.cn 24.06.).
Isabel Friemann, China InfoStelle

20. Juni 2025:
Gerichtsurteile gegen Leiter der Linfen Covenant Church in Shanxi
Nach öffentlichen Protesten gegen die lange Haftzeit ohne Prozess von Pastor Li Jie und Prediger Han Xiaodong seit August 2022 (vgl. China heute 2022, Nr. 3, S. 160, und 2025, Nr. 1, S. 17), die unter der Anklage des Betrugs in der nicht offiziell registrierten Linfen Convenant Church festgehalten wurden, erging am 20. Juni ein Urteil. Li Jie und Han Xiaodong wurden zu jeweils drei Jahren und acht Monaten Haft sowie einer Geldstrafe von 30.000 RMB (3.600 Euro) verurteilt. Gegen den Gemeindeältesten Wan Qiang erging eine Haftstrafe von einem Jahr und 11 Monaten und ein Bußgeld von 20.000 RMB (Bitter Winter 27.06.).
Isabel Friemann, China InfoStelle

20. Juni 2025:
Zehn Strafurteile gegen Mitglieder der Golden Lampstand Church
Ebenso in Linfen wurden am selben Tag, 20. Juni 2025, zehn Mitglieder einer der ehemals größten Hauskirchen in China, der Golden Lampstand Church (金灯堂), verurteilt (vgl. China heute 2018, Nr. 1, Chronik, Protestantismus, 9. Januar 2018 und 2022, Nr. 3, Chronik, Protestantische Kirchen, 19. August 2022). Ein Video der Sprengung der mehrstöckigen Kirche im Januar 2018 machte den Fall auch im Ausland bekannt. Bereits im August 2021 kam es zu einer Reihe von Verhaftungen, nachdem die Gemeinde sich weiterhin regelmäßig zu Gottesdiensten im Freien versammelt hatte. Wegen angeblichen Betrugs wurde nun Herr Li Shuangping zu neun Jahren Gefängnis und 100.000 RMB (12.000 Euro) Strafe verurteilt; Li Qin, Huo Zhuangping und Zhao Guo’ai erhielten jeweils Haftstrafen von mehr als fünf Jahren und Geldstrafen von 50.000 RMB. Die Strafen für weitere sieben Gemeindemitglieder liegen zwischen einem Jahr und zehn Monaten und vier Jahren und zehn Monaten Gefängnis. Die Zeit in Untersuchungshaft wird in vier Fällen auf die Gesamtstrafe angerechnet, was Freilassung der Betroffenen bedeutet.
Die zeitgleich inhaftierte Predigerin Yang Rongli wartet nach einer Anhörung im April noch auf ihr Urteil. Dasselbe gilt für ihren Mann, Pastor Wang Xiaoguang. Frau Yang war von 2009 bis 2016 wegen illegaler religiöser Aktivitäten in Haft (Bitter Winter 23.06.; https://chinaaid.org 18.05.; www.churchinchains.ie 01.05.).
Isabel Friemann, China InfoStelle

24./26. Juni 2025:
Anwälte im Fall der Fengsheng-Hauskirche in Xi’an nicht zugelassen
Im Fall der seit Sommer 2022 als illegale soziale Organisation bezeichneten Fengsheng-Kirche (丰盛教堂) (vgl. China heute 2022, Nr. 3, Chronik, Protestantische Kirchen, 21. August 2022) hat am 24. Juni ein erster Gerichtstermin stattgefunden. Die Angeklagten Pastor Lian Changnian und sein Sohn Pastor Lian Xuliang haben sich immer wieder in Stellungnahmen an die Öffentlichkeit gewendet sowie alle Vorwürfe des Betrugs und der Veruntreuung von Geldern zurückgewiesen. Ihre Anwälte wurden von Gerichtsangestellten daran gehindert, rechtzeitig zu erscheinen, und so von einer Teilnahme am Prozessgeschehen ausgeschlossen. Sieben als Opfer der Betrugsvorwürfe benannten ehemaligen Gemeindemitgliedern wurde das Aussagerecht verweigert, weswegen sie am 26. Juni eine Erklärung abgaben, nicht getäuscht worden zu sein, sondern gemäß ihres Glaubens und der christlichen Tradition gehandelt zu haben (Bitter Winter 01.07.; www.chinaaid.net/2025/06/blog-post_27.html).
Isabel Friemann, China InfoStelle

Katholische Kirche

23. März 2025:
Diözese Lüliang, Provinz Shanxi: Polizeirazzia im Dorf Zhaizi endet mit Verletzten
Bei dem Zusammenstoß mit der Polizei wurde ein Pfarrmitglied aus dem Nachbardorf von Zhaizi, Francis Zuo Shangwang, schwer verletzt. Das Dorf liegt ca. 70 km südwestlich von Taiyuan. Francis Zuo lebt in Xinli im Kreis Wenshui. Vor drei oder vier Jahren, so der Bericht bei AsiaNews, kaufte ein Pfarrmitglied in Zhaizi Land und baute ein Gebetshaus. Einige Tage vor dem Zwischenfall informierten die Behörden die Gemeindemitglieder, dass das Gebäude nicht rechtmäßig registriert sei und nicht für religiöse Zwecke benutzt werden dürfe. In der Fastenzeit versammelten sich dort dennoch Gemeindemitglieder zum Gebet. Am Sonntag, dem 23. März, kamen, so der Bericht, Spezialeinheiten der Polizei zu dem Gebetshaus und rempelten einige ältere Menschen an. Einer fiel zu Boden und erlitt eine Kopfwunde. Der Gemeindepfarrer Zhang Jinliang, der zum Austeilen der Kommunion vor Ort war, informierte die Gemeindemitglieder des nahegelegenen Dorfes Xinli, die daraufhin herbeieilten. Mit der Zunahme der Gläubigen erhöhte sich auch die Zahl der Polizisten. Als die Polizei die Menge mit Tränengas und Schlagstöcken zu vertreiben suchte, wurde Francis Zuo verletzt und fiel bewusstlos zu Boden. Zu diesem Zeitpunkt attackierte die aufgebrachte Menge einen Polizeibeamten, der alleine in einem Polizeiwagen saß. Dieser zog sich ebenfalls schwere Verletzungen zu. Die drei Verletzten wurden ins Krankenhaus gebracht. Drei Tage später wurden Pfarrer Zhang Jinliang, der auch für das Gebetshaus in Zhaizi tätig ist, und der Gemeindeleiter der Pfarrei Xinli festgenommen. Am 31. März wurden vier weitere Gemeindemitglieder unter Anklage des Angriffs auf einen Polizeibeamten festgenommen. Die Dörfer Xinli und Zhaizi liegen etwa 2,5 km voneinander entfernt, gehören aber zu unterschiedlichen Kreisen: Zhaizi zu Jiaocheng und Xinli zu Wenshui. Laut dem Bericht datiert die christliche Präsenz in Xinli bis ins 17. Jh. zurück. Der Ort mit seinen über 1.000 Einwohnern sei das größte katholische Zentrum in der Diözese Lüliang. Aus dem Ort gingen viele Priesterberufungen hervor. Einer der von Johannes Paul II. im Jahr 2000 heiliggesprochenen Märtyrer, Johannes Wang Rui, wuchs in dem Dorf auf, und auch der im Januar dieses Jahres geweihte Bischof Ji Weizhong von Lüliang stammt von dort. Die Glaubensgeschichte in Zhaizi hingegen sei jüngeren Datums und das Dorf zähle lediglich 40 bis 50 Katholiken. Nach Angaben einiger Katholiken vor Ort hätten Nachbarn die Treffen in dem Gebetshaus in Zhaizi gemeldet. Andere vermuten, dass eine Gruppe von Personen im Ort vom Glauben an Geister profitiere und ihnen die Christen ein Dorn im Auge seien. Seit dem Zwischenfall steht Xinli unter strenger Überwachung. Die Priester der Diözese mussten sich einer Studienwoche zu Regierungsvorschriften unterziehen und die Konten der Gemeinde der letzten fünf Jahre wurden überprüft (AsiaNews 16.04.). kf

10. April 2025:
Bischof Shao Zhumin von Wenzhou erneut „weggebracht“
Shao Zhumin 邵祝敏, Bischof von Wenzhou im Untergrund, und sein Kanzler, der Priester Jiang Sunian 姜溯念, wurden kurz vor Beginn der Karwoche von Sicherheitsbeamten „weggebracht“, vermutlich um zu verhindern, dass sie die Kar- und Osterliturgie, darunter die Chrisammesse, mit der Diözese feiern. Bischof Shao wurde in den letzten Jahren immer wieder für längere oder kürzere Zeit inhaftiert, zuletzt wurde er am 7. März 2025 in Zusammenhang mit seiner Eröffnungsmesse für das Heilige Jahr am 27. Dezember 2024 festgenommen und nach einer Woche wieder freigelassen. Er weigert sich, sich der Patriotischen Vereinigung anzuschließen (AsiaNews 11.04.; siehe auch China heute 2025, Nr. 1, Chronik, Katholische Kirche, 7. März 2025). kwt

28. April 2025:
Diözesane Versammlung in Shanghai wählt Priester Wu Jianlin zum Weihbischof
Dies meldete AsiaNews, während auf den Websites der Diözese Shanghai und der katholischen Leitungsgremien nichts darüber zu lesen war. Wu Jianlin 吴建林 ist Generalvikar der Diözese Shanghai und gilt als regierungsnah. AsiaNews schreibt, dass die Wahl (ebenso wie die am folgenden Tag in Xinxiang, s.u.) vermutlich schon länger geplant war, kritisierte jedoch, dass sie nicht mit Rücksicht auf die Sedisvakanz verschoben wurde.
Die Wahl ist heikel, weil es in Shanghai bereits Weihbischof Thaddäus Ma Daqin 马达钦 gibt, der am 7. Juli 2012 am Ende seiner Bischofsweihe seinen Austritt aus der Patriotischen Vereinigung bekanntgab und seither, abgesondert im Sheshan-Seminar lebend, sein Bischofsamt nicht ausüben darf. Einige hätten gehofft, dass Bischof Shen Bin 沈斌, der Vorsitzende der offiziellen Bischofskonferenz, nach seiner Versetzung nach Shanghai im Jahr 2023 hätte bewirken können, dass Bischof Ma als Weihbischof in Shanghai arbeiten könne, doch die Wahl von Wu Jianlin zeige, dass Beijing keine solche Absicht habe, so AsiaNews.
Die Bischofswahlen in Shanghai und Xinxiang wirbelten in der internationalen, auch der deutschen Presse einigen Staub auf, da fälschlich berichtet wurde, China habe Bischöfe „ernannt“ und damit das Abkommen gebrochen. Dies trifft jedoch nicht zu. Soweit bekannt, sieht das vorläufige Abkommen über Bischofsernennungen vor, dass zunächst in China nach dem dort in der offiziellen Kirche eingeführten Verfahren von einem diözesanen Wahlgremium ein Kandidat gewählt wird. Der Kandidat wird an die Chinesische Bischofskonferenz und dann (vermutlich über das Außenministerium) an den Papst gemeldet, der den Kandidaten ernennt oder sein Veto einlegt. „Wahl“ und „Ernennung“ sind in diesem Fall also zwei unterschiedliche Schritte (AsiaNews 29.04.; FAZ 01.05.; Der Spiegel 02.05.; Die Tagespost 02.05.). kwt

29. April 2025:
Priester Li Jianlin wird zum Bischof der Diözese Xinxiang in Henan gewählt
Dies meldete AsiaNews, das Li Jianlin 李建林 als parteinah bezeichnete. Priester Li war seit November 2013 der behördlich anerkannte Leiter der Diözese Xinxiang, während Rom damals bereits im Untergrund einen Bischof, Zhang Weizhu 张维柱, eingesetzt hatte. Der 67-jährige Bischof Zhang wurde in den letzten Jahren laut AsiaNews mehrfach inhaftiert. Unter anderem wurde er am 20./21. Mai 2021 mit zehn Priestern sowie Seminaristen in Hebei festgenommen, als die Polizei gegen das Untergrundseminar der Diözese vorging. Die Wahl von Li Jianlin zum Bischofskandidaten am 29. April stellt Papst Leo XIV. deshalb vor eine schwierige Entscheidung (AsiaNews 24.05.2021; 29.04.; https://ccccn.org/china/2014-03-21/27410.html). kwt

Ab Anfang Mai 2025:
Behörden nehmen Schwestern, Priester und Laien aus der Diözese Wenzhou wegen nicht genehmigter Pilgerfahrt ins Ausland fest – Schließung fast aller Gottesdienststätten im Untergrund
Wie AsiaNews am 3. Juli berichtete, wurden ab Anfang Mai alle Personen, die letztes Jahr an einer von der Untergrundgemeinschaft der Diözese Wenzhou organisierten Pilgerreise ins Ausland teilgenommen hatten, befragt und zwei Schwestern, ein Priester und zwei Laien wegen „illegaler Migration“ bzw. „illegalem Grenzübertritt“ (toudu 偷渡) (so AsiaNews; vermutlich lautete die Anklage auf Organisieren von illegalem Grenzübertritt) festgenommen, Ende Juni eine weitere Schwester. Auf die Frage, wie eine Pilgerreise „illegale Migration“ sein könne, da alle wieder nach Hause zurückgekehrt seien, hätten die Behörden laut AsiaNews erklärt, dass sie mit Touristenvisa ausgereist seien, aber im Ausland an religiösen Aktivitäten teilgenommen hätten, was dem angegebenen Zweck nicht entspreche. Die Behörden hätten mitgeteilt, dass alle freigelassen würden, wenn Bischof Shao [zur offiziellen Kirche] „konvertiert“. Es ist unbekannt, wie viele der festgenommenen Katholiken inzwischen bereits formell verhaftet wurden; die Anklage ist jedenfalls schwerwiegend. AsiaNews zufolge hat in Wenzhou seit April eine weitreichende Operation begonnen mit Schließung von Gottesdienststätten im Untergrund, Einzelinterviews mit Priestern, Bedrohung von Familien. Verwandte von Priestern, die im öffentlichen Sektor arbeiten, würden aufgefordert, diese zur „Konversion“ zu überreden, unter der Androhung, dass sie sonst ihre Arbeit verlieren würden. Viele Untergrundgemeinden in der Diözese verfügen über Kapellen oder Gebetsstätten, bei denen auch die Priester wohnen. Seit April hätten sechs lokale Behörden, darunter Religionsbüro und Polizei, gemeinsame Aktionen durchgeführt und erklärt, dass diese Orte geschlossen und die sich dort aufhaltenden Personen festgenommen würden, wenn sie nicht die Aufsicht der Patriotischen Vereinigung akzeptieren und erlauben, dass offizielle Priester dort Messe halten. Inzwischen seien alle Untergrundpriester gezwungen worden, ihre Wohnungen zu verlassen; eine Quelle schätzte, dass 90% der Gottesdienststätten im Untergrund geschlossen sind. Nach Meinung mancher – so AsiaNews – habe die Regierung die Übergangsphase nach dem Tod von Papst Franziskus nutzen wollen, um ihre Position in den Verhandlungen mit dem Vatikan zu stärken (AsiaNews 03.07., englisch und chinesisch).
Möglicherweise bezogen sich die Behörden im Fall der Pilgerfahrt auf § 41 der Vorschriften für religiöse Angelegenheiten: „Wer keine [registrierte] religiöse Organisation, religiöse Ausbildungsstätte oder Stätte für religiöse Aktivitäten ist, [...] darf nicht die Ausreise religiös gläubiger Bürger zur Teilnahme an religionsbezogenen Fortbildungen, Konferenzen und Aktivitäten [im Ausland] organisieren.“ kwt

25. Mai 2025:
Xinde-Umfrage: Früher Tod von vielen chinesischen Klerikern
Nach einer („unvollständigen“) Statistik der Redaktion des katholischen Portals Xinde sind mit Stand 25. Mai 2025 zwischen dem 15. April 1990 und dem 25. Mai 2025 insgesamt 115 Priester jüngerem Alters verstorben. Der Bericht listet alle Verstorbenen chronologisch mit Namen, Sterbedatum, Lebensalter, Diözese, Todesursache, Weihedatum sowie der Anzahl der Jahre und Tage ihres Priestertums auf. Es werden nur Kleriker genannt, die zum Zeitpunkt ihres Todes unter 65 Jahre alt waren. In der Tat hört man immer wieder von chinesischen Priestern, Seminaristen und Schwestern, die infolge von Krankheit, aber auch Verkehrsunfällen früh versterben. In der Liste ist auch der am 26. Februar 2011 verstorbene, damals 48-jährige Priester Stephan Jia Youmin von Xi’an aufgeführt, der in Sankt Augustin Theologie studiert hatte und am 28. Oktober 2004 zum Priester geweiht worden war. Xinde gibt an, dass er an einem Herzinfarkt verstarb, nach sechs Jahren, drei Monaten und 29 Tagen seines Priesterdaseins.
Fides, das den Bericht aufgriff, nennt als Hauptursachen für einen frühen Tod Herzinfarkte, Hirnblutungen, Schlaganfälle und Krebs. Hinzu kommen Verkehrsunfälle, insbesondere auf dem Land. „Die Gesundheit der Priester und Schwestern hat auch mit den Bedingungen der pastoralen Arbeit zu tun“, so Fides. Nach der Studie von Xinde sind Ursachen für gesundheitliche Probleme von Schwestern und Priestern u.a. eine hohe Arbeitsbelastung, unregelmäßiger Lebens- und Ernährungsstil, psychologischer Stress und Mangel an Bewegung. In den chinesischen Diözesen wird in den letzten Jahren der Gesundheit des Klerus durchaus mehr Beachtung geschenkt. Fides erwähnt, dass am 4. Dezember 2020 die Chinesische Bischofskonferenz und Patriotische Vereinigung eine „Bekanntmachung zu Gesundheitsfürsorge und medizinischen Untersuchungen für Priester, Schwestern und Laien, die in kirchlichen Einrichtungen arbeiten“ an alle Diözesen des Landes verschickt hat. Dort heiße es, dass die Diözesen das System der präventiven Gesundheitsuntersuchungen für Priester und Schwestern einführen oder verbessern sollten, indem sie jährliche Gesundheitsuntersuchungen anbieten und personelle, finanzielle und materielle Ressourcen bereitstellen. Auf diese Weise sollten eine frühzeitige Diagnose von Krankheiten, eine rechtzeitige Behandlung und die Prävention von Krankheiten gewährleistet werden. In Diözesen mit größeren wirtschaftlichen Ressourcen sei Gesundheitsfürsorge für Schwestern und Priester bereits gängige Praxis, so z.B. in Beijing, Shanghai, Guangzhou, Haimen oder Suzhou. Allerdings ist uns im China-Zentrum bekannt, dass vor allem Schwesterngemeinschaften im ländlichen Raum oft nicht die finanziellen Mittel haben, um Vorsorge zu leisten und im Krankheitsfall die häufig sehr hohen Behandlungskosten zu stemmen. Auch mangelt es dort an Altersvorsorge und Krankenversicherung im notwendigen Umfang.
Xinde möchte die Statistik weiterführen, um das Andenken an die jung Verstorbenen zu wahren und damit historisches Material zur Geschichte in China nicht verlorengehe. Das Team hofft auch auf weltweite Zusammenarbeit, Informationen könnten an 1991@chinafaith.org geschickt werden (Fides 23.05.; Xinde 25.05.). kf

11. Juni 2025:
Untergrundbischof Lin Yuntuan wird offiziell als Weihbischof von Fuzhou installiert – erste Bischofsernennung für China durch Papst Leo XIV.
Mit der Installation haben die chinesischen Behörden den 1952 geborenen Bischof Lin Yuntuan 林运团 offiziell anerkannt, allerdings nur als Weihbischof. Erst am 23. Januar 2025 war mit päpstlicher und behördlicher Zustimmung Bischof Cai Bingrui 蔡炳瑞 aus der Diözese Xiamen auf den Bischofssitz von Fuzhou versetzt worden.
Die Zeremonie wurde von Bischof Zhan Silu 詹思禄 von Mindong geleitet. Priester Yang Yu 杨宇, Generalsekretär der Bischofskonferenz, verlas das Approbationsschreiben der Bischofskonferenz. Laut dem Bericht auf der Website der offiziellen katholischen Leitungsgremien schwor Weihbischof Lin Yuntuan bei der Installationszeremonie unter anderem, „am Prinzip der Unabhängigkeit, Autonomie und Selbstverwaltung der Kirche festzuhalten“. Nach der Zeremonie wurde eine Dankmesse gehalten, der der Bischof von Fuzhou, Cai Bingrui, vorstand. 
Ebenfalls am 11. Juni wurde im Bulletin des Presseamts des Heiligen Stuhls bekanntgegeben, dass der Papst, „im Rahmen des Dialogs über die Anwendung des vorläufigen Abkommens“, „S.E. Mons. Giuseppe Lin Yuntuan“ zum Weihbischof von Fuzhou ernannt habe. Die Meldung enthält u.a. die Angabe, dass Lin Yuntuan am 28. Dezember 2017 die Bischofsweihe empfing. Der Direktor des Presseamts des Heiligen Stuhls erklärte am gleichen Tag: „Wir freuen uns, dass heute, mit der Übernahme des Amtes des Weihbischofs von Fuzhou durch Seine Exzellenz Monsignore Joseph Lin Yuntuan, sein bischöfliches Amt auch zivilrechtlich anerkannt wird. Dieses Ereignis stellt eine weitere Frucht des Dialogs zwischen dem Heiligen Stuhl und den chinesischen Behörden dar und ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Gemeinschaft der Diözese.“ Die Diözese Fuzhou war seit Jahren mehrfach gespalten, mit zwei Fraktionen im Untergrund (www.chinacatholic.cn/ccic/report/2506/0072-1.htm; https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2025/06/11.html). kwt

Sino-vatikanische Beziehungen

21. April 2025:
Papst Franziskus stirbt am frühen Ostermontag im 13. Jahr seines Pontifikats
Er wurde 88 Jahre alt. Der argentinische Kardinal Jorge Mario Bergoglio SJ war am 13. März 2013 zum Papst gewählt worden. Vom Beginn seines Pontifikats an suchte er den Dialog mit China. 2018 unterzeichneten der Heilige Stuhl und die Volksrepublik China ein vorläufiges Abkommen über die Ernennung von Bischöfen. kwt

21. April 2025:
Erste Reaktionen zum Tod des Papstes von der Basis der katholischen Kirche Chinas
Knapp drei Stunden, nachdem der Vatikan den Tod von Papst Franziskus verkündet hatte, meldete dies auch das katholische Portal Xinde und rief zum Gebet für den Verstorbenen auf.
Eine Quelle aus Festlandchina berichtete AsiaNews: „Sobald die Nachricht sich verbreitete, füllten sich die [katholischen] WeChat-Gruppen mit Gebeten und preisenden Worten für den Papst. [...] Es war eine spontane Explosion [...].“ Die Nachrichtenagentur AFP berichtete über einen Trauergottesdienst in einer kleinen Kirche in Hebei am 22. April und sprach dort mit einigen Gläubigen. Die vatikanische Nachrichtenagentur Fides zufolge „hielt die kleine Herde der chinesischen Katholiken sofort inne, um für die Seele des Bischofs von Rom zu beten. Die Gläubigen versammelten sich spontan in Kirchen zum Gebet, inklusive Rosenkranz, für ihren geliebten Papst.“ Laut Fides hatte die Nantang-Pfarrei [vermutlich in Beijing] bereits eine Gedenkmesse für Papst Franziskus für den folgenden Tag, den 22. April, angekündigt. Die Redaktion von China heute sah auch Fotos von Trauerhallen, die einzelne Gemeinden für Franziskus eingerichtet hatten.
Sehr schnell aber sollen die Religionsbehörden Diözesen und Gemeinden angewiesen haben, keine Trauerevents zu posten. Infolgedessen gibt es auf chinesischen katholischen Websites keine Berichte über eigene Trauerbekundungen und Requiems. Das war beim Tod von Papst Johannes Paul II. im Jahr 2005 und auch noch von Papst emeritus Benedikt XVI. 2023 deutlich anders gewesen (AFP 24.04.; AsiaNews 24.04.; Fides 21.04.; Xinde 21.04.). kwt

Ab 21. April 2025:
Chinesischsprachige staatliche und parteinahe Medien zum Tod von Papst Franziskus
Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete am 21. April in einem knappen Zweizeiler den Tod von Papst Franziskus. Ausführlichere Berichte gab es in nichtamtlichen parteinahen Medien. Pengpai (ThePaper) brachte am 21. April einen Beitrag mit der Überschrift „Eilmeldung des Vatikans! Der römische Papst Franziskus ist gestorben, er wurde 88 Jahre alt! Gestern traf er noch JD Vance und tauschte mit ihm Ostergrüße aus!“ Huanqiu shibao (das chinesischsprachige Pendant zu Global Times) berichtete am 22. April relativ ausführlich; für Details siehe den Beitrag in den Informationen (www.news.cn/20250421/9f5e184763f747118a66e4a0376c88ed/c.html; www.thepaper.cn/newsDetail_forward_30693914; https://m.huanqiu.com/article/4MNEzU8ntFv). kwt

22. April 2025:
Sprecher des chinesischen Außenministeriums beantwortet Fragen zum Tod von Papst Franziskus
Insgesamt wurden dem Sprecher Guo Jiakun auf der regelmäßigen Pressekonferenz von ausländischen Medienvertretern sogar fünf Fragen zu dem Thema gestellt. Er erklärte: „China bekundet sein Beileid zum Tod von Papst Franziskus. In den letzten Jahren haben China und der Vatikan konstruktive Kontakte gepflegt und nützlichen Austausch durchgeführt. China ist bereit, gemeinsame Anstrengungen mit dem Vatikan zu unternehmen, um die kontinuierliche Verbesserung der Beziehungen zwischen China und dem Vatikan zu fördern.“ Die beiden Seiten hätten „umfassende Kommunikation über internationale Fragen“ geführt. Auf die Frage, ob China einen Vertreter zur Beerdigung senden werde, sagte Guo: „Ich kann Ihnen derzeit keine Information dazu geben.“ Es wurde außerdem gefragt, ob die Voraussetzung für einen Papstbesuch in China sei, dass der Vatikan die diplomatischen Beziehungen mit Taiwan abbreche. Guo antwortete, Taiwan sei ein unveräußerlicher Teil des chinesischen Territoriums, und die Regierung der Volksrepublik China sei die einzige legitime Regierung für ganz China. „Wir hoffen, dass die betreffenden Länder [...] auf den richtigen Weg zurückkehren und am Ein-China-Prinzip festhalten“ (www.fmprc.gov.cn/eng/xw/fyrbt/lxjzh/202504/t20250422_11601566.html). kwt

24. April 2025:
Offizielle chinesische katholische Leitungsgremien melden den Tod von Papst Franziskus und senden (laut Xinhua) ein Beileidstelegramm nach Rom
Mit dreitägiger Verspätung veröffentlichten die Chinesische katholische patriotische Vereinigung und die Chinesische katholische Bischofskonferenz auf ihrer gemeinsamen Website www.chinacatholic.cn unter der Überschrift „Papst Franziskus ruht in Frieden beim Herrn“ folgende kurze Meldung ohne Foto: „Papst Franziskus wurde am 21. April 2025 um 7.35 Uhr (13.35 Uhr nach Beijinger Zeit) im Haus Santa Marta vom Herrn zu sich gerufen, er wurde 88 Jahre alt. Betet gemeinsam, dass Gott in seiner Barmherzigkeit Papst Franziskus im Himmel ewige Seligkeit schenke.“ Weitere Beiträge und Berichte zum Tod des Papstes gab es auf dieser Website auch in der Folgezeit nicht. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete am gleichen Tag: „Am 24. April 2025 hat die Chinesische katholische ‚Eine Vereinigung und Eine Konferenz‘ ein Beileidstelegram an den Vatikan geschickt, indem sie ihr Beileid zum Tod von Papst Franziskus aussprach.“ Diese Xinhua-Meldung wurde am nächsten Tag mit Screenshot von Xinde übernommen. Der ganze Vorgang zeigt, dass die Behörden den medialen Umgang der chinesischen Kirche und kirchlichen Medien mit dem Tod des Papstes streng reglementierten und einschränkten (www.chinacatholic.cn/ccic/report/2504/0195-1.htm; www.news.cn/world/20250424/788674fb4c1b4282b444f5845d2b44bb/c.html). kwt

26. April 2025:
Beerdigung von Papst Franziskus – ohne offizielle Teilnahme aus Festland-China, Chen Chien-jen als Vertreter Taiwans, Kardinal Zen darf ausreisen
Zur Trauerfeier für Papst Franziskus kamen Staatsgäste und Staatsoberhäupter aus aller Welt. Aus der Volksrepublik China (Festland) nahmen weder offizielle staatliche noch kirchliche Vertreter an der Trauerfeier teil. Michel Chambon kommentierte in UCAN: „Trotz [Franziskus’] 12 Jahren beharrlicher, persönlicher Bemühungen um Vertrauen und Dialog – oft gegen Widerstände – hat China keine einzige Delegation zur Beerdigung von Franziskus geschickt. ... Niemand hat erwartet, dass Chinas Spitzenbeamte teilnehmen, aber eine bescheidene Delegation – oder zumindest ein oder zwei chinesische Bischöfe – wäre sicherlich angemessen gewesen.“ Chambon vermutet, ein Grund für das Fernbleiben der Chinesen sei die Teilnahme taiwanischer Vertreter gewesen (siehe hierzu den Eintrag vom 26. April / 18. Mai 2025 in der Rubrik „Taiwan“).
Kardinal Joseph Zen, emeritierter Bischof von Hongkong, erhielt behördliche Erlaubnis, zur Beerdigung nach Rom zu reisen. Die Hongkonger Behörden hatten 2022 nach der umstrittenen Verhaftung des Kardinals unter dem Gesetz zur Nationalen Sicherheit seinen Pass konfisziert.
Die chinesische parteinahe Global Times hob hervor, dass die letzte Fürbitte während des Requiems in chinesischer Sprache verlesen wurde. „Laut CNN war es das erste Mal, dass bei einem päpstlichen Begräbnis Mandarin benutzt wurde“, schrieb die parteinahe Zeitung und fuhr fort: „,Das Lesen in Mandarin könnte als Anspielung auf die langjährigen Bemühungen von Papst Franziskus gesehen werden, Brücken zu China zu bauen, und auf die Liebe, die der Papst immer für das chinesische Volk und das große Land empfunden hat, das er immer zu besuchen wünschte‘, sagte Antonio Spadaro, Untersekretär des vatikanischen Dikasteriums für Kultur und Bildung, der Global Times am Samstag“ (AP 24.04.; AsiaNews 24.04.; UCAN 28.04.; www.globaltimes.cn 26.04.). kwt

8. Mai 2025:
Kardinal Robert Francis Prevost, ein Augustiner, wird Papst Leo XIV.
Katholiken in Festlandchina konnten über die katholische App Wanyou zhenyuan im Livestream den ersten Auftritt des neuen Papstes auf dem Balkon des Petersdoms mitverfolgen.
In einem am 12. Mai veröffentlichten Interview mit dem Kanal Youth Boiling Point der Diözese Hongkong enthüllte Kardinal Stephen Chow SJ, dass der neue Papst China kennt und bereits in China gewesen ist. Nach übereinstimmender Einschätzung verschiedener Medien reiste P. Prevost OSA in seiner Zeit als Generalprior des Augustinerordens nach China, möglicherweise auch mehr als einmal. Wahrscheinlich besuchte er insbesondere das frühere Missionsgebiet seines Ordens in der Provinz Hunan (Interview von Youth Boiling Point mit Kardinal Chow: www.youtube.com/watch?app=desktop&v=rwm-f-hc_Ik).
Für weitere Details siehe die Beiträge in den Informationen und der Dokumentation. kwt

9. Mai 2025:
Chinas Außenamtssprecher gratuliert dem neuen Papst
Auf der regulären Pressekonferenz erklärte Li Jian, Sprecher des chinesischen Außenministeriums: „Wir gratulieren Kardinal Robert Prevost zu seiner Wahl zum neuen Papst. Wir hoffen, dass der Vatikan unter der Führung des neuen Papstes den Dialog mit China in einem konstruktiven Geist fortsetzen wird, vertiefte Kommunikation über internationale Themen von beidseitigem Interesse führen wird, gemeinsam die ständige Verbesserung der sino-vatikanischen Beziehungen voranbringen und Beiträge zu Frieden, Stabilität, Entwicklung und Wohlstand in der Welt leisten wird“ (www.fmprc.gov.cn/eng/xw/fyrbt/lxjzh/202505/t20250509_11618305.html). kwt

9. Mai 2025:
Xinhua meldet, dass die chinesischen katholischen Leitungsgremien dem neuen Papst gratuliert haben
Die Xinhua-Meldung lautet: „Am 9. Mai haben die Chinesische katholische ‚Eine Vereinigung und Eine Konferenz‘ dem neuen Papst Leo XIV. ein Glückwunschtelegramm geschickt und ihm zur Wahl zum Papst gratuliert“. Auf der Website der beiden Gremien, www.chinacatholic.cn, wird Papst Leo XIV. bis heute nicht erwähnt (Stand 19.07.) (Xinhua 09.05.). kwt

18. Mai 2025:
Amtseinführung von Papst Leo XIV. – diesmal mit indirekter chinesischer Präsenz durch FAO-Generalsekretär Qu Dongyu
Die Führung Chinas in Beijing schickte auch diesmal keinen offiziellen Vertreter. Es gab jedoch eine indirekte chinesische Präsenz durch die Teilnahme von Qu Dongyu 屈冬玉, dem Generaldirektor der Welternährungsorganisation (FAO), die ihren Sitz in Rom hat. Qu war, bevor er 2019 diese internationale Position übernahm, in China u.a. Vizevorsitzender der Regierung von Ningxia und stellvertretender Landwirtschaftsminister. Er ist Mitglied der KP Chinas. Ein Beitrag von Radio Veritas Asia argumentiert, Qu Dongyus Teilnahme sei „nicht nur ein persönlicher Akt, sondern möglicherweise auch eine Art Signal der chinesischen Regierung zur Entspannung der Beziehungen zwischen China und dem Vatikan“ gewesen (Radio Veritas Mandarin Service 20.05.). kwt

25. Mai 2025:
Papst Leo XIV. äußert sich erstmals zum Weltgebetstag für die Kirche in China
Nach dem Gebet des Regina Caeli auf dem Petersplatz sagte der Papst: „[...] Ebenfalls gestern, am liturgischen Gedenktag der seligen Jungfrau Maria, Hilfe der Christen, wurde der von Papst Benedikt XVI. eingeführte Weltgebetstag für die Kirche in China begangen. In den Kirchen und Wallfahrtsorten Chinas und auf der ganzen Welt wurde zu Gott gebetet, als Zeichen der Sorge und Zuneigung für die chinesischen Katholiken und ihrer Gemeinschaft mit der Weltkirche. Möge die Fürsprache der allerseligsten Jungfrau Maria ihnen und uns die Gnade erwirken, auch inmitten von Prüfungen starke und freudige Zeugen des Evangeliums zu sein, um stets den Frieden und die Harmonie zu fördern (www.vatican.va/content/leo-xiv/de/angelus/2025/documents/20250525-regina-caeli.html). kwt

Hongkong

20. März 2025:
Katholische Universitäten von Hongkong und Taiwan unterzeichnen Kooperationsverträge
Die katholische Saint Francis University (SFU) in Hongkong und die katholische Fu Jen Catholic University (FJCU) in Taiwan haben mit der Unterzeichnung ihrer ersten Absichtserklärungen (Memorandum of Understanding, MoU) einen bedeutenden Meilenstein in ihren Internationalisierungsbemühungen gesetzt. Am 20. März unterzeichneten die beiden Institutionen im Rahmen einer feierlichen Zeremonie auf dem Campus der SFU zwei Vereinbarungen. Die beiden MoUs legen die institutionelle wie auch die Zusammenarbeit in den Gesundheitswissenschaften zwischen beiden Universitäten fest, mit dem Ziel, die Kooperation in den Bereichen Lebensbildung (life education), katholische Lehre sowie interdisziplinäre Forschung und Entwicklung zu stärken. „Die Vereinbarungen mit der FJCU sind besonders bedeutsam, da sie die ersten Abkommen sind, die die Universität mit einer anderen katholischen Universität unterzeichnet hat“, sagte Professor Lo Tit-wing, amtierender Präsident der SFU. Lo äußerte seine Hoffnung, so der Sunday Examiner, dass die Partnerschaft den Austausch von Studierenden und Lehrkräften, gemeinsame Forschungsprojekte und Kooperationen im Bereich der akademischen Abschlüsse fördern werde. Die Vereinbarungen fallen mit dem 40-jährigen Jubiläum der SFU bzw. ihres Vorgängerinstituts und dem 100-jährigen Jubiläum der FJCU zusammen. Professor Yip Ping-keung, der die Vereinbarungen im Namen der FJCU unterzeichnete, bezeichnete die Absichtserklärungen als ein Geschenk zum hundertjährigen Jubiläum, das das langjährige Engagement der Universität für die katholische Hochschulbildung unterstreiche. Yip hob die Medizinische Fakultät der FJCU hervor, die trotz ihres relativ jungen Alters von 35 Jahren zu einem wichtigen Bestandteil des akademischen Angebots der Universität geworden sei. Die SFU bemüht sich auch um Kooperationen mit weiteren Universitäten und Hochschulen weltweit. 
Das damalige Caritas Institute of Higher Education wurde im Januar 2024 offiziell zur Hochschule erhoben. Die Saint Francis University wurde damit zur vierten privaten Universität in Hongkong (Sunday Examiner 28.03.; siehe auch China heute 2024, Nr. 1, Chronik, Hongkong, 9. Januar 2024). kf

1. Juni 2025:
Kardinal Stephen Chow S.J. predigt in der anglikanischen Kathedrale von Hongkong
„Ich denke, es ist historisch“, dass „ein römisch-katholischer Kardinal hierherkommt, um seine Gedanken mit Ihnen zu teilen ... in der St. John’s Cathedral“, sagte der Bischof der katholischen Diözese Hongkong während seiner Homilie beim anglikanischen Gottesdienst am 1. Juni. Er dankte Matthias Clement Tze-Wo Der, dem anglikanischen Bischof von Hong Kong Island, und der Kathedralgemeinde für die Einladung. In seiner Predigt betonte Kardinal Chow zudem, dass die Gläubigen aus ihren Komfortzonen herausgehen und als missionarische Jünger der Liebe in die „schrecklich zerbrochene Welt“ gehen sollten. Bischof Der bekundete am Ende des Gottesdienstes seine große Freude über den Besuch und dass sie in den letzten Jahren gute Freunde und Pilger auf dem gemeinsamen Weg geworden seien. Er sagte: „Wir freuen uns sehr, dass die beiden Kirchen (die anglikanische und die katholische) in dieser sehr zerbrochenen Welt zu einem gemeinsamen Zeugnis zusammenfinden.“ 
Die anglikanische Diözese Hong Kong Island ist Mitglied der Provinz Hong Kong Sheng Kung Hui. Die Provinz umfasst drei Diözesen und ein Missionsgebiet. Dazu gehören die Diözese Hong Kong Island, die Diözese Eastern Kowloon, die Diözese Western Kowloon und das Missionsgebiet Macau (Sunday Examiner 06.06.; UCAN 06.06.). kf

Taiwan

5. Februar 2025 / 3. April 2025:
Taiwan: Neuer Weihbischof für Taipei ernannt
In seinem täglichen Pressebulletin gab der Heilige Stuhl am 5. Februar bekannt, dass Papst Franziskus den Priester Peter Chao Yung-Chi von der Diözese Chiayi zum Weihbischof der Erzdiözese Taipei ernannt hat. Msgr. Peter Chao wurde am 28. März 1973 in Taichung City, Taiwan, geboren. Er erwarb einen Bachelor-Abschluss in Philosophie und Theologie an der Saint Robert Bellarmine Faculty und einen Lizentiatsabschluss in Religionswissenschaft an der katholischen Fu-Jen-Universität in Taipei. Am 3. Februar 2001 wurde er zum Priester für die Diözese Chiayi geweiht. In der Diözese Chiayi hatte er verschiedene Ämter inne, zuletzt war er u.a. Kanzler der Diözese und Pfarrer der Kathedrale St. Johannes in Chiayi. Am 3. April fand in der Chongmei-Halle der Fu-Jen-Universität die Bischofsweihe statt. Der neue Weihbischof unterstützt die Arbeit von Erzbischof Thomas Chung An-Zu, der 2020 in sein Amt als Erzbischof von Taipei eingesetzt wurde (Radio Veritas Asia 10.05.; https://press.vatican.va/content/salastampa/en/bollettino/pubblico/2025/02/05/250205b.html). kf

30. März 2025:
Katholische Universitäten in Macau und Taiwan vereinbaren Studentenaustausch
Die katholische Universität Saint Joseph in Macau und die katholische Fu-Jen-Universität in Taiwan haben laut einem Bericht in der katholischen Zeitung O’Clarim (Macau) vom 30. März eine Vereinbarung über den Austausch von Studierenden und die Stärkung der akademischen Zusammenarbeit unterzeichnet. Die Kooperationsvereinbarung wurde zwischen der Fakultät für Religionswissenschaft und Philosophie der Universität Saint Joseph und der Fakultät für Sozialwissenschaften der Fu-Jen-Universität geschlossen. Sie ermöglicht es den Studierenden beider Universitäten, ein oder zwei Semester an der jeweils anderen Universität zu studieren. Die Studierenden beider Universitäten müssen keine Studiengebühren oder Verwaltungsgebühren an die Gastuniversität entrichten (O’Clarim 30.03. nach UCAN 31.03.). kf

26. April / 18. Mai 2025:
Taiwan: Ehemaliger Vizepräsident der Republik China auf Taiwan nimmt an Beerdigung von Papst Franziskus und Amtseinführung von Papst Leo XIV. auf dem Petersplatz teil
Der frühere Vizepräsident Chen Chien-jen, ein Katholik, war der offizielle Vertreter von Präsident Lai Ching-te sowohl bei der Beerdigung von Papst Franziskus am 26. April wie auch bei der Amtseinführung von Papst Leo XIV. am 18. Mai. Er wurde jeweils vom stellvertretenden Außenminister Francois Wu Chih-chung begleitet. Bei der Beisetzung war auch die Ehefrau von Chen anwesend. U.a. hatten sie Gelegenheit zu einem kurzen Treffen mit dem früheren Präsidenten der USA, Joe Biden, und seiner Gattin.
Chen habe, laut einem Bericht von Taiwan News, bei der Amtseinführung von Papst Leo XIV. Gelegenheit gehabt, mit Vertretern von 35 Ländern zu sprechen, u.a. mit der Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen, Bundeskanzler Friedrich Merz und dem US Secretary of State Marco Rubio. Nach der Heiligen Messe auf dem Petersplatz konnten die Staats- und weitere Gäste den neuen Papst im Petersdom persönlich begrüßen. Chen Chien-jen sagte bei dieser Gelegenheit, dass die Katholiken in Taiwan auf den Papst warteten. „Der Papst antwortete mit einem Nicken“, so Chen. Chen habe, laut Taiwan News, bei seiner ersten Begegnung mit Papst Leo XIV. zunächst gedacht, der Papst sei vielleicht zurückhaltend, habe ihn dann aber als freundlich und zugänglich erlebt. Chen zeigte sich zuversichtlich, dass Taiwan und der Vatikan weiterhin bei humanitären Hilfsmaßnahmen und der Förderung von Frieden und Wohlstand zusammenarbeiten würden (Taiwan News 19.05.; https://x.com/MOFA_Taiwan/status/1916795223922839744). kf

9. Mai 2025:
Taiwan: Präsident Lai gratuliert zur Papstwahl von Leo XIV.
Wie das Presseamt des Außenministeriums, Abteilung für europäische Angelegenheiten, der Republik China auf Taiwan am 9. Mai mitteilte, wies Präsident Lai Ching-te die Botschaft der Republik China beim Heiligen Stuhl nach der Wahl des Papstes am 8. Mai an, dem neuen Papst ein Glückwunschschreiben zu übermitteln. „In seiner Botschaft“, so die Pressemitteilung, „übermittelte Präsident Lai im Namen des Volkes und der Regierung von Taiwan, einschließlich seiner katholischen Gemeinschaft“, seine aufrichtigen Glückwünsche. Er äußerte „Zuversicht, dass Seine Heiligkeit die katholische Kirche und ihre 1,4 Mrd. Anhänger weltweit mit tiefer Weisheit führen wird“. Er bekräftigte außerdem, dass „Taiwan sich darauf freut, weiterhin mit dem Heiligen Stuhl im gemeinsamen Streben nach Frieden, Gerechtigkeit, Religionsfreiheit, Solidarität, Freundschaft und Menschenwürde zusammenzuarbeiten“ (https://en.mofa.gov.tw/News_Content.aspx?n=1329&s=119823). kf

9. Mai 2025:
Wechsel in der Botschaft der Republik China (Taiwan) beim Heiligen Stuhl
Am 9. Mai kam Taiwans neuer Botschafter beim Heiligen Stuhl zusammen mit seiner Frau in Rom an, einen Tag nach der Wahl von Robert Francis Prevost OSA zu Papst Leo XIV. Anthony Ho Chung-yi 賀忠義 löst damit Matthew Lee Shih-ming 李世明 ab, der von Dezember 2015 bis Mai 2025 Botschafter beim Heiligen Stuhl war und nun in den Ruhestand trat. Der Vatikan ist der einzige Staat in Europa, der diplomatische Beziehungen zu Taiwan unterhält. Bei seiner Ankunft am Flughafen von Rom übermittelte Ho die Glückwünsche von Präsident Lai Ching-te an den neuen Papst und überbrachte als Mitglied der katholischen Kirche die Grüße der Bischöfe, Geistlichen und aller Katholiken Taiwans. Ho erklärte gegenüber Journalisten, dass Taiwan und der Vatikan gemeinsame Werte teilten und wie in der Vergangenheit auch in der Gegenwart und in der Zukunft enge Partner sein würden, wie CNA berichtete. Ho war bislang Leiter der Abteilung für Asien und Afrika im taiwanischen Außenministerium (Central New Agency CNA [chinesisch] 09.05.; Taiwan News 09.05.; www.taiwanembassy.org/va_en/post/9.html). kf

Internationales

12. März 2025:
Chinesischer Priester John Mi Shen wird Geschäftsführender Sekretär des Büros für soziale Kommunikation der FABC
Am 12. März wurde der aus China stammende Priester John Mi Shen 米申 von der Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen (FABC) zum Geschäftsführenden Sekretär des Büros für soziale Kommunikation ernannt. Er wird diese Position bis zum 31. Dezember 2028 innehaben; eine zweite Amtszeit ist möglich. Mi Shen, aus der Diözese Zhaoxian in der Provinz Hebei, VR China, stammend, wurde am 25. Januar 1980 geboren und am 18. Juni 2010 zum Priester geweiht. 2024 erwarb er ein Doktorat in Theologie mit dem Schwerpunkt soziale und pastorale Kommunikation an der University of Santo Tomas (UST) in Manila. Auf der Webseite der FABC steht unter seiner Funktion: „Fr. John Mi Shen, Philippines“. Wie Radio Veritas Asia schreibt, arbeitete er von 2010 bis 2012 in seiner Heimatdiözese und „spielte eine bedeutende Rolle bei der Förderung einer Bewegung zum Studium der Bibel, des ‚Little Rock Scripture Study Program‘“. Von 2012 bis 2018 war er Koordinator der Programme in Mandarin bei Radio Veritas Asia in Manila. Auch wirke er als Dozent im Studiengang Soziale und Pastorale Kommunikation an der UST. Seit August 2024 war er Programmdirektor von Radio Veritas Asia. Als Geschäftsführender Sekretär folgt Mi Shen auf P. George Plathodam SDB. Die FABC dankte Mi Shen für die Übernahme seiner neuen Aufgabe und würdigte dessen Führungsrolle und wertvollen Beitrag zur Mission im Bereich der sozialen Kommunikation in der Kirche in ganz Asien (Vatican News 24.03.; www.rvasia.org/asian-news/fr-john-mi-shen-appointed-executive-secretary-fabc-office-social-communication). kf

Katharina Feith (kf)
Isabel Friemann, China InfoStelle
Katharina Wenzel-Teuber (kwt)

 

Alle Quellenangaben in der „Chronik“ beziehen sich, wenn nicht anders angegeben, auf das Jahr 2025.

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