China heute 225 Chronik zu Religion und Kirche in China 30. November 2024 bis 1. April 2025

Die „Chronik zu Religion und Kirche in China“ erscheint seit Anfang 2010 regelmäßig in den Informationen von China heute. Da manche Nachrichten (der Redaktion) erst später bekannt werden, kann es zu Überschneidungen zwischen den Chroniken kommen, wobei jeweils in der vorangegangenen Nummer bereits erwähnte Ereignisse nicht noch einmal aufgeführt werden. Alle Chroniken finden sich auch online auf der Website des China-Zentrums (www.china-zentrum.de).
Der Berichtszeitraum der letzten Chronik (2024, Nr. 4, S. 212-217) reichte bis einschließlich 4. Dezember 2024.

Varia

25. Dezember 2024:
Pressekonferenz von Chinas Nationaler Gesundheitskommission: Helpline bei psychischen Belastungen eingerichtet
Bei der Pressekonferenz ging es darum, die Bemühungen des Landes im Bereich der psychischen Gesundheit zu veranschaulichen (https://m.thepaper.cn/baijiahao_29759590). Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation, so ein Bericht in AsiaNews, leiden derzeit etwa 54 Millionen Chinesen an Depressionen und 41 Millionen an Angststörungen. Diese Krankheiten seien zwar vor allem in der städtischen Bevölkerung verbreitet, doch auch die Landbevölkerung sei aufgrund eines zunehmend hektischen Lebensstils und der Folgen der aktuellen Wirtschaftskrise stark davon betroffen. „Ein auf der Website World Population Review veröffentlichter Bericht zeigt beispielsweise, dass die Suizidrate bei Landbewohnern fünfmal höher ist als bei Stadtbewohnern und dass im Gegensatz zu westlichen Ländern vor allem Frauen betroffen sind“, so AsiaNews. Die Gründe für Suizid, der 2024 die fünfthäufigste Todesursache in China gewesen sei, sind auf die mangelnde Gesundheitsversorgung, das Stigma im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen, Armut und das niedrige Bildungsniveau in ländlichen Gebieten zurückzuführen, so der Bericht von AsiaNews. Die Nationale Gesundheitskommission habe in jüngster Zeit daran gearbeitet, die psychiatrische Versorgung zu verbessern, Präventionsmaßnahmen zu fördern und Bildungsaktivitäten zu unterstützen, die darauf abzielen, die Öffentlichkeit, einschließlich junger Menschen, für diese Probleme zu sensibilisieren. So wurde z.B. 2019 ein Plan mit dem Namen „Health China Action (2019–2030)“ entworfen und 2021 ein Nationales Zentrum für Prävention und Behandlung von Gesundheit und psychischer Hygiene eingerichtet. Auch soll die Präsenz von Zentren für psychische Gesundheit in Krankenhäusern in Großstädten und Landkreisen erhöht werden. Auf der Pressekonferenz am 25. Dezember wurde eine gebührenfreie Hotline (12356) angekündigt, die für alle Personen verfügbar ist, die fachkundige Beratung oder einfach nur Informationen wünschen. Auf 100.000 Menschen kommen derzeit weniger als vier Psychiater. Auf der Pressekonferenz sagte Prof. Xie Bin, dass trotz Bemühungen seitens der Regierung viele chinesische Bürger immer noch „ein geringes Bewusstsein für psychische Gesundheit und häufige psychische Störungen haben und nur wenig über Therapien und Prävention wissen“. Derzeit erhalten nur 9,5 Prozent der an Depressionen Erkrankten medizinische Behandlung. Das Thema mentale Krankheiten bzw. psychische Störungen galt in China lange Zeit als tabu, behaftet mit vielen Vorurteilen. Viele Menschen hätten Angst, dass ihr Ruf geschädigt wird und sie in ihrer Gemeinschaft isoliert werden, so der Bericht in AsiaNews (AsiaNews 10.01.2025; https://worldpopulationreview.com/country-rankings/suicide-rate-by-country; www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2666560323000592). kf

Religion allgemein

13. Dezember 2024:
Taiwans Kommission für Festlandangelegenheiten fordert Freilassung inhaftierter taiwanischer Anhänger der Yiguandao
Wie die Taipei Times berichtete, bestätigte das chinesische Büro für Taiwanangelegenheiten am 13. Dezember, dass drei Taiwaner von der Polizei in Guangdong wegen „Organisieren und Praktizieren als Mitglieder eines Kults, der die Rechtsdurchsetzung untergräbt“ verhaftet worden seien. Die taiwanische Kommission für Festlandangelegenheiten forderte daraufhin ihre Freilassung. Nach Angaben der taiwanischen Boulevardzeitung Mirror soll es in Guangdong Mitte Oktober 2024 einen „religiösen Zwischenfall“ mit 200 Personen gegeben haben, bei dem ein Zusammenhang mit der Religionsgemeinschaft Yiguandao 一貫道 (I-kuan Tao) vermutet werde. Die betroffenen Personen seien am Versammlungsort festgenommen worden, die meisten Einheimische sowie drei Taiwaner. Am 9. März 2025 berichtete die Taipei Times, dass die drei Yiguandao-Anhänger weiterhin im Gefängnis seien. Sie meldete auch, dass zwei taiwanische Mitglieder der Vereinigungskirche (gegründet von dem Koreaner Sun Myung Moon) in China festgenommen worden seien, offenbar von der Polizei in Xiamen wegen Missionierens.
Bereits Ende 2023 hatte die Taipei Times einen namentlich nicht genannten Beamten zitiert, der Religionsvertretern aus Taiwan riet, bei Reisen nach Festlandchina vorsichtig zu sein. Die KP Chinas habe Yiguandao zunächst heftig verfolgt, später aber zunehmend toleriert und nicht als „Kult“ etikettiert. Unter den taiwanischen Geschäftsleuten in China seien auch Anhänger von Yiguandao. Beijing habe Yiguandao-Aktivitäten toleriert, solange sie vorher angemeldet waren und keine Chinesen daran teilnahmen; Letzteres sei die rote Linie für Beijing, so der Beamte in Taipei Times (Bitter Winter 16.12.2024; Taipei Times 26.12.2023; 14.12.2024; 09.03.2025; www.mirrormedia.mg 04.12.2024). kwt

Religionspolitik

1. April 2025:
Neue Bestimmungen für religiöse Aktivitäten von Ausländern in China
Das Nationale Büro für religiöse Angelegenheiten erließ am 1. April „Durchführungsbestimmungen zu den Verwaltungsvorschriften für religiöse Aktivitäten von Ausländern in der VR China“ (中华人民共和国境内外国人宗教活动管理规定实施细则). Sie treten am 1. Mai 2025 in Kraft. Sie betreffen insbesondere das kollektive religiöse Leben von Ausländern in China – also auch die christlichen Auslandsgemeinden – und den religiösen Austausch mit dem Ausland. Der chinesische Text findet sich unter: www.sara.gov.cn/static/content/ywdt/qtyw/2025-04-01/1356547715987701760.html. Eine detaillierte Vorstellung und Einordnung der neuen Bestimmungen erfolgt in der nächsten Ausgabe von China heute. kwt

Daoismus

24. Januar 2025:
Sitzung zur Planung einer chinesisch-englischen „amtlich anerkannten Standardausgabe des Daodejing
Um das daoistische Gedankengut weiter in der Welt zu verbreiten, den Bedürfnissen von Mitgliedern der Weltföderation des Daoismus entgegenzukommen und den Austausch zwischen den Kulturen zu fördern, planen die Weltföderation des Daoismus (WFD) und die Chinesische daoistische Vereinigung (CDV), gemeinsam eine „amtlich anerkannte Standardausgabe des Daodejing“ (官方认可的《道德经》定本) in chinesischer und englischer Sprache zu veröffentlichen – heißt es in einem Bericht auf der Website der CDV. Dazu fand am 24. Januar 2025 in Beijing ein Diskussionsforum statt. An der Sitzung nahmen führende Vertreter beider Verbände teil, darunter Li Guangfu, der Präsident der CDV und zugleich Vorstandsvorsitzender der WFD ist. Auch zuständige Vertreter der Zentralen Einheitsfront der KP Chinas und des Verlags für religiöse Kultur des Nationalen Büros für religiöse Angelegenheiten waren anwesend. Aus dem Ausland hatten die stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Herve Louchouarn (Mexiko), Vincenzo di Ieso (Italien) und Patrick Liu (Deutschland) schriftliche Stellungnahmen geschickt. Die Weltföderation des Daoismus wurde im September 2023 gegründet und hat ihren Sitz bei der CDV in Beijing (www.taoist.org.cn 27.01.2025).
Seitens der chinesischen Religionspolitik gibt es Bestrebungen, die kanonischen Texte der Religionen zu standardisieren bzw. zu sinisieren. kwt

14. März 2025:
Daoisten rund um den Globus feiern mit gemeinsamen Zeremonien Laozis Geburtstag
Erstmals fanden dieses Jahr auf Initiative der Weltföderation des Daoismus an verschiedenen Orten der Welt gemeinsame religiöse Zeremonien zu Laozis Geburtstag statt. Die Hauptveranstaltung wurde in der Stadt Zhoukou im Kreis Luyi in Henan abgehalten, wo der „daoistische Ahn Laozi“ der Überlieferung nach geboren worden sein soll. Es wurde dabei für Harmonie von Himmel und Erde, friedliches Gedeihen von Land und Volk sowie Weltfrieden gebetet. Parallel fanden religiöse Zeremonien der daoistischen Vereinigungen von Singapur, Mexiko, der Schweiz, Neuseeland, Australien, Hongkong, Nigeria sowie im Zhinan-Tempel in Taipei und an weiteren Orten statt. Diese gemeinsamen Aktivitäten zu Laozis Geburtstag – heißt es in dem Bericht auf der Website der Chinesischen daoistischen Vereinigung – unterstreichen den globalen Einfluss der hervorragenden traditionellen Kultur Chinas, sie werden sicherlich den ideologischen Konsens der globalen daoistischen Gemeinschaft festigen und die kreative Transformation und innovative Entwicklung der daoistischen Kultur in der Welt fördern (www.taoist.org.cn 31.03.2025). kwt

18. März 2025:
Sondersitzung der Chinesischen daoistischen Vereinigung (CDV) zur Behandlung von Problemen in ihrer Geschäftsstelle
Ende 2024 – so der offizielle Dachverband des Daoismus auf seiner Website – habe die CDV an ihren Hauptsitz und an alle daoistischen Vereinigungen auf Provinzebene eine „Bekanntmachung der CDV über die Vertiefung der Ausrichtungsarbeit zur Regulierung hervorstechender Probleme im Bereich des Daoismus“ (中国道教协会关于深化道教领域突出问题治理整顿工作的通知) verschickt. Die Sitzung am 18. März diente der Umsetzung dieser Anordnungen am Hauptsitz der CDV. Das gesamte Personal der CDV und der Chinesischen daoistischen Akademie, Verantwortliche der der CDV unterstehenden Tempel der Weißen Wolken (Baiyunguan) und des Feuergottes (Huode zhengjun miao) und der Klinik für chinesische Medizin im Baiyunguan nahmen teil. Meng Ziling, Vizepräsident der CDV, sprach zum Thema „aufrecht glauben und aufrecht handeln“. Für die Neuausrichtung des Hauptsitzes forderte CDV-Präsident Li Guangfu mehr ideologisch-politische Führung, mehr umfassende und strikte Lenkung der Religion und mehr Verantwortungsbewusstsein. Vertreter der anwesenden Institutionen unterzeichneten während der Sitzung eine „Verpflichtungserklärung religiöser Amtsträger der Quanzhen-Schule (Zhengyi-Schule) zum daoistischen Handlungsstil [daofeng 道风]“. Ähnliche Sitzungen fanden landesweit in den daoistischen Vereinigungen der Provinzen statt. Der Wortlaut der genannten Dokumente oder konkrete Informationen zu den „hervorstechenden Problemen“ konnten im Internet nicht gefunden worden. Bei der Vorstandssitzung der CDV am 25./26. Februar hatte Li Guangfu gefordert, „mit ganzer Kraft die Harmonie und Stabilität im Bereich des Daoismus sicherzustellen“ (www.taoist.org.cn 28.02.; 21.03.2025). kwt

Buddhismus

Ende 2024 / Anfang 2025:
Erneut werden rund tausend Mönche und Nonnen aus der Akademie Larung Gar ausgewiesen
Tibet Watch berichtete, dass ab Ende November 2024 rund tausend Mönche und Nonnen aus der tibetisch-buddhistischen Akademie Larung Gar ausgewiesen worden sein sollen. Sie liegt im Kreis Sertar im Autonomen tibetischen Bezirk Kardze, Provinz Sichuan. Über 400 Personen an Militär- und anderem Personal seien in den letzten Monaten (anderen Quellen zufolge am 20. Dezember 2024) in Larung Gar stationiert worden, um dort die staatlich vorgeschriebene Begrenzung auf maximal 5.000 Mönche und Nonnen in Larung Gar durchzusetzen sowie Wohnquartiere abzureißen. Die Begrenzung auf 5.000 Personen sei in einer Regierungsdirektive von 2016 festgelegt worden. Daraufhin kam es zur Vertreibung von über 4.500 Mönchen und Nonnen und der Zerstörung ihrer Wohnungen in den Jahren 2016 und 2017. Die jüngst ausgewiesenen Mönche und Nonnen seien solche, die nach den Massenausweisungen von 2016/2017 zum Studium gekommen seien, so eine Quelle von Tibet Watch.
Nach einer Meldung der Central Tibetan Administration in Dharamsala, die sich auf lokale Quellen beruft, sollen ab 2025 strengere Vorschriften in Larung Gar gelten. Danach werde die maximale Aufenthaltsdauer auf 15 Jahre begrenzt, alle Mönche und Nonnen müssten sich registrieren, und chinesische Studierende würden aufgefordert, die Akademie zu verlassen (https://tibet.net [Central Tibetan Administration] 27.12.2024; https://tibetwatch.org 11.02.2025; www.buddhistdoor.net. 14.02.2025 u.a.).
An der 1980 gegründeten Akademie sollen vor 2016 rund 10.000 Anhänger des tibetischen Buddhismus, darunter viele Han-Chinesen, gelebt und studiert haben. In einem Bericht vom 20. Januar 2022 sah die International Campaign for Tibet die Massenausweisungen in einer Reihe von Maßnahmen chinesischer Behörden, den Einfluss des tibetischen Buddhismus in Han-chinesischen buddhistischen Kreisen einzudämmen; vgl. China heute 2022, Nr. 1, Chronik, Buddhismus, 20 Januar 2022. Zu Larung Gar siehe auch ebd. 2016, Nr. 3, Chronik, Sommer/Herbst 2016; 2017, Nr. 3, Chronik, Buddhismus, 20. August 2017; 2020, Nr. 1, Chronik, Buddhismus, 2. Januar 2020. kwt

1. Februar 2025:
Shi Yongxin, Abt des Shaolin-Klosters, trifft Papst Franziskus
Eine Delegation des Europe-Asia Center, darunter die Generalsekretärin Rui Yan, der Europa-Direktor Jonathan Schwestka und „Senior Cultural Adviser“ Abt Yongxin 永信, wurde am 1. Februar vom Papst im Vatikan empfangen – heißt es in einer Meldung des Europe-Asia Center. Während ihres Austauschs hätten Abt Yongxin und Papst Franziskus die grundlegende Rolle des interreligiösen Dialogs bei der Förderung von Frieden und nachhaltiger Entwicklung weltweit betont, so der Bericht. Danach habe die Delegation Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin sowie den Kapuziner Abba Heilemikael Beraki, Rektor des Päpstlichen Äthiopischen Kollegs, getroffen und eine private Führung durch die vatikanischen Gärten erhalten. Der Vatikan meldete lediglich, der Papst habe „buddhistische Mönche des Shaolin-Tempels, China“ getroffen. Das Europe-Asia Center ist nach eigenen Angaben eine unabhängige Non-Profit-Organisation zur Förderung der Beziehungen zwischen Asien und Europa; Berichte über das Center findet man vor allem in chinesischen staatlichen Medien und Websites. Hauptsitz ist Brüssel, es gibt ein China-Büro in Beijing. 
Am 4. Februar nahm die gleiche Delegation des Europe-Asia Center an der 6. Verleihung des Zayed Award for Human Fraternity in Abu Dhabi teil. Der Preis erinnert an die gemeinsame Unterzeichnung des „Dokuments über die Brüderlichkeit aller Menschen“ durch Ahmed al-Tayyib, Großimam der Al-Azhar-Moschee in Kairo, und Papst Franziskus 2019 in Abu Dhabi. Die besagte Delegation traf u.a. Sheikh Nahyan bin Mubarak Al Nahyan, Minster für Toleranz und Koexistenz der Vereinigten Arabischen Emirate, der Yongxin für seine Bemühungen um die Verbreitung der Kultur von Toleranz durch Chan-Buddhismus lobte. Die Delegation sprach außerdem mit Richter Mohamed Abdelsalam, dem Generalsekretär des Muslim Council of Elders, über seine geplante Chinareise. Es sei dabei auch über die Möglichkeit diskutiert worden, auf der China-Eurasia Expo 2025 in Urumqi (26.–30. Juni) eine Nebenveranstaltung zum interreligiösen Dialog zu organisieren und einen muslimisch-buddhistischen Ausschuss für interreligiöse Zusammenarbeit einzurichten, heißt es im Bericht des Europa-Asia Center (Holy See Press Office Summary of Bulletin 01.02.2025; Vatican News 31.01.2025; www.europe-asia.org 03.,07.02.2025).
Abt Yongxin hatte Richter Abdelsalam bereits im November 2024 am Rande der 29. Weltklimakonferenz in Baku getroffen (siehe China heute 2024, Nr. 4, Chronik, Islam, 11.-23. November 2024).
Shi Yongxin ist Abt des bekannten Shaolin-Klosters in Henan und Abgeordneter des Nationalen Volkskongresses. kwt

11. März 2025:
Dalai Lama erklärt in seinem neuen Buch: „Der neue Dalai Lama wird in der freien Welt geboren“
Am 11. März erschien das neue Buch Voice for the Voiceless des Dalai Lama. Die deutsche Übersetzung trägt den Titel Eine Stimme für die Entrechteten. Meine über sieben Jahrzehnte währende Auseinandersetzung mit China | Für meine Heimat und mein Volk (Verlag HarperCollins). Medienberichten zufolge (das Buch lag der Redaktion von China heute noch nicht vor) äußert sich das Oberhaupt des tibetischen Buddhismus darin auch zur Frage seiner Reinkarnation. Er schreibt, Menschen in- und außerhalb Tibets sowie tibetisch-buddhistische Gemeinschaften in der Himalaya-Region und der Mongolei hätten darum gebeten, dass seine Linie fortgesetzt werde. Weiter schreibt er: „Da es der Zweck einer Reinkarnation ist, das Werk des Vorgängers fortzuführen, wird der neue Dalai Lama in der freien Welt geboren werden, damit die traditionelle Mission des Dalai Lama – nämlich die Stimme des universalen Mitgefühls, der geistige Führer des tibetischen Buddhismus und das Symbol Tibets zu sein, das die Bestrebungen des tibetischen Volkes verkörpert – fortgesetzt wird.“ Er warnt vor der Anerkennung von Kandidaten für seine Nachfolge, die für politische Zwecke ausgewählt werden, „einschließlich jenen in der Volksrepublik China“ (zitiert nach savetibet.org 13.03.2025).
Es ist die bisher deutlichste Ansage des Dalai Lama zu seiner Reinkarnation und eine klare Bestätigung, dass er beabsichtigt, wiedergeboren zu werden. kwt

11. März 2025:
Chinas Außenamtssprecherin Mao Ning weist Aussagen des Dalai Lama zurück – Nachfolger muss in China gesucht und identifiziert werden
In ihrer regulären Pressekonferenz antwortete Mao Ning auf die Frage eines Journalisten bezüglich der Aussagen des Dalai Lama in seinem Buch: „Der 14. Dalai Lama ist ein politischer Exilant, der sich unter dem Deckmantel von Religion separatistisch betätigt. Er hat absolut kein Recht, die Menschen in Xizang [d.h. Tibet] zu vertreten.“ Sie sagte: „Die Reinkarnation Lebender Buddhas gibt es nur im tibetischen Buddhismus. Sie folgt etablierten religiösen Ritualen und historischen Konventionen. Die Linie des Dalai Lama, die in Xizang, China, begründet wurde, sowie sein religiöser Status und sein Titel, die von der Zentralregierung bestätigt wurden, reichen mehrere hundert Jahre zurück. Der 14. Dalai Lama selbst wurde im Einklang mit diesen Ritualen und Konventionen gefunden und bestätigt und von der damaligen Zentralregierung anerkannt. Die chinesische Regierung hat Vorschriften für religiöse Angelegenheiten und Verwaltungsmaßnahmen für die Reinkarnation Lebender Buddhas erlassen, sie respektiert und schützt diese Methode der Nachfolge. Die Reinkarnation Lebender Buddhas, einschließlich des Dalai Lama, muss den chinesischen Gesetzen und Vorschriften sowie den religiösen Ritualen und historischen Konventionen entsprechen und dem Verfahren folgen, das aus der Suche und Identifizierung in China, der Losziehung aus der goldenen Urne und der Genehmigung durch die Zentralregierung besteht“ (www.fmprc.gov.cn/eng/xw/fyrbt/lxjzh/202503/t20250311_11572943.html). kwt

28. März 2025:
Staatsrat veröffentlicht neues Weißbuch zu Tibet: „Human Rights in Xizang in the New Era“
Das 36 Seiten umfassende Weißbuch konstatiert einen „bemerkenswerten Fortschritt“ in den Menschenrechten in „Xizang“ (Tibet), und zwar auf den Gebieten der „ganzheitlichen Demokratie“, der wirtschaftlichen und sozialen Rechte, der kulturellen Rechte, der Freiheit des religiösen Glaubens, der Umweltrechte und der Rechte spezifischer Gruppen, denen jeweils ein Kapitel gewidmet ist. Die Parteipolitik der Freiheit des religiösen Glaubens „wird in Xizang rigoros angewendet“, heißt es im entsprechenden Kapitel. Tibetischer Buddhismus, Islam und Katholizismus koexistierten mit anderen Religionen seit Generationen. Es gebe über 1.700 Stätten für religiöse Aktivitäten des tibetischen Buddhismus und rund 46.000 Mönche und Nonnen, außerdem vier Moscheen mit rund 12.000 einheimischen Muslimen und eine katholische Kirche mit über 700 Gläubigen. Legale Aktivitäten würden geschützt, illegale hingegen verboten, Extremismus eingedämmt, Einmischung abgewehrt und Verbrechen bestraft. Die Regierung respektiere die Tradition der Reinkarnation Lebender Buddhas. Diese folgten strikt den Verwaltungsmaßnahmen hierzu [s.o. Eintrag vom 11. März]. Mit Stand 2024 seien 93 neu reinkarnierte Lebende Buddhas genehmigt und anerkannt worden [gleiche Zahl bereits im Tibet-Weißbuch von 2023]. Religiöse Stätten seien renoviert, die soziale Absicherung des religiösen Personals sei verbessert worden. Modelle traditioneller religiöser und moderner Bildung würden effektiv miteinander verbunden. Es gebe die Chinesische Akademie für höhere Studien des tibetischen Buddhismus und neun Akademien des tibetischen Buddhismus (http://english.scio.gov.cn/whitepapers/2025-03/28/content_117793209.html).
Der Dalai Lama wird in dem neuen Weißbuch nicht erwähnt, nur einmal die „Dalai Group“, die zusammen mit anderen antichinesischen Kräften Lügen über die Menschenrechtslage in Tibet verbreite. kwt

Islam

9. Dezember 2024:
Neue Version der offiziellen Website der Chinesischen islamischen Vereinigung geht an den Start
In Nanning hielt die Chinesische islamische Vereinigung (CIV) am 9. Dezember eine Zeremonie zur Inbetriebnahme der neuen Version ihrer Website ab. Ma Zhongping, Generalsekretär der CIV, sagte, dass der Aufbau der neuen Medien der CIV weiterhin von Xi Jinpings Gedanken des Sozialismus mit chinesischen Merkmalen in der neuen Ära geleitet werde. Wie es in dem Bericht auf der Website der CIV heißt, haben ihre Medien eine doppelte Struktur: eine chinesischsprachige und eine uigurischsprachige Website, sowie ein chinesischsprachiges und ein uigurischsprachiges offizielles WeChat-Konto (www.chinaislam.net.cn 10.12.2024).
Die neue Website hat noch den Button, der zur uigurischen Seite führt, doch scheint es dort keine neuen Inhalte zu geben; auf der neuen chinesischen Seite führt der Button zum Wechseln in die uigurische Sprache oben rechts zu einer Fehlermeldung. Ob die uigurische Seite der CIV jetzt eine neue Adresse hat, konnte nicht geprüft werden.
Ein Vergleich mit der alten Website, die sich derzeit noch unter w.chinaislam.net.cn aufrufen lässt, zeigt, dass das Design der Startseite geändert wurde: Das runde grüne Logo und der Schattenriss einer „orientalischen“ Moschee mit Kuppel und Minarett sind  verschwunden, der uigurische Schriftzug wurde durch „China Islamic Association“ ersetzt. Die Sinisierung hat also auch das Webdesign der CIV erfasst. Das Logo erscheint auch nicht mehr als Lesezeichen-Icon. Das grüne Logo war im September 2011 nach längeren Vorbereitungen auf der 9. Nationalversammlung der Vertreter des chinesischen Islam beschlossen worden (vgl. China heute 2011, Nr. 3, Chronik, 13.-15. September 2011).
kwt

Protestantische Kirchen

30. November 2024:
Gemeinsames Statement gegen Vorwurf des Betrugs – Leiter der Linfen Covenant Church in Shanxi ohne Urteil seit zweieinhalb Jahren in Haft
Weiterhin ohne Gerichtsurteil in Haft sind die im August 2022 festgenommenen Gemeindeleiter der Linfen Covenant Church, Pastor Li Jie und Prediger Han Xiaodong (vgl. China heute 2022, Nr. 3, Chronik, Protestantische Kirchen, 19. August 2022, und Nr. 4, Chronik, Protestantische Kirchen, November 2022). Dasselbe gilt für den Gläubigen Wang Qiang, der im November 2022 in Haft kam, nachdem er sich geweigert hatte, gegen die bereits Festgenommenen auszusagen. Am 30. November 2024 unterzeichneten einige Pastoren anderer nichtregistrierter Gemeinden zusammen mit Anwälten und Verwandten der Inhaftierten ein gemeinsames Statement, um sich gegen den Vorwurf des Betruges zu wehren, der von den lokalen Behörden als Grund für die Maßnahmen angegeben wird. Unter Berufung auf Artikel 36 der chinesischen Verfassung fordert das Statement die religiösen Freiheitsrechte ein, insbesondere die sofortige Freilassung von Li Jie, Han Xiaodong und Wang Qiang und die Zurücknahme aller Anklagen wegen „Betrug“ gegen Mitarbeitende von Hauskirchen im ganzen Land. Freiwillige Spenden basierten auf biblischen Vorbildern und seien vollkommen vernünftig und legal. Der gesamte Text des Statements und die Namen der Unterzeichnenden sind in diesem Artikel von China Aid nachzulesen: chinaaid.org/news/joint-statement-by-chinese-house-church-pastors-christian-lawyers-and-family-members-opposing-the-fraud-charges-against-linfen-covenant-house-church-co-workers. Vorverhandlungen am 18. und 19. Februar wurden von Plakataktionen und Gebeten der Familie und von Gemeindemitgliedern vor dem Gericht in Yaodu begleitet. Am 1. März wurde Li Shanshan, die Frau von Pastor Li Jie, von ihrem Vermieter aufgefordert, aus der Wohnung auszuziehen. Zuvor hielten sich mehrfach Unbekannte vor der Wohnungstür auf (https://msguancha.com/a/lanmu4/2025/0301/24122.html).
Isabel Friemann, China InfoStelle

März 2025:
Gerichtsverfahren gegen Pastor Zhou von der Ganquan Church in Hefei, Provinz Anhui, mehrfach verschoben
Unter dem Vorwurf illegaler Anschaffung und Nutzung von Grundstücken für Gemeindeaktivitäten sind Pastor Zhou Songlin 周松林 und Prediger Ding Zhongfu 丁中福, beide Vertreter der nichtregistrierten Ganquan 甘泉-Gemeinde in Hefei, Provinz Anhui, seit dem 30. November 2023 ohne Verurteilung in Haft. Die Ganquan-Gemeinde umfasste bis zu den Hausdurchsuchungen und Verhaftungen von Pastor Zhou und vier weiteren Leitungspersonen der Gemeinde 300 bis 400 Mitglieder. Nach einem knappen Monat wurden drei Gemeindemitglieder auf Kaution freigelassen, ein Urteil steht noch aus. Im März 2024 wurde über Pastor Zhou und Prediger Ding von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA als Gefangene des Monats berichtet. Mehrere Gemeindemitglieder reichten Petitionen ein und schrieben Briefe an die Beamten der Religionsbehörde (Einheitsfrontabteilung) auf Provinzebene, in denen sie ausführten, dass die Inhaftierten sich in keinem Fall der Täuschung oder des Betrugs schuldig gemacht hätten. Am 31. Juli und am 14. Oktober 2024 fanden Vorverhandlungen statt; die Hauptverhandlung und Urteilsfindung sind auf unbekannte Zeit vertagt (Stand 05.03.2025) (https://bitterwinter.org 05.03.2025; www.idea.de 01.03.2025; https://wqw2010.blogspot.com/2025/02/blog-post_54.html).
Isabel Friemann, China InfoStelle

1.–10. März 2025:
Protestantische Delegation beim Nationalen Volkskongress
Vom 1. bis 10. März nahmen neun Delegierte von Chinesischem Christenrat (CCC) und Patriotischer Drei-Selbst-Bewegung (TSPM) an der 3. Sitzung des 14. Nationalen Volkskongresses in Beijing teil. Zu den Repräsentanten von CCCTSPM, die an der sechstägigen Sitzung teilnahmen, gehörten acht Pastoren und eine Pastorin. Im Einzelnen waren dies Xu Xiaohong, Vorsitzender von TSPM, Wu Wei, Präsident des CCC, Wu Weiqing für Beijing, Zhang Keyun für Jiangsu, Frau Xu Yulan für Shanghai, Gao Ming für Shandong, Jin Yupeng für Hebei, Fan Hongen für Guangdong und Pan Xingwang für Zhejiang. Shan Weixiang, Vizevorsitzender von TSMP mit Residenz in Shanghai, hörte außerdem als Stellvertreter bei Sitzungen des Nationalen Volkskongress zu. Am 17. März beriefen die Delegierten ein Treffen aller Mitarbeitenden in Shanghai ein, um die Verlautbarungen des 14. Volkskongresses mitzuteilen. Pastorin Lin Manhong moderierte die Sitzung, Xu Xiaohong und Wu Wei erläuterten die wesentlichen Punkte des Regierungsberichtes an der Schnittstelle zwischen 14. und 15. Fünf-Jahresplan der Volksrepublik China. Sie betonten, die Qualität der kirchlichen Arbeit weiter verbessern zu wollen, um den chinesischen Protestantismus zu einer fortschrittlichen und positiven Kraft auf dem Weg der großen Erneuerung der chinesischen Nation zu machen (www.ccctspm.org 11.,19.03.2025; https://chinachristiandaily.com 13.03.2025).
Isabel Friemann, China InfoStelle

10. März 2025:
Festnahmen in Fuyang, Provinz Anhui
Am 10. März nahmen Polizeikräfte zwei Mitglieder der nicht registrierten Wheatseed Reform Church in der Stadt Fuyang in Anhui fest. Sie hatten eine Verwaltungsstrafe von 15 Tagen in Haft zu verbüßen, weil sie angeblich mit „Kult-Aktivitäten“ die Gesellschaft gefährdeten. Gemeindemitglieder vermuten, dass der wahre Grund für die Verhaftung die Weigerung der Gemeinde sei, sich einer Kirche der offiziellen Drei-Selbst-Vereinigung anzuschließen (www.rfa.org, Englisch, 19.03.2025).
Isabel Friemann, China InfoStelle

Katholische Kirche

28./29. Dezember 2024:
Chinas Diözesen eröffnen feierlich das Heilige Jahr 2025
In der Bulle Spes non confundit zum Heiligen Jahr hatte Papst Franziskus verfügt, dass die Diözesanbischöfe am 29. Dezember 2024 in allen Kathedralen das Jubiläumsjahr eröffnen. Diesem Aufruf kamen auch die chinesischen Bistümer nach. Auf der katholischen Website Xinde (www.xinde.org) finden sich Bildberichte aus 25 Diözesen, mit denen diese die Eröffnung des Heiligen Jahres in ihren Kathedralen dokumentieren. An den meisten Orten fanden die Eröffnungen am 28. oder 29. Dezember statt, in einigen Diözesen ein paar Tage später. Mehr dazu in den Informationen. kwt

30. Dezember 2024:
Pater Guo Fude SVD, Chinas ältester Priester, stirbt in Shandong mit 104 Jahren
In seinem Leben „diente er mit ganzem Herzen allein dem Herrn. Er kümmere sich um die Gläubigen, war seiner Priesterberufung treu und hat unzählige Menschen der nachfolgenden Generationen beeinflusst“, schrieb die Diözese Yanzhou (Provinz Shandong) in ihrer Todesanzeige für P. Guo Fude 郭夫德. Das Requiem fand am 2. Januar in Daizhuang, Stadt Jining, statt. Guo Fude wurde am 1. Februar 1920 in Shandong geboren. Mit 13 Jahren trat er ins Kleine Seminar in Yanzhou ein und studierte ab 1941 im Priesterseminar in Daizhuang. Die Diözese Yanzhou war damals Missionsgebiet der Steyler Missionare (SVD). 1947 wurde er von Bischof Theodor Schu SVD zum Priester geweiht. 1948 trat er ins Noviziat der Steyler in Shanghai ein, das aber bald darauf wegen des Vorrückens der Roten Armee nach Manila verlegt wurde. Im September 1950 legte Guo dort die ersten Gelübde ab. Im Dezember 1950 kehrte er ins damals bereits kommunistische China zurück, in einer Zeit, in der das Leben für die Kirche dort schwierig wurde. Ab 1951 war er Pfarrer in Fushuijing in Xuzhou (damals Shandong), ab 1957 Kaplan in Daizhuang, Jining. Rund 25 Jahre seines Lebens verbrachte er im Gefängnis: Im Dezember 1959 wurde er unter der Anklage „subversiver Aktivitäten“ für achteinhalb Jahre inhaftiert. 1967 wurde er als „internationaler Spion“ zu zwanzig Jahren Gefängnis verurteilt und erst 1979 entlassen. 1982 wurde er nochmals für fünf Jahre inhaftiert. „Wenn ich auf mein Leben zurückblicke“, zitiert ihn AsiaNews, „war das Gefängnis der Ort, an dem ich reflektieren, beten und spirituell wachsen konnte“. Von 1989 bis 1996 unterrichtete er am Heilig-Geist-Seminar in Jinan, danach war er noch bis 2012 in verschiedenen Gemeinden in Jining als Pfarrer tätig. Er starb wenige Wochen vor seinem 105. Geburtstag in der Pfarrei Daizhuang. R.i.P. (AsiaNews 03.01.2025; Todesanzeige der Diözese Yanzhou: https://xinde.org/show/56073; Lebenserinnerungen von P. Guo, aufgezeichnet am 13.10.2012: https://mp.weixin.qq.com/s/sW0vyEY5pPBm3Y9M5xLStg). kwt

7. Januar 2025:
Katholische Kirche hilft Erdbebenopfer in Tibet
Das Epizentrum des Erdbebens vom 7. Januar mit einer Stärke von 6,8 lag im Kreis Dingri, Stadt Shigatse. Es forderte mindestens 126 Todesopfer und knapp 200 Verletzte. 3.600 Häuser wurden beschädigt oder zerstört. Über die katholische Wohlfahrtseinrichtung Jinde Charities in Shijiazhuang, die in Zusammenarbeit mit der offiziellen Bischofskonferenz und der Patriotischen Vereinigung zu Spenden für die Opfer aufrief, und andere NGOs (u.a. die Nanjing Ark Charity Foundation) kam aus vielen Diözesen und Pfarreien in China Unterstützung, die vor allem für Hilfsgüter, die Beseitigung von Trümmern und den Wiederaufbau von Häusern im Katastrophengebiet eingesetzt wurden. Auch Papst Franziskus erwähnte am Ende seiner Ansprache vor Diplomaten am 9. Januar das Erdbeben: „Vor dem Ende möchte ich hier mein tief empfundenes Mitgefühl aussprechen und für die Opfer und diejenigen beten, die unter den Folgen des Erdbebens leiden, das Tibet vor zwei Tagen erschüttert hat“ (UCAN 16.01.2025; Xinde 13.,25.01.2025; 7.03.2025; www.vatican.va/content/francesco/de/speeches/2025/january/documents/20250109-corpo-diplomatico.html). kf

20. Januar 2025:
Anton Ji Weizhong wird zum Bischof der neuen Diözese Lüliang (Shanxi) geweiht
Die Weihe in der Kathedrale von Fenyang wurde von (Erz-)Bischof Meng Ningyou von Taiyuan geleitet. Die konzelebrierenden Bischöfe Liu Genzhu von Hongdong (Linfen), Ma Cunguo von Shuozhou und Ding Lingbing von Changzhi kamen ebenfalls aus der Provinz Shanxi. Priester Yang Yu verlas das Approbationsschreiben der (von Rom nicht anerkannten) Chinesischen Bischofskonferenz. Der Meldung der Bischofskonferenz zufolge wurde Ji Weizhong am 19. Juli 2024 zum designierten Bischof der Diözese Lüliang gewählt. Am Tag der Bischofsweihe – wie es inzwischen bei den im Rahmen des sino-vatikanischen Abkommens stattfindenden Weihen üblich geworden ist – gab das Presseamt des Heiligen Stuhls in seinem Bulletin bekannt, dass Papst Franziskus am 28. Oktober 2024, in dem Wunsch, die Seelsorge zu fördern, die im Jahr 1946 von Papst Pius XII. errichtete Diözese Fenyang aufgehoben und gleichzeitig die neue Diözese Lüliang als Suffraganbistum von Taiyuan errichtet habe. Diese neue Diözese ist gebietsgleich mit dem Territorium der bezirksfreien Stadt Lüliang, die dem Bulletin zufolge 3.346.500 Mio. Einwohner hat, davon rund 20.000 Katholiken. [Die alte Diözese Fenyang entsprach weitgehend dem Gebiet der Stadt Lüliang, vier Kreise der ursprünglichen Diözese Fenyang gehören jetzt zu den Nachbardiözesen Yuci und Taiyuan. Jean Charbonniers Guide to the Catholic Church in China 2014 verzeichnet diese Kreise teilweise bereits unter den Nachbardiözesen.] Ebenfalls am 28. Oktober 2024 – so das Bulletin weiter – ernannte der Papst Anton Ji Weizhong zum Bischof von Lüliang. 
Anton Ji Weizhong 冀伟忠 wurde am 3. August 1973 im Kreis Wenshui, Stadt Lüliang, in einer katholischen Familie geboren. Er trat nach dem Abschluss der Oberen Mittelschule zunächst 1993 ins Kleine Seminar von Fenyang ein und studierte von 1995 bis 2001 Theologie am Nationalen Seminar in Beijing. 2001 wurde er von Bischof Huo Cheng von Fenyang zum Priester geweiht und arbeitete danach in der Pastoral. Von 2005 bis 2010 erwarb er an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Augustin in Deutschland das Lizentiat in Theologie. Nach seiner Rückkehr nach Fenyang hatte er u.a. die Position des Generalvikars inne. [Schon in jenen Jahren erhielt er eine päpstliche Ernennung zum Bischof von Fenyang.] Seit dem Tod seines Vorgängers, Bischof Huo Cheng (1926–2023), war der Sitz von Fenyang vakant (www.chinacatholic.cn/ccic/report/2501/0172-1.htm; https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2025/01/20/0059/00116.html; Vortrag Ji Weizhongs zum eigenen Berufungsweg, 20.05.2020: https://mp.weixin.qq.com/s/ywXlxKXBBvSCww94TWlPEg; AsiaNews 20.01.2025; Fides 20.01.2025). kwt

23. Januar 2025:
Bischof Cai Bingrui von Xiamen wird auf den Bischofssitz von Fuzhou versetzt – zweite Versetzung mit päpstlicher und behördlicher Zustimmung
Bischof Josef Cai Bingrui 蔡炳瑞 wurde am 23. Januar offiziell als Bischof von Fuzhou in der Provinz Fujian installiert. Die Zeremonie wurde von Bischof Zhan Silu von Mindong, dem Vorsitzenden der Patriotischen Vereinigung der Provinz, geleitet. Priester Yang Yu verlas die Ernennungsurkunde der Chinesischen Bischofskonferenz. In seinem Amtseid sagte Bischof Cai – laut Meldung auf der Website der offiziellen katholischen Leitungsgremien –, er werde die Liebe zum Land und zur Kirche hochhalten, am Prinzip der Unabhängigkeit und Autonomie und an der Ausrichtung auf Sinisierung festhalten, Priester und Gläubige auf dem Weg der Anpassung an die sozialistische Gesellschaft anführen und eine gesunde Entwicklung von Pastoral und Evangelisierung voranbringen. Ebenfalls am 23. Januar wurde im Bulletin des Presseamts des Heiligen Stuhls bekanntgegeben, dass Papst Franziskus am 15. Januar 2025 die Versetzung von Bischof Cai von Xiamen im Rahmen des vorläufigen Abkommens zugestimmt und ihn zum „Bischof von Fuzhou“ [nicht zum Erzbischof] ernannt habe. Cai Bingrui, geboren 1966, wurde 2010 mit päpstlicher Zustimmung zum Bischof von Xiamen (Provinz Fujian) geweiht. An seiner Weihe nahm damals auch der emeritierte Erzbischof von Taipei Cheng Tsai-fa (1932–2022) teil, der aus Xiamen stammte. Fujian ist die Taiwan auf dem Festland gegenüberliegende Provinz. 
Fuzhou ist missionsgeschichtlich bedeutsam, schon der Jesuitenmissionar Giulio Aleni (1582–1649) wirkte in der Region. Nach der vatikanischen Hierarchie von 1946 ist Fuzhou Erzbistum. Die heutige kirchliche Situation im Erzbistum ist kompliziert. Es gibt einen starken Untergrund, der sich in zwei Gruppen unter der Führung von Lin Jiashan und Lin Yuntuan spaltete. Bischof Lin Jiashan wurde 2020 offiziell mit Regierungszustimmung als Ortsbischof installiert; seit seinem Tod 2023 war der Sitz vakant. Koadjutorbischof im Untergrund Lin Yuntuan gab in einem auf 20. Januar 2025 datierten Rundschreiben, das in chinesischen katholischen sozialen Medien zirkulierte, bekannt, er habe die Mitteilung erhalten, dass Bischof Cai Bingrui in Fuzhou installiert werde; er schrieb: „Der Heilige Stuhl hofft, dass ich kooperiere und den Klerus, die Personen geweihten Lebens und die Gläubigen des Bistums dazu anleite, Bischof Cai Bingrui zu gehorchen und seine pastorale Arbeit zu unterstützen.“ Laut Elisa Giunipero in Avvenire soll Bischof Lin Yuntuan an der Installationsfeier von Bischof Cai teilgenommen haben (www.chinacatholic.cn/ccic/report/2501/0202-1.htm; https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2025/01/23/0068/00137.html; AsiaNews 23.01.2025; Avvenire 05.02.2025; Fides 23.01.2025). kwt

25. Januar 2025:
Bischof Guo Xijin (Mindong) feiert 40-jähriges Priesterjubiläum im Hausarrest – Videos
Die Nachrichtenagentur AsiaNews veröffentlichte ihr zugeschickte Videos, die zeigen, wie Bischof Guo durch ein mit Ketten verriegeltes Gittertor Gläubigen die heilige Kommunion und später ein Stück Torte reicht (www.youtube.com/watch?v=4_9A6E9sN7U). Dies sei für den Bischof die einzige Möglichkeit, die Kommunion auszuteilen, nachdem die Behörden die Kapelle in seiner Residenz versiegelt hätten, um zu verhindern, dass Katholiken aus dem Untergrund an seinen Messfeiern teilnähmen, schrieb AsiaNews. Bischof Guo steht also offensichtlich in seiner Residenz unter Hausarrest. 
In der Diözese Mindong, ursprünglich eine Bastion des Untergrunds, legitimierte Papst Franziskus 2018 im Zusammenhang mit der Unterzeichnung des sino-vatikanischen Abkommens auf Wunsch Beijings den von der Regierung eingesetzten Bischof Zhan Silu und unterstellte ihm den ursprünglichen Ortsbischof im Untergrund, Bischof Guo Xijin, als Weihbischof. Guo akzeptierte, trat aber 2020 ganz zurück. Lokale Quellen berichteten AsiaNews, dass Bischof Guo seit Weihnachten 2024 strengeren Restriktionen unterworfen sei. Dies sei Teil des erneuerten Drucks auf lokale Geistliche, sich den offiziellen, staatlich sanktionierten kirchlichen Gremien anzuschließen, was der Bischof und andere Priester abgelehnt hätten, so AsiaNews. Dies alles habe sich in den Wochen nach der Rückkehr von Bischof Zhan Silu aus Rom ereignet, wo dieser im Oktober 2024 an der Weltbischofssynode teilgenommen hatte. Mindong ist die Nachbardiözese von Fuzhou, wo zwei Tage zuvor Bischof Cai Bingrui installiert wurde (s.o.) (AsiaNews 28.01.2025; vgl. auch China heute 2024, Nr. 4, Dokumentation). kwt

7. März 2025:
Wenzhou: Bischof Peter Shao Zhumin erneut verhaftet
Diesmal steht die Verhaftung des Untergrundbischofs der Diözese Wenzhou in der Provinz Zhejiang im Zusammenhang mit einer Eröffnungsmesse zum Heiligen Jahr, die er am 27. Dezember mit 22 Priestern und 200 Gläubigen in der katholischen Kirche Sanjia in Longwan feierte. Er hatte sich geweigert, eine Geldstrafe von 200.000 Yuan für die von den Behörden als „illegal“ bezeichnete Messe zu zahlen. Wie AsiaNews berichtete, warfen die Behörden Bischof Shao vor, gegen § 71 der Vorschriften für religiöse Angelegenheiten verstoßen zu haben. Dieser besagt u.a.: „Für das Bereitstellen von Voraussetzungen für rechtswidrige religiöse Aktivitäten erteilen die Behörden für religiöse Angelegenheiten eine Verwarnung, rechtswidriger Gewinn und illegaler Besitz werden, wenn vorhanden, konfisziert, sind die Umstände schwerwiegend, wird außerdem eine Geldstrafe zwischen 20.000 und 200.000 Yuan verhängt.“ Bischof Shao bestand laut AsiaNews darauf, dass die Aktivitäten der Kirche nicht gegen das Gesetz verstoßen. Daraufhin sei er zu seiner eigenen „Sicherheit“ verhaftet worden, wie das Büro für öffentliche Sicherheit behauptet habe. Sein Aufenthaltsort war zunächst unbekannt (Stand Anfang April 2025 war er vorübergehend wieder auf freiem Fuß). Unterdessen sollen das Sicherheitsbüro und die Abteilung für religiöse Angelegenheiten mehrere hundert Menschen daran gehindert haben, an einer Pilgerreise teilzunehmen, welche von der Gemeinde Cangnan organisiert wurde, die Teil der Untergrundkirche von Wenzhou ist. In den letzten Jahren seien zudem jeden Sonntag Beamte in Zivil in Untergrundkirchen in Wenzhou aufgetaucht, um Kinder und Jugendliche am Besuch der Gottesdienste zu hindern. „In jüngster Zeit hat das Büro für öffentliche Sicherheit seine Methoden geändert und die Überwachung an die Behörden der Nachbarschaften delegiert. Beamte werden eingesetzt, um Kirchen von 7 Uhr morgens bis 12 Uhr mittags zu überwachen, nicht nur, um Kinder und Jugendliche am Betreten der Kirchen zu hindern, sondern auch, um Priester daran zu hindern, die Messe zu feiern,“ so AsiaNews am 7. März. Papst Benedikt XVI. hatte 2007 den damals 43-jährigen Priester Shao Zhumin zum Koadjutorbischof und Nachfolger von Bischof Vincent Zhu Weifang ernannt, der im September 2016 verstarb. Bischof Shao weigert sich, der Chinesischen katholischen patriotischen Vereinigung beizutreten. Am 25. Februar sandte Bischof Shao einen Brief an die gesamte Diözese, in dem er die Gläubigen aufforderte, für den kranken Papst Franziskus zu beten (AsiaNews 14.02.; 07.03.2025; China Aid 15.02.2025; s. auch China heute 2017, Nr. 3, Dokumentation, S. 171). kf

Sino-vatikanische Beziehungen

9. Januar 2025:
Papst erwähnt China in seiner Neujahrsansprache an das diplomatische Corps
Zu Beginn seiner Rede erwähnte der Papst rückblickend auf das Jahr 2024 verschiedene Staatsbesuche und Abkommen. Dabei nannte er auch China, er sagte: „Im vergangenen Oktober wurde auch das vorläufige Abkommen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China über die Ernennung von Bischöfen um weitere vier Jahre verlängert, ein Zeichen für den Wunsch, einen respektvollen und konstruktiven Dialog zum Wohl der katholischen Kirche im Land und des gesamten chinesischen Volkes fortzusetzen.“ Im Hauptteil seiner Rede umriss der Papst „einige Merkmale einer Diplomatie der Hoffnung [...], zu deren Boten wir alle berufen sind, damit die dichten Wolken des Krieges von einem neuen Wind des Friedens hinweggefegt werden können“. Am Ende der Rede bekundete er sein Mitgefühl für die Erdbebenopfer in Tibet (www.vaticannews.va/de/papst/news/2025-01/vatikan-heiliges-jahr-2025-papst-franziskus-rede-diplomaten.html). kwt

11. Januar 2025:
Kardinalstaatssekretär Parolin im Interview über das sino-vatikanische Abkommen: unterschiedliche Ansichten schockieren mich nicht
Zur Kontroverse über das sino-vatikanische Abkommen sagte Kardinal Parolin: „Es ist logisch, dass es angesichts einer so komplexen Situation wie der in China, die auf eine besonders schwierige Geschichte zurückgeht, unterschiedliche Meinungen gibt. Die Meinungen können sehr weit auseinander liegen, und ich habe immer gesagt, dass mich die unterschiedlichen Ansichten nicht schockieren, wie manche vielleicht glauben: es gibt andere Lösungen. Der Heilige Stuhl hielt dieses Abkommen für die wirksamste Lösung, um einen Dialog über eine der wichtigsten Fragen zu beginnen.“ Dies sei die Ernennung der Bischöfe gewesen. „Ich glaube, dass das Abkommen über die Ernennung von Bischöfen auf zwei grundlegende Dinge abzielt, wobei es langsam vorwärts geht – manchmal auch einen Schritt zurück –, aber es geht in die richtige Richtung. Das erste besteht darin, sicherzustellen, dass alle Bischöfe in Gemeinschaft mit dem Papst stehen. Dies ist für die katholische Kirche von grundlegender Bedeutung. Das zweite ist der Versuch, wenn auch nicht immer erfolgreich, die Einheit innerhalb der Kirche zu fördern, Spaltungen zu überwinden und ein gewisses Maß an Normalisierung im Leben der Kirche sicherzustellen.“ Weiter sagte der Kardinal: „Es gibt keine ‚magische‘ Lösung, aber die Vereinbarung stellt einen Weg dar – einen langsamen und schwierigen Weg, der meiner Meinung nach erste Früchte trägt. Diese Früchte sind vielleicht noch nicht sichtbar, aber sie werden wahrscheinlich deutlicher werden, wenn das Vertrauen und die Fähigkeit zum Dialog zwischen den Parteien wächst.“ Es brauche Geduld und die Fähigkeit, über die unmittelbaren Resultate hinauszublicken. „So können wir, ohne uns Illusionen hinzugeben – denn ich glaube, keiner macht sich in dieser Hinsicht Illusionen –, vorwärts gehen mit Hoffnung und Engagement und darauf vertrauen, dass dieser Weg mit Gottes Gnade die gewünschten Früchte bringen wird“ (www.vaticannews.va/en/vatican-city/news/2025-01/parolin-christian-presence-in-the-middle-east-is-essential.html). kwt

29. Januar 2025:
Papst gratuliert zum Mondneujahr
Am Ende der Generalaudienz sagte Papst Franziskus auf Italienisch: „Ich grüße herzlich die chinesischsprechenden Menschen. Liebe Brüder und Schwestern, in Ostasien und anderen Teilen der Welt feiern heute Millionen Familien das Mondneujahr, eine gute Gelegenheit, Beziehungen in der Familie und Freundschaften intensiver zu leben. Mit Glückwünschen für das Neue Jahr sende ich euch allen meinen Segen und erbitte für jeden von euch vom Herrn Frieden, Freude und Gesundheit.“ Dieser Gruß wurde dann auch auf Chinesisch verlesen (www.vatican.va/content/francesco/it/audiences/2025/documents/20250129-udienza-generale.html). kwt

14. Februar bis 23. März 2025:
Papst Franziskus im Krankenhaus – chinesische Katholiken beten für seine Genesung
Weltweit wurde für den an einer schweren Lungenentzündung erkrankten Papst gebetet – so auch in China. Die katholische Website Xinde übernahm und bringt weiterhin regelmäßig die Nachrichten von Vatican News über seinen Gesundheitszustand. Am 19. Februar rief Xinde alle dazu auf, für ihn zu beten in verschiedenen Formen wie Eucharistiefeiern, eucharistische Anbetung, Rosenkranz oder Gebet zur Barmherzigkeit Gottes (nach der heiligen Faustina) und ihn mit Fasten zu begleiten. Auf der Website von Patriotischer Vereinigung und Bischofskonferenz gab es keine Hinweise auf die kritische Erkrankung des Papstes, auch in den staatlichen und parteinahen chinesischen Medien wurden keine Hinweise gefunden. Am 25. Februar betete der Hongkonger Bischof Kardinal Stephen Chow zusammen mit Shanghais Bischof Shen Bin in der Marienbasilika auf dem Sheshan in Shanghai gemeinsam für die Genesung des Papstes (www.xinde.org 19.,20.02.2025; siehe auch den Bericht über den Shanghai-Besuch von Kardinal Chow in den Informationen). kwt

Hongkong

4.–9. Februar 2025:
Kardinal Chow von Hongkong besucht zum ersten Mal die Partnerdiözese Essen
Kardinal Stephen Chow SJ, Bischof von Hongkong, war auf Einladung von Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck zu Besuch in der Partnerdiözese Essen. Die Hongkonger Diözesanzeitung Sunday Examiner berichtete ausführlich über den Besuch. In einer Pressemitteilung der Diözese Essen vom 4. Februar hieß es: „Kardinal Stephen Chow, Bischof des Essener Partnerbistums Hongkong, ist in dieser Woche zu Gast in Essen. Chow, der 2021 zum Bischof geweiht wurde, traf sich am Dienstagmittag zunächst mit Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck, bevor ihm am Nachmittag Rainer Teuber, Leiter des Besucherservice des Domschatzes, den Essener Dom und damit das historische Zentrum der Ruhrmetropole vorstellte. Neben Architektur und Geschichte wollte der 1959 geborene Jesuit aber auch die inhaltliche Arbeit der Kirche in der Essener Innenstadt kennenlernen. Deshalb stellte ihm Bernd Wolharn die Arbeit der von ihm geleiteten Cityseelsorge ‚grüßgott‘ vor. Nach einer Messfeier in der Anbetungskirche St. Johann endet der erste Besuchstag für Kardinal Chow mit einem gemeinsamen Abendessen mit Bischof Overbeck [...]. Bis zu seinem Rückflug am Sonntag stehen für Kardinal Chow in den kommenden Tagen weitere Besuche in Essen – zum Beispiel in der Ludgerus-Basilika – und in anderen NRW-Städten auf dem Programm.“ Kardinal Chow sei, so der Sunday Examiner, besonders vom Engagement der Diözese außerhalb der Kirchenmauern beeindruckt gewesen. Auf dem Besuchsprogramm standen neben Pfarreien auch Besuche bei der Caritas und verschiedenen karitativen Einrichtungen, ökumenische Begegnungen, Besuche bei Missio Aachen und Misereor sowie eine Begegnung mit Kardinal Rainer Maria Woelki in Köln. Kardinal Chow sah auch Potential für einen stärkeren Jugendaustausch zwischen Hongkong und Essen. In seinen Gedanken zu seinem Besuch drückte Kardinal Chow seine tiefe Dankbarkeit für die herzliche Gastfreundschaft der Diözese Essen und den wertvollen Austausch aus (www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/kardinal-chow-aus-hongkong-zu-gast-im-partnerbistum-essen; www.examiner.org.hk/2025/02/14/cardinal-stephen-strengthens-ties-with-sister-diocese-of-essen/news/hongkong). kf

24.–28. Februar 2025:
Kardinal Chow zu Besuch im Bistum Shanghai
Es war er erste Besuch des Kardinals in Shanghai in seiner Funktion als Bischof von Hongkong. Der Sunday Examiner, die englischsprachige Diözesanzeitung von Hongkong, bezeichnete den Besuch, der im Vorfeld in der Presse nicht angekündigt war, als „historisch“. Zur Delegation gehörten Weihbischof Joseph Ha Chi-shing OFM, Generalvikar Peter Choy Wai-man, Diakon Gamaliel Cheng, der geistliche Leiter des Hong Kong Central Council of Catholic Laity, Susanna Ching Chi-man, die Vorsitzende des Laienrats, sowie Francis Wong Ka-chun, der persönliche Assistent des Bischofs. Gastgeber war Bischof Joseph Shen Bin von Shanghai (Näheres zu dem Besuch siehe die Informationen dieser Nummer). kf

Macau

Mitte Dezember 2024:
Macau: Katholische Universität St. Joseph unterzeichnet Kooperationsvereinbarung mit Portugals Casa Pia zur Förderung von benachteiligten Kindern und Jugendlichen
Die Universität St. Joseph könnte bereits im kommenden Studienjahr Studierende von Portugals größter Bildungseinrichtung für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche, der Casa Pia de Lisboa, aufnehmen. Beide Einrichtungen haben Mitte Dezember 2024 ein Protokoll unterzeichnet, das die Entwicklung gemeinsamer akademischer, forschungsbezogener, technischer und kultureller Kooperationsprojekte vorsieht, so berichtet O’Clarim, die katholische Wochenzeitung von Macau, am 15. Januar. Die Vereinbarung, die in Lissabon von Álvaro Barbosa, Vizerektor für Internationalisierung und akademische Angelegenheiten der Universität, und der Präsidentin der Casa Pia, Fátima Matos, unterzeichnet wurde, sieht auch vor, dass beide Einrichtungen Lösungen fördern werden, „damit Casa-Pia-Studierende ihr akademisches Studium an der Universität St. Joseph in Macau durchführen können“, schreibt die Hochschule in einer Pressemitteilung. „Theoretisch erwarten wir“, so Barbosa gegenüber O’Clarim, „dass die ersten Studierenden nächstes Jahr [2025] nach Macau reisen. Wir sollten sie vor dem kommenden Studienjahr willkommen heißen. Die Zulassung erfolgt nach den normalen Verfahren der Universität St. Joseph in Bezug auf die akademischen Anforderungen. Der Unterschied besteht darin, dass die Studierenden, die nach Macau kommen, von Casa Pia empfohlen und sie daher bei einer Zulassung Stipendien bekommen werden […].“ Die Aussichten auf den Aufbau von Kooperationsbeziehungen zwischen den beiden Einrichtungen seien erstmals im Mai 2023 während eines Besuchs von Stephen Morgan, dem Rektor der Universität St. Joseph, in Lissabon angedeutet worden, erläutert der Bericht. Casa Pia de Lisboa ist eine öffentliche Einrichtung unter der Aufsicht des portugiesischen Ministeriums für Arbeit, Solidarität und soziale Sicherheit und die größte Bildungseinrichtung Portugals, die sich der Unterstützung von Jugendlichen widmet, die von sozialer Ausgrenzung bedroht sind oder keine elterliche Unterstützung haben. Derzeit bietet sie rund 3.000 Schülern Bildung, Ausbildung und Betreuung sowie 200 benachteiligten Kindern und Jugendlichen ein Leben im Internat (O’Clarim 15.01.2025). kf

Katharina Feith (kf)
Isabel Friemann, China InfoStelle
Katharina Wenzel-Teuber (kwt)

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